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Kurzantwort: Frösche sind schlank, haben glatte, feuchte Haut, lange Hinterbeine und hüpfen weit. Kröten sind plump, haben trockene, warzige Haut, kurze Beine und laufen eher. Frösche legen ihre Eier in Klumpen ab, Kröten in langen Schnüren. Biologisch ist die Trennung unscharf: Beide gehören zur Ordnung der Froschlurche, und „Frosch“ wie „Kröte“ sind Alltagsnamen, keine wissenschaftlichen Gruppen.
Im Frühjahr, wenn die Tiere zu ihren Laichgewässern wandern, taucht die Frage jedes Jahr auf: Ist das da auf der Straße ein Frosch oder eine Kröte? Mit ein paar Merkmalen lässt sich das in den meisten Fällen auf den ersten Blick sagen.
Gleichzeitig lohnt ein Blick in die Systematik. Denn was Biologen unter Kröten und Fröschen verstehen, deckt sich nur zum Teil mit dem, was wir im Garten so nennen.
Hier bekommst du die Unterschiede als Tabelle, die beiden häufigsten Arten in Deutschland im Vergleich und die Auflösung, warum die Grenze verschwimmt.
Frosch und Kröte gehören zur selben Ordnung
Beide sind Froschlurche, wissenschaftlich Anura, was „schwanzlos“ bedeutet. Diese Ordnung ist mit rund 7.680 Arten in 56 bis 58 Familien die bei weitem artenreichste der drei Amphibien-Ordnungen. Alle Froschlurche haben nur als Larve im Wasser einen Schwanz, der sich bei der Verwandlung zurückbildet.
Innerhalb der Ordnung gibt es eine Familie namens Kröten (Bufonidae) mit 652 Arten und eine Familie Echte Frösche (Ranidae). Daneben stehen Dutzende weitere Familien wie Laubfrösche, Unken oder Schaufelfußkröten. Laut Wikipedia sind die Bezeichnungen „Frosch“ und „Kröte“ systematisch nicht eindeutig abgegrenzt, in der Realität verschwimmen die Merkmale häufig.
Für den Alltag reicht die Faustregel: schlank, glatt, feucht und springend heißt Frosch, gedrungen, warzig, trocken und laufend heißt Kröte.
Unterschied zwischen Frosch und Kröte in der Tabelle
| Merkmal | Frosch | Kröte |
|---|---|---|
| Körperbau | Schlank, agil | Plump, gedrungen |
| Haut | Glatt und feucht | Trocken und warzig |
| Hinterbeine | Lang, gebaut zum Springen | Kurz, gebaut zum Laufen |
| Fortbewegung | Weite Sprünge | Schreitet auf allen vieren, hüpft nur bei Gefahr kurz |
| Laich | Ballen oder Klumpen | Lange Schnüre |
| Giftdrüsen | Vorhanden, weniger auffällig | Auffällige Ohrdrüsen (Parotiden) hinter den Augen |
| Aufenthalt | Oft in Gewässernähe | Außerhalb der Laichzeit meist an Land |
| Beispiel in Deutschland | Grasfrosch, Teichfrosch, Laubfrosch | Erdkröte, Kreuzkröte, Wechselkröte |
Erdkröte und Grasfrosch im direkten Vergleich
Die Erdkröte (Bufo bufo) ist die bekannteste Kröte Mitteleuropas. Männchen werden bis zu neun, Weibchen bis zu zwölf Zentimeter lang. Ihre Oberseite ist von warzigen Hautdrüsen übersät, hinter den Augen sitzen die bohnenförmigen Parotiden mit Abwehrsekret. Sie bewegt sich schreitend fort, bei Störung auch hüpfend. Erdkröten sind dämmerungsaktiv und verbringen den Tag unter Steinen oder Totholz.
Der Grasfrosch (Rana temporaria) ist ihr Gegenstück unter den Fröschen. Er wird höchstens elf Zentimeter lang, meist sieben bis neun. Typisch ist der dunkle, dreieckige Schläfenfleck hinter dem Auge. Seine Oberseite variiert von gelb bis dunkelbraun mit schwarzen Flecken, die Haut ist glatt, die Hinterbeine sind lang, und er springt. Nach der Laichzeit lebt er den Sommer über an Land und jagt nachts Insekten, Schnecken und Würmer.
Am deutlichsten unterscheiden sich beide am Laich. Ein Erdkrötenweibchen legt fünf bis acht Millimeter dicke Laichschnüre, zwei bis vier Meter lang, mit 3.000 bis 6.000 Eiern. Ein Grasfroschweibchen legt in der Regel einen einzigen Laichballen mit 700 bis 4.400 Eiern, meist 1.000 bis 2.500. Beide wandern in Mitteleuropa meist im März zu ihren Gewässern.
Warum die Grenze verschwimmt
Die Unke sieht aus wie eine kleine Kröte, gehört aber zu einer eigenen Familie. Der Laubfrosch klebt mit Haftscheiben an Blättern und gehört zur Familie der Laubfrösche (Hylidae), die mit über 1.000 Arten zu den größten Familien der Froschlurche zählt. Mit den Echten Fröschen ist er trotz glatter Haut nur entfernt verwandt.
Auch die Faustregel hat Ausnahmen. Es gibt Kröten mit vergleichsweise glatter Haut und Frösche, die eher laufen als springen. Wer nur Haut und Beine anschaut, liegt meistens richtig, aber eben nicht immer.
Der Grund: Die deutschen Namen entstanden lange vor der wissenschaftlichen Einteilung. Sie beschreiben das Aussehen, keine Verwandtschaft. Wer es genau wissen will, schaut auf die Familie, für den Gartenteich reicht die Faustregel.
Beide brauchen Schutz
In Deutschland leben laut NABU 21 Amphibienarten, darunter Kröten, Frösche, Unken, Molche und Salamander. Die größte Gefahr für Erdkröten und Grasfrösche ist der Straßenverkehr während der Frühjahrswanderung, wenn Straßen die Wege zu den Laichgewässern durchkreuzen. Der NABU organisiert dazu jedes Jahr Krötenzäune und Sammelaktionen mit ehrenamtlichen Helfern.
Häufige Fragen
Ist eine Kröte ein Frosch?
Beide sind Froschlurche, insofern ja. Im engeren Sinn bilden Kröten die Familie Bufonidae und Echte Frösche die Familie Ranidae, das sind zwei verschiedene Gruppen innerhalb derselben Ordnung.
Können Kröten springen?
Ein bisschen. Die Erdkröte bewegt sich normalerweise schreitend fort, bei Beunruhigung macht sie kurze Hüpfer. Weite Sprünge wie ein Grasfrosch schafft sie mit ihren kurzen Hinterbeinen nicht.
Sind Kröten giftig?
Ihre Hautdrüsen, vor allem die Parotiden, geben ein Abwehrsekret ab, das Fressfeinde abschreckt. Für Menschen ist Anfassen ungefährlich, danach Hände waschen und nicht an die Augen fassen.
Wie unterscheide ich den Laich?
Krötenlaich hängt in langen, dünnen Schnüren an Wasserpflanzen. Froschlaich schwimmt als Ballen oder Klumpen an der Oberfläche. Das ist das sicherste Merkmal am Teich.
Wann wandern Frösche und Kröten?
In Mitteleuropa meist im März, sobald die Nächte mild und feucht sind. Erdkröten wandern oft massenhaft und synchron, Grasfrösche laichen meist Mitte bis Ende März.
Wie alt werden Erdkröten?
In freier Natur laut Wikipedia höchstens zehn bis zwölf Jahre. Die meisten Tiere sterben deutlich früher, viele schon als Larve oder auf dem Weg zum Laichgewässer.
Quellen
- Wikipedia – Froschlurche
- Wikipedia – Erdkröte
- Wikipedia – Grasfrosch
- NABU – Amphibien in Deutschland
Das passt dazu
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Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.







