Black Bean Vegetable Soup in Sourdough Bowl (4465544569)

Unterschied zwischen vegan und vegetarisch: Tabelle und Regeln

Kurzantwort: Vegetarisch heißt: keine Lebensmittel von getöteten Tieren, also kein Fleisch und kein Fisch. Milch, Käse und Eier sind erlaubt. Vegan geht weiter: keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs, auch keine Milch, keine Eier, kein Honig und meist auch kein Leder oder Wolle. Wer vegan lebt, braucht laut DGE ein Vitamin-B12-Präparat.

Auf der Speisekarte steht „vegetarisch“, auf der Packung „vegan“. Beides klingt nach Verzicht auf Fleisch, meint aber verschiedene Dinge. Ein vegetarisches Omelett ist für Veganer tabu. Ein veganer Burger ist für Vegetarier in Ordnung.

Die Trennlinie ist einfach: Vegetarier fragen, ob ein Tier für das Essen sterben musste. Veganer fragen, ob überhaupt ein Tier beteiligt war. Aus dieser einen Frage folgt alles andere, vom Käse bis zur Lederjacke.

Hier findest du die Unterschiede in einer Tabelle, die rechtliche Definition aus dem Jahr 2016, die Zahlen für Deutschland und die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Vegan und vegetarisch in der Tabelle

Kriterium Vegetarisch Vegan
Grundregel Nichts von getöteten Tieren Nichts tierischen Ursprungs
Fleisch, Wurst, Fisch Nein Nein
Milch, Käse, Butter, Joghurt Ja Nein
Eier Ja (bei Ovo-Lacto-Vegetariern) Nein
Honig Ja Nein
Gelatine, Lab aus Kälbermagen Meist gemieden, da vom getöteten Tier Nein
Leder, Wolle, Seide, Daunen Keine feste Regel Nein, gehört zur Lebensweise
Kosmetik mit Tierversuchen Keine feste Regel Nein
Vitamin B12 Über Milch und Eier gedeckt Präparat nötig (DGE 2024)

Was vegetarisch bedeutet

Wikipedia definiert Vegetarismus als Ernährungs- und Lebensweise, „welche Nahrungsmittel meidet, die von getöteten Tieren stammen“. Das betrifft Fleisch, Fisch und alles, was daraus gemacht wird, etwa Gelatine aus Schweineschwarte oder Brühe aus Knochen.

Innerhalb des Vegetarismus gibt es Stufen. Ovo-Lacto-Vegetarier essen Eier und Milchprodukte. Lacto-Vegetarier essen Milchprodukte, aber keine Eier. Ovo-Vegetarier essen Eier, aber nichts aus Milch. Wer gelegentlich Fisch isst, gilt als Pescetarier, wer nur meistens fleischlos isst, als Flexitarier. Beide zählen streng genommen nicht als Vegetarier.

Beim Käse lohnt ein Blick aufs Etikett. Viele Sorten werden mit Lab aus Kälbermägen hergestellt. Strenge Vegetarier meiden solche Käse und greifen zu Sorten mit mikrobiellem Lab.

Was vegan bedeutet

Veganismus ist laut Wikipedia „eine aus dem Vegetarismus hervorgegangene Ernährungs- und Lebensweise“. Veganer verzichten auf alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs und darüber hinaus auf Tierprodukte wie Leder, Pelz und Kosmetik, für die Tierversuche gemacht wurden.

Für Lebensmittel gibt es seit dem 22. April 2016 eine Definition der Verbraucherschutzministerkonferenz der Bundesländer. Vegan sind danach Lebensmittel, „die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine Zutaten“ tierischen Ursprungs zugesetzt oder verwendet worden sind. Das schließt Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen, Enzyme und Verarbeitungshilfsstoffe ein.

Der letzte Punkt ist der schwierige. Ein Wein kann mit Gelatine geklärt worden sein, ohne dass es auf dem Etikett steht. Deshalb reicht die Zutatenliste allein oft nicht. Ein Vegan-Siegel auf der Packung bedeutet, dass der Hersteller die ganze Kette geprüft hat.

Wie viele Menschen in Deutschland so essen

Die Zahlen schwanken je nach Befragung. Nach einer Studie des Max Rubner-Instituts gaben 2024 etwa 4 Prozent der Menschen in Deutschland an, sich vegetarisch zu ernähren. Bei 6- bis 19-Jährigen waren es 2022 in einer repräsentativen Befragung 5 Prozent, darin enthalten 1 Prozent Veganer.

Für die vegane Ernährung nennt der Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums 1 Prozent für 2020 und 2 Prozent für 2021. Eine Forsa-Umfrage sah 2023 3 Prozent. Das Max Rubner-Institut kam 2025 bei über 3.000 Befragten wieder auf 1 Prozent. Vegetarier sind also mehrfach so zahlreich wie Veganer, und die vegane Gruppe liegt seit Jahren im Bereich von ein bis drei Prozent.

Was die DGE 2024 empfiehlt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat ihre Position zur veganen Ernährung im Juni 2024 neu bewertet. Für gesunde Erwachsene kann eine vegane Ernährung demnach gesundheitsfördernd sein, unter drei Bedingungen: ein Vitamin-B12-Präparat, eine ausgewogene Lebensmittelauswahl und eine bedarfsdeckende Zufuhr der kritischen Nährstoffe.

Als kritisch nennt die DGE neben Vitamin B12 auch Jod, Protein, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Vitamin B2, Calcium, Eisen, Zink, Selen und Vitamin A. Für Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und ältere Menschen gibt die DGE keine eindeutige Empfehlung, weil die Datenlage dünn ist und Mangel in diesen Gruppen teilweise nicht rückgängig zu machen wäre.

Der Grund für die B12-Regel: Nach etablierter Fachmeinung enthält keine pflanzliche Nahrung ausreichende Mengen der verwertbaren Form dieses Vitamins. Vegetarier decken es über Milch und Eier, Veganer müssen es ergänzen.

Warum Honig die Grenze zeigt

An Honig siehst du den Unterschied am deutlichsten. Für Honig stirbt keine Biene, also passt er zum Vegetarismus. Honig ist aber ein Erzeugnis tierischen Ursprungs, deshalb fällt er nach der Definition von 2016 aus der veganen Küche heraus.

Dasselbe gilt für Milch, Eier, Wolle und Daunen. Vegetarismus ist eine Regel für den Teller. Veganismus ist eine Regel für alles, was vom Tier kommt.

Häufige Fragen

Ist vegan automatisch gesünder als vegetarisch?

Nein. Die DGE knüpft die vegane Ernährung an ein B12-Präparat und eine sorgfältige Lebensmittelauswahl. Wer nur Fleisch, Milch und Eier weglässt und sonst nichts plant, riskiert Mängel.

Dürfen Vegetarier Fisch essen?

Nein. Fisch stammt von einem getöteten Tier. Wer Fisch isst, ist Pescetarier.

Ist Käse vegetarisch?

Nur wenn er ohne tierisches Lab hergestellt wurde. Viele Hartkäse enthalten Lab aus Kälbermägen. Ein Hinweis wie „mikrobielles Lab“ oder ein V-Label schafft Klarheit.

Was ist rechtlich „vegan“ auf einer Packung?

Ein Gesetz dafür gibt es weder in Deutschland noch in der EU. Die Verbraucherschutzministerkonferenz hat am 22. April 2016 eine Definition beschlossen, an der sich Behörden und Hersteller orientieren.

Ist Honig vegan?

Nein. Honig ist ein Erzeugnis tierischen Ursprungs.

Können Kinder vegan essen?

Die DGE gibt dafür keine eindeutige Empfehlung und rät für Kinder, Schwangere und Stillende zu einer qualifizierten Ernährungsberatung, weil Mängel in diesen Phasen schwer wiegen.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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