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Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis: Tabelle & Erklärung

Kurzantwort: Arthrose ist ein Verschleiß des Gelenkknorpels, der sich über Jahre abreibt. Arthritis ist eine Entzündung des Gelenks, bei der häufigsten Form, der rheumatoiden Arthritis, greift das Immunsystem die Gelenkinnenhaut an. Arthrose schmerzt vor allem bei Belastung und beim Loslaufen, Arthritis auch in Ruhe und nachts, mit warmen, weichen Schwellungen und Morgensteifigkeit über eine Stunde.

Beide Wörter beginnen mit „Arthr“, das griechische Wort für Gelenk. Die Endung macht den Unterschied: „-ose“ steht in der Medizin für einen Verschleiß oder eine Abnutzung, „-itis“ für eine Entzündung. Damit ist der Kern schon gesagt, im Alltag werden die Begriffe trotzdem ständig verwechselt.

Die Verwechslung hat Folgen, weil beide Krankheiten anders behandelt werden. Bei Arthrose helfen Bewegung und Gewichtsabnahme, bei rheumatoider Arthritis müssen Medikamente das Immunsystem bremsen, und zwar möglichst früh.

Dieser Text erklärt die Begriffe und ersetzt keinen Arztbesuch. Bei Gelenkschmerzen, die länger als ein paar Wochen anhalten, gehört die Abklärung in eine Praxis, bei Verdacht auf Rheuma in eine rheumatologische.

Was ist Arthrose?

Bei Arthrose wird die schützende Knorpelschicht im Gelenk dünner, der Gelenkspalt schmaler, und am Knochenrand können Auswüchse entstehen. Die Deutsche Rheuma-Liga nennt als Auslöser Überlastung, Verletzungen, Fehlstellungen, Übergewicht, Bewegungsmangel und erbliche Veranlagung. Betroffen sind vor allem Knie, Hüfte und Finger.

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung. Laut Rheuma-Liga sind in Deutschland mindestens fünf Millionen Menschen aktiv erkrankt. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zitiert eine deutsche Studie, in der 2 Prozent der Erwachsenen von Hüftarthrose, 4 Prozent von Kniearthrose und 2 Prozent von Fingerarthrose in den letzten zwölf Monaten berichteten.

Typisch ist der Anlaufschmerz: Die ersten Schritte nach dem Sitzen tun weh, dann wird es besser. Dazu kommt der Belastungsschmerz beim Treppensteigen oder längeren Gehen. Schwellungen sind eher fest und nicht auffällig warm.

Was ist Arthritis?

Arthritis ist der Oberbegriff für Gelenkentzündungen. Sie kann durch Bakterien entstehen, durch Gicht, durch Schuppenflechte oder als Autoimmunerkrankung. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis. Dabei greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an und entzündet die Gelenkinnenhaut.

In Deutschland leben laut Rheuma-Liga rund 830.000 Menschen mit rheumatoider Arthritis. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer, die Erkrankung beginnt meist nach dem 50. Lebensjahr. Sie kann aber auch früher auftreten.

Die Warnzeichen: Morgensteifigkeit von mehr als 60 Minuten, weiche Schwellungen an mehreren Gelenken über mindestens sechs Wochen, oft symmetrisch an beiden Händen oder Füßen. Dazu kommen Müdigkeit, Leistungsschwäche, manchmal Fieber und Nachtschweiß.

Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis in der Tabelle

Merkmal Arthrose Arthritis (rheumatoide)
Wortbedeutung Gelenkverschleiß („-ose“) Gelenkentzündung („-itis“)
Ursache Abrieb des Knorpels durch Belastung, Alter, Verletzung, Fehlstellung Fehlgeleitetes Immunsystem greift die Gelenkinnenhaut an
Häufigkeit in Deutschland Mindestens 5 Millionen aktiv Erkrankte Rund 830.000 Erkrankte
Typisches Alter Meist ab 50, nimmt mit dem Alter zu Beginn meist nach 50, auch früher möglich
Schmerz Anlaufschmerz, Belastungsschmerz, in Ruhe besser Auch in Ruhe und nachts, Morgensteifigkeit über 60 Minuten
Schwellung Fest, nicht auffällig warm Weich, warm, oft symmetrisch an mehreren Gelenken
Betroffene Gelenke Knie, Hüfte, Fingerendgelenke Finger- und Handgelenke, Zehen, oft beidseitig
Diagnose Untersuchung, Röntgen, bei Bedarf Ultraschall oder MRT Blutwerte (Rheumafaktor, CCP-Antikörper, CRP), Ultraschall, Röntgen
Behandlung Bewegung, Krankengymnastik, Gewichtsabnahme, Schmerzmittel, zuletzt Gelenkersatz Basismedikamente wie Methotrexat, Biologika, JAK-Hemmer, Kortison, Physiotherapie
Allgemeinsymptome Keine Müdigkeit, Fieber, Nachtschweiß möglich

Wie beide Krankheiten erkannt werden

Bei Arthrose reichen meist die Untersuchung des Gelenks und ein Röntgenbild. Es zeigt den schmalen Gelenkspalt und die Knochenanbauten. Ultraschall oder MRT kommen dazu, wenn Knorpel und Weichteile genauer beurteilt werden sollen.

Bei rheumatoider Arthritis liefern Blutwerte Hinweise. Rheumafaktoren finden sich bei rund 70 Prozent der Betroffenen, CCP-Antikörper gelten als besonders aussagekräftig, erhöhte Entzündungswerte wie CRP und Blutsenkung kommen dazu. Ultraschall zeigt die entzündete Gelenkinnenhaut, Röntgen später Schäden am Knochen.

Warum die Behandlung so unterschiedlich ist

Arthrose lässt sich nicht rückgängig machen, der Verlauf ist aber beeinflussbar. Das IQWiG nennt Bewegung und gezieltes Training als wichtigste Maßnahmen, außerdem eine Gewichtsabnahme von mindestens 5 bis 10 Prozent bei Übergewicht. Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen helfen in Schüben. Erst wenn nichts mehr geht, kommt ein künstliches Gelenk.

Bei rheumatoider Arthritis zählt Zeit. Die Rheuma-Liga nennt Basismedikamente wie Methotrexat, Leflunomid und Sulfasalazin, außerdem Biologika und seit 2017 Janus-Kinase-Hemmer als Tabletten. Kortison bremst die Entzündung schnell. Ziel ist, die Entzündung zu stoppen, bevor sie das Gelenk dauerhaft zerstört.

Ein Gelenk kann übrigens beides haben. Wird ein Arthrosegelenk gereizt, entzündet es sich, Ärzte sprechen dann von aktivierter Arthrose. Umgekehrt kann eine lange Entzündung den Knorpel so schädigen, dass eine Arthrose folgt.

Häufige Fragen

Ist Arthrose Rheuma?

Im weiten Sinn ja: Rheuma ist ein Sammelbegriff für viele Erkrankungen des Bewegungsapparats, Arthrose zählt dazu. Im engen Sinn meint Rheuma meist die entzündlichen Formen wie die rheumatoide Arthritis.

Woran erkenne ich selbst den Unterschied?

Schmerzt das Gelenk beim Loslaufen und unter Belastung und ist in Ruhe besser, spricht das für Arthrose. Ist es morgens länger als eine Stunde steif, weich und warm geschwollen, womöglich an beiden Händen, spricht das für eine Arthritis. Sicherheit gibt nur die ärztliche Untersuchung.

Kann Arthritis geheilt werden?

Eine bakterielle Arthritis heilt mit Antibiotika aus. Rheumatoide Arthritis ist chronisch, lässt sich mit Medikamenten aber oft so weit bremsen, dass Betroffene beschwerdefrei leben.

Hilft Bewegung bei beiden?

Ja. Bei Arthrose ist Bewegung die wichtigste Maßnahme, weil Knorpel über Bewegung ernährt wird. Bei rheumatoider Arthritis gehören Physiotherapie und Bewegungsprogramme zur Behandlung, im akuten Schub angepasst.

Welche Gelenke sind jeweils typisch?

Arthrose trifft vor allem Knie, Hüfte und die Fingerendgelenke. Rheumatoide Arthritis beginnt oft an den Fingergrund- und Mittelgelenken, den Handgelenken und Zehen, meist auf beiden Seiten.

Zu welchem Arzt gehe ich?

Erster Ansprechpartner ist die Hausarztpraxis oder eine orthopädische Praxis. Bei Verdacht auf eine entzündliche Form überweist sie an eine Rheumatologin oder einen Rheumatologen.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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