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Unterschied zwischen Debit- und Kreditkarte: Tabelle & Tipps

Kurzantwort: Bei einer Debitkarte wird jede Zahlung sofort von deinem Girokonto abgebucht. Bei einer Kreditkarte sammelt die Bank die Zahlungen und bucht sie zeitversetzt ab, meist einmal im Monat. Debitkarten gibt es oft kostenlos zum Konto, Kreditkarten kosten in der Regel extra, werden dafür bei Hotels, Mietwagen und im Ausland häufiger akzeptiert. Erkennbar ist der Typ am Aufdruck „Debit“ oder „Credit“ auf der Karte.

Beide Karten sehen fast gleich aus: 16 Ziffern, Ablaufdatum, dein Name, das Logo von Visa oder Mastercard. Trotzdem passiert im Hintergrund etwas Verschiedenes, sobald du an der Kasse die Karte hinhältst.

Seit Banken immer öfter eine Debit Mastercard oder Visa Debit statt der alten Girocard ausgeben, häufen sich die Verwechslungen. Am Automaten funktioniert alles, im Hotelurlaub plötzlich nicht mehr.

Dieser Text erklärt Begriffe und Abläufe. Er ersetzt keine Finanzberatung. Welche Karte zu dir passt, hängt von deinem Konto, deinen Reisen und deiner Bank ab.

Was ist eine Debitkarte?

Eine Debitkarte ist direkt mit deinem Girokonto verbunden. Zahlst du oder hebst du Geld ab, belastet die Bank das Konto sofort. Du kannst nur ausgeben, was auf dem Konto ist oder was dein Dispo hergibt. Die bekannteste deutsche Debitkarte ist die Girocard, früher EC-Karte genannt.

Die Girocard funktioniert laut BaFin nur in Deutschland und taugt nicht für Online-Einkäufe. Deshalb geben viele Banken inzwischen Debitkarten der Kreditkartenfirmen aus, also Debit Mastercard oder Visa Debit. Sie buchen genauso sofort ab, funktionieren aber online und werden im Ausland häufiger angenommen.

Mastercard hat die Ausgabe neuer Maestro-Karten zum 1. Juli 2023 eingestellt, bestehende Karten laufen bis Ende 2027. Das erklärt, warum viele gerade eine neue Karte mit dem Aufdruck „Debit“ bekommen haben.

Was ist eine Kreditkarte?

Bei einer Kreditkarte räumt dir die Bank einen Kreditrahmen ein. Die Zahlungen werden gesammelt und, laut Verbraucherzentrale, zeitversetzt am Monatsende abgebucht. Bis dahin hat dir die Bank das Geld vorgestreckt, daher der Name.

Die BaFin unterscheidet zwei Typen. Die Charge Card ist in Deutschland am häufigsten: Der Gesamtbetrag wird am Ende des Abrechnungszeitraums, meist nach einem Monat, per Lastschrift vom Girokonto eingezogen. Bis zu diesem Termin fallen keine Sollzinsen an.

Die echte Kreditkarte, auch Revolving Card, erlaubt Ratenzahlung. Du zahlst nur eine Mindestrate, der Rest bleibt als Kredit stehen und kostet Zinsen. Die BaFin warnt, dass manche Karten fast 25 Prozent effektiven Jahreszins verlangen, rund das Dreifache eines durchschnittlichen Ratenkredits.

Unterschied zwischen Debit- und Kreditkarte in der Tabelle

Merkmal Debitkarte Kreditkarte
Abbuchung Sofort vom Girokonto Gesammelt, meist einmal im Monat
Kredit Nein, nur Kontoguthaben oder Dispo Ja, Kreditrahmen der Bank
Kosten Oft kostenlos zum Girokonto Meist Jahresgebühr
Zinsen Nur Dispozinsen bei Überziehung Charge Card: keine bis zur Abrechnung; Revolving: bis fast 25 Prozent effektiv
Online bezahlen Girocard nein, Debit Mastercard/Visa Debit ja Ja
Ausland Girocard nur Deutschland, Debit-Karten der Kartenfirmen weltweit, aber seltener akzeptiert Weltweit, am breitesten akzeptiert
Hotel- und Mietwagenkaution Häufig Probleme Standard
Ausgabenkontrolle Hoch, Kontostand sinkt sofort Geringer, Rechnung kommt später
Erkennung Aufdruck „Debit“ Aufdruck „Credit“
Sperren bei Verlust Sperr-Notruf 116 116 Sperr-Notruf 116 116

Warum die Debitkarte im Hotel scheitert

Hotels und Autovermieter blockieren bei der Anreise eine Kaution auf der Karte. Bei einer Kreditkarte reservieren sie einen Teil des Kreditrahmens, ohne dass Geld fließt. Bei einer Debitkarte gibt es keinen Kreditrahmen, viele Anbieter lehnen sie deshalb ab oder buchen die Kaution tatsächlich vom Konto ab. Die Verbraucherzentrale rät, für Kautionen bei Hotels und Mietwagen eine echte Kreditkarte mitzunehmen.

Prüfe vor der Reise, welche Karte der Anbieter akzeptiert. Der Aufdruck „Debit“ auf der Vorder- oder Rückseite verrät dir, welche Karte du in der Hand hast.

Die Kostenfalle Teilzahlung

Bei echten Kreditkarten liegt die Mindestrate laut BaFin oft nur bei 2 bis 10 Prozent des offenen Betrags. Der Rest bleibt stehen und verzinst sich. Die BaFin rechnet vor: Bei 1.500 Euro Schulden und 20 Prozent Zinsen dauert die Rückzahlung mit 3 Prozent Mindestrate rund 80 Monate, mit einer festen Rate nur 12 Monate.

Ihr Rat: die Teilzahlung ausschalten oder eine feste Rate wählen, keine Bargeldabhebungen über den Kreditrahmen, und Teilzahlung nie mit „Jetzt kaufen, später zahlen“-Angeboten kombinieren.

Sicherheit und Haftung

Bei beiden Kartentypen gilt: Verlust sofort unter 116 116 melden. Nach drei falschen PIN-Eingaben sperrt sich die Karte. Wird die Karte missbraucht, erstattet die Bank den Schaden, laut BaFin eventuell abzüglich eines Selbstbehalts von höchstens 50 Euro. Hast du grob fahrlässig gehandelt, etwa die PIN auf die Karte geschrieben, kann die Haftung höher ausfallen.

Häufige Fragen

Ist die Girocard eine Debitkarte?

Ja. Die Girocard ist die deutsche Debitkarte, jede Zahlung geht sofort vom Konto ab. Sie funktioniert laut BaFin nur in Deutschland und nicht im Online-Handel.

Ist eine Debit Mastercard eine Kreditkarte?

Nein. Sie trägt das Mastercard-Logo, bucht aber sofort vom Girokonto ab. Es gibt keinen Kreditrahmen. Erkennbar am Aufdruck „Debit“.

Welche Karte ist im Ausland besser?

Die Kreditkarte, weil sie am breitesten akzeptiert wird und Kautionen ermöglicht. Eine Debit Mastercard oder Visa Debit funktioniert weltweit an Automaten und in Geschäften, scheitert aber öfter bei Hotels und Mietwagen.

Was kostet eine Kreditkarte?

Meist eine Jahresgebühr, die Höhe hängt von Bank und Karte ab. Manche Banken bieten Karten ohne Gebühr an, verlangen dann aber oft Zinsen bei Teilzahlung oder Gebühren fürs Geldabheben.

Kann ich mit einer Kreditkarte Schulden machen?

Ja, bei einer echten Kreditkarte mit Teilzahlung. Zahlst du nur die Mindestrate, wächst der Rest mit bis zu fast 25 Prozent Zinsen. Bei einer Charge Card wird der volle Betrag monatlich eingezogen.

Wie erkenne ich, welche Karte ich habe?

Am kleinen Aufdruck „Debit“ oder „Credit“ auf der Vorder- oder Rückseite. Fehlt er, hilft ein Blick in die Kontounterlagen oder ein Anruf bei der Bank.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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