Chalkboard in a school in Afghanistan

Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel: Geschmack und Küche

Kurzantwort: Kümmel (Carum carvi) und Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) sind zwei verschiedene Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler. Kümmel schmeckt durch den Aromastoff Carvon herb-würzig und gehört in Brot, Sauerkraut und Käse. Kreuzkümmel schmeckt durch Cuminaldehyd erdig-warm und prägt die indische, orientalische und mexikanische Küche. Die Körner sehen sich ähnlich, ersetzen können sie sich nicht.

Im Gewürzregal stehen beide nebeneinander, und die Namen klingen, als wäre einer nur die Variante des anderen. Wer dann Kreuzkümmel ins Brot gibt oder Kümmel ins Chili, merkt schnell: Das schmeckt falsch. Die Verwandtschaft reicht nur bis zur Pflanzenfamilie.

Den gemeinsamen Namensteil verdanken beide der ähnlichen Form ihrer Früchte. Ansonsten trennen sie Herkunft, Aroma und Küche. Kümmel ist das Gewürz der Bäcker und Sauerkrautköche nördlich der Alpen, Kreuzkümmel das Gewürz der Basare, Currys und Taco-Stände.

Hier liest du, was hinter den beiden steckt, wie sie schmecken, wo sie hingehören und wie du sie auseinanderhältst.

Echter Kümmel: die Pflanze aus Europa

Echter Kümmel heißt botanisch Carum carvi und gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae). Die Pflanze ist zweijährig, wird 30 bis 80 Zentimeter hoch, bei guten Bedingungen bis 120. Sie ist in Vorderasien und den Mittelmeerländern beheimatet und wächst heute in Europa und im gemäßigten Asien. Angebaut wird sie laut Wikipedia vor allem in Ägypten, den Niederlanden und Osteuropa. In Deutschland lag die Anbaufläche 2002 bei rund 450 Hektar.

Die Früchte sind kahle, gerippte Spaltfrüchte von 3 bis 7 Millimetern Länge. Sie sind dunkelbraun, schlank und leicht gebogen. Das ist das Korn, das du aus dem Brot kennst. Geerntet wird im zweiten Jahr, wenn die Dolden reif sind und die Körner leicht abfallen.

Kreuzkümmel: das Gewürz aus dem Orient

Kreuzkümmel heißt botanisch Cuminum cyminum und gehört zur selben Familie. Andere Namen sind Cumin, Kumin oder Römischer Kümmel. Seine Ursprünge liegen in Zentralasien und Ägypten. Heute kommen große Mengen aus Indien, Iran, Indonesien, China und dem südlichen Mittelmeerraum.

Die Früchte sind 5 bis 6 Millimeter lang, gelblich-braun bis gräulich, länglich und mit feinborstigen Rippen besetzt. Sie sind gerader und heller als Kümmelkörner. Gemahlen ist Kreuzkümmel ockerfarben und riecht sofort nach Falafel und Curry.

Geschmack und Inhaltsstoffe

Der Geschmack entscheidet. Kümmel enthält mehr als 3 Prozent ätherisches Öl, neuere Sorten bis 7 Prozent. Hauptbestandteil ist Carvon, daneben Limonen. Carvon schmeckt herb, leicht scharf und würzig. Deshalb passt Kümmel zu schwerem, fettem Essen.

Kreuzkümmel verdankt seinen Geschmack dem Cuminaldehyd, daneben Cuminalkohol, Phellandren, Pinen und weiteren Terpenen. Das Aroma ist warm, erdig, leicht bitter und kräftig. Wikipedia nennt es „intensiv und unverwechselbar“. Beim Rösten in der trockenen Pfanne wird es nussiger.

Wer beides gemahlen vor sich hat, merkt den Unterschied auch an der Farbe: Kümmelpulver ist bräunlich, Kreuzkümmelpulver ockergelb.

Beide Gewürze gelten als verdauungsfördernd. Für Kümmel ist das gut beschrieben: Er regt laut Wikipedia die Verdauungsdrüsen an und wirkt blähungswidrig und krampflösend. Deshalb landet er in Kohlgerichten und im Kümmelschnaps.

Verwendung in der Küche

Kümmel gehört zur mitteleuropäischen, jüdischen, skandinavischen und osteuropäischen Küche. Typisch sind Roggenbrot, Sauerkraut, Kohl, Schweinebraten, Kümmelkäse und Schnäpse wie Aquavit und Köm.

Kreuzkümmel prägt die Küchen Nordafrikas, der Türkei, Griechenlands, des Nahen Ostens, Irans und Indiens sowie Mexikos. Typisch sind Falafel, Hummus, Currys, Garam Masala, Chili con Carne und Tacos. In vielen Rezepten steht einfach „Cumin“, gemeint ist immer Kreuzkümmel.

Ersatz funktioniert in beide Richtungen schlecht. Wer für ein Curry keinen Kreuzkümmel hat, lässt ihn besser weg oder nimmt Koriandersamen. Kümmel würde das Gericht nach Brot schmecken lassen. Umgekehrt macht Kreuzkümmel aus einem Sauerkraut ein orientalisches Gericht.

Woran du die Körner erkennst

Lege beide nebeneinander. Kümmel ist dunkler, schlanker und gebogen, mit hellen Rippen. Kreuzkümmel ist heller, gerader, etwas dicker und wirkt leicht behaart. Zerreib je ein Korn zwischen den Fingern: Kümmel riecht nach Brot und Schnaps, Kreuzkümmel nach Imbiss und Curry. Der Geruchstest ist eindeutiger als jedes Bild.

Verwechslungsgefahr gibt es auch beim Einkauf. Auf Importpackungen steht oft „Cumin“, in älteren Übersetzungen „Römischer Kümmel“. Beides ist Kreuzkümmel. Schwarzkümmel wiederum ist ein drittes Gewürz aus einer ganz anderen Pflanzenfamilie, den Hahnenfußgewächsen.

Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel in der Tabelle

Merkmal Kümmel Kreuzkümmel
Botanischer Name Carum carvi Cuminum cyminum
Familie Doldenblütler Doldenblütler
Herkunft Vorderasien, Mittelmeerraum Zentralasien, Ägypten
Hauptanbau heute Ägypten, Niederlande, Osteuropa Indien, Iran, Indonesien, China, südlicher Mittelmeerraum
Frucht 3 bis 7 mm, dunkelbraun, gebogen, kahl 5 bis 6 mm, gelblich-grau, gerade, feinborstig
Aromastoff Carvon, Limonen Cuminaldehyd
Geschmack herb, würzig, leicht scharf warm, erdig, leicht bitter
Typische Küche Mitteleuropa, Skandinavien, Osteuropa Orient, Indien, Nordafrika, Mexiko
Typische Gerichte Brot, Sauerkraut, Käse, Schnaps Curry, Falafel, Hummus, Chili con Carne
Andere Namen Wiesen-Kümmel, Gemeiner Kümmel Cumin, Kumin, Römischer Kümmel

Häufige Fragen

Ist Kreuzkümmel dasselbe wie Cumin?

Ja. Cumin ist der englische und internationale Name für Kreuzkümmel. Auch Kumin und Römischer Kümmel meinen dieselbe Pflanze.

Kann ich Kümmel durch Kreuzkümmel ersetzen?

Besser nicht. Die Aromastoffe sind verschieden, das Gericht schmeckt danach nach einer anderen Küche.

Ist der Kümmel im Brot Kümmel oder Kreuzkümmel?

Echter Kümmel. Kreuzkümmel kommt in Fladenbroten aus dem Orient vor, im deutschen Roggenbrot steckt Carum carvi.

Was ist Schwarzkümmel?

Ein eigenes Gewürz aus der Gattung Nigella, Familie der Hahnenfußgewächse. Mit Kümmel und Kreuzkümmel ist er botanisch nicht verwandt.

Hilft Kümmel gegen Blähungen?

Laut Wikipedia hat Kümmel blähungswidrige und krampflösende Eigenschaften und regt die Verdauungsdrüsen an. Deshalb wird er Kohl und fettem Essen zugesetzt.

Wächst Kümmel in Deutschland?

Ja, in kleinem Umfang. 2002 wurden laut Wikipedia rund 450 Hektar angebaut. Die großen Mengen kommen aus Ägypten, den Niederlanden und Osteuropa.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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