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Unterschied zwischen Tanne und Fichte: Nadeln, Zapfen und Rinde

Kurzantwort: Die Fichte sticht, die Tanne nicht. Fichtennadeln sind spitz, vierkantig und stehen rund um den Zweig; Tannennadeln sind flach, weich, an der Spitze eingekerbt und tragen unten zwei weiße Streifen. Fichtenzapfen hängen und fallen als Ganzes ab, Tannenzapfen stehen aufrecht und zerfallen am Baum. Die Fichte hat rotbraune Schuppenrinde und flache Wurzeln, die Tanne graue Rinde und eine tiefe Pfahlwurzel.

Der Weihnachtsbaum, der im Wohnzimmer nadelt, der Zapfen auf dem Waldweg, der Balken im Dachstuhl: Fast immer heißt es „Tanne“, fast immer ist es eine Fichte. Die Fichte ist der zweithäufigste Baum im deutschen Wald, die Weiß-Tanne eine Seltenheit. Selbst der alte Name der Fichte, „Rottanne“, stiftet Verwirrung.

Dabei reicht ein Handgriff: Streich über den Zweig. Sticht es, ist es eine Fichte. Fühlt es sich weich an, ist es eine Tanne. Wer genauer hinsehen will, findet vier weitere Merkmale, die sich nicht täuschen lassen.

Hier findest du die Merkmale, die Zahlen aus der Bundeswaldinventur und eine Tabelle.

Nadeln: der schnellste Test

Die Nadeln der Gemeinen Fichte (Picea abies) sind laut Wikipedia „stechend-spitz und im Querschnitt vierkantig“, 1 bis 2 Zentimeter lang und etwa 1 Millimeter breit. Sie sitzen auf kleinen braunen Stielen, den Nadelkissen, und stehen rundum am Zweig. Fällt eine Nadel ab, bleibt das Kissen stehen. Deshalb fühlen sich kahle Fichtenzweige „raspelig und rau“ an.

Die Nadeln der Weiß-Tanne (Abies alba) sind flach, bis 3 Zentimeter lang, ledrig und vorn eingekerbt. Auf der Unterseite tragen sie zwei weiße Streifen. Sie sitzen laut Wikipedia „scheinbar mit Saugnäpfen am Zweig“ und stehen an den Seitenzweigen flach ab. Der Zweig fühlt sich weich an. Merksatz: Fichte sticht, Tanne nicht.

Zapfen: hängend oder stehend

Fichtenzapfen hängen nach unten. Sie sind 10 bis 15 Zentimeter lang, 3 bis 4 Zentimeter breit, holzig und braun, und sie werden nach der Reife als Ganzes abgeworfen. Der Zapfen auf dem Waldboden ist also so gut wie immer ein Fichtenzapfen, unabhängig davon, was Dekoläden auf das Etikett schreiben.

Tannenzapfen stehen aufrecht auf den Ästen, walzenförmig, bis 16 Zentimeter lang. Sie zerfallen am Baum: Die Samenschuppen lösen sich einzeln, und die Zapfenspindel kann laut Wikipedia noch mehrere Jahre am Ast stehen bleiben. Einen ganzen Tannenzapfen findest du am Boden praktisch nie.

Rinde, Wuchs und Wurzel

Die Fichte hat in tieferen Lagen eine „rötlich-braun gefärbte, feinschuppige Rinde“. Daher der Volksname Rottanne. Sie wird bis etwa 40 Meter hoch, unter günstigen Bedingungen bis 62, und kann bis 600 Jahre alt werden; forstlich wird sie nach 80 bis 120 Jahren geerntet. Auf verdichteten Böden wurzelt sie flach und ist windwurfgefährdet. Das erklärt die Sturmschäden der letzten Jahrzehnte.

Die Weiß-Tanne trägt in der Jugend eine glatte, hellgraue Rinde mit kleinen Harzblasen, ab 40 bis 60 Jahren eine weiß- bis dunkelgraue Schuppenborke. Sie wird 30 bis 50 Meter hoch, im Einzelfall bis 65, und über 500 Jahre alt. Ihre Pfahlwurzel reicht in Deutschland gut 1,50 Meter, in Österreich knapp 3 Meter tief; sie zählt zu den am tiefsten wurzelnden Nadelbäumen und gilt als sehr sturmsicher.

Verbreitung und Bedeutung im deutschen Wald

Deutschland hat laut Bundeswaldinventur 2022 rund 11,5 Millionen Hektar Wald. Die Kiefer stellt 22 Prozent, die Fichte 21 Prozent, die Buche 17 Prozent, die Eiche 12 Prozent. Wikipedia beziffert die Fichtenfläche auf 2,3 Millionen Hektar. Seit der Inventur 2012 ging die Fichtenfläche um 17 Prozent zurück, durch Stürme, die Dürrejahre 2018 bis 2021 und den Borkenkäfer.

Die Weiß-Tanne kommt auf 1,7 Prozent der Waldfläche, rund 183.000 Hektar (Stand 2012). Am häufigsten ist sie in Baden-Württemberg mit 8 Prozent und in Bayern mit 2,3 Prozent. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von den Pyrenäen bis zum Balkan; sie braucht ein Jahresmittel von rund 5 Grad und 520 bis 1.200 Millimeter Niederschlag. Die Fichte ist in Deutschland natürlich nur in Gebirgslagen ab etwa 1.000 Metern heimisch, ihre Verbreitung im Flachland ist das Ergebnis der Forstwirtschaft.

Holz und Weihnachtsbaum

Fichtenholz wird laut Wikipedia hauptsächlich als Bau- und Konstruktionsholz verwendet: Balken, Bohlen, Bretter, dazu Verpackungen, Möbel und Papier. Tannenholz sieht ähnlich aus, ist aber harzfrei; Kern- und Splintholz lassen sich farblich nicht unterscheiden. Es gilt laut Wikipedia als witterungsbeständiger und spröder als Fichtenholz und ist unempfindlich gegen Alkalien und Säuren.

Als Weihnachtsbaum dominiert laut Wikipedia die Nordmann-Tanne den europäischen Markt, eine Tannenart aus dem Kaukasus mit weichen Nadeln. Die Weiß-Tanne wird regional ebenfalls genutzt. Die Fichte verliert in der warmen Stube schneller ihre Nadeln.

Unterschied zwischen Tanne und Fichte in der Tabelle

Merkmal Weiß-Tanne Gemeine Fichte
Wissenschaftlicher Name Abies alba Picea abies
Nadeln flach, weich, Spitze eingekerbt, zwei weiße Streifen unten spitz, vierkantig, stechend
Nadelstellung flach vom Zweig abstehend rund um den Zweig, auf Nadelkissen
Zapfen aufrecht, zerfallen am Baum hängend, fallen ganz ab
Rinde grau, jung glatt, später Schuppenborke rotbraun, feinschuppig
Wurzel tiefe Pfahlwurzel, sturmfest oft flach, windwurfgefährdet
Höhe 30 bis 50 m, bis 65 m bis 40 m, bis 62 m
Alter über 500 Jahre bis 600 Jahre
Anteil am deutschen Wald 1,7 % (2012) 21 % (2022)
Holz harzfrei, hell, spröder harzhaltig, Bau- und Konstruktionsholz

Häufige Fragen

Wie erkenne ich Tanne und Fichte am schnellsten?

Am Griff in den Zweig. Fichte sticht, Tanne nicht. Zweites Merkmal: Tannenzapfen stehen, Fichtenzapfen hängen.

Warum heißt die Fichte auch Rottanne?

Wegen ihrer rötlich-braunen Rinde. Botanisch ist sie keine Tanne.

Ist der Zapfen am Boden von Tanne oder Fichte?

Fast immer von der Fichte. Tannenzapfen zerfallen am Baum, nur die Spindel bleibt stehen.

Welcher Baum ist häufiger?

Die Fichte mit 21 Prozent der deutschen Waldfläche. Die Weiß-Tanne kommt auf 1,7 Prozent.

Warum stirbt die Fichte im Flachland?

Sie ist natürlich ein Gebirgsbaum, wurzelt auf verdichteten Böden flach und leidet unter Trockenheit. Nach den Dürrejahren 2018 bis 2021 vermehrte sich der Borkenkäfer massenhaft; die Fichtenfläche sank seit 2012 um 17 Prozent.

Ist die Nordmann-Tanne eine echte Tanne?

Ja, sie gehört zur Gattung Abies wie die Weiß-Tanne. Sie stammt aus dem Kaukasus und ist der meistverkaufte Weihnachtsbaum in Europa.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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