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Kurzantwort: Matcha ist zu feinem Pulver vermahlener grüner Tee aus Japan. Das Wort bedeutet „gemahlener Tee“. Die Teesträucher werden vor der Ernte einige Wochen beschattet, die Blätter gedämpft, getrocknet, entstielt und in Steinmühlen gemahlen. Anders als bei Blatttee trinkst du das ganze Blatt mit: Das Pulver wird mit heißem Wasser schaumig geschlagen. Deshalb enthält Matcha mehr Koffein als aufgegossener Grüntee, aber auch alles, was sonst im Blatt bleibt.
Matcha-Latte im Café, Matcha-Eis, Matcha-Müsli: Das grüne Pulver ist aus der japanischen Teezeremonie in den westlichen Alltag gewandert. Mit ihm kamen Versprechen: entgiftend, zellschützend, schlank machend. Für keines davon gibt es eine zugelassene Werbeaussage.
Hier liest du, wie Matcha hergestellt wird, was drinsteckt, wie man ihn zubereitet, was die Qualitätsstufen bedeuten, warum der Begriff rechtlich nicht geschützt ist und worauf die Verbraucherzentrale beim Verzehr hinweist.
Die Definition
Matcha ist laut Wikipedia ein zu Pulver vermahlener Grüntee, der in der japanischen Teezeremonie verwendet wird. Die japanischen Schriftzeichen bedeuten „gemahlener Tee“. Der Unterschied zu anderem Grüntee liegt in drei Schritten: Beschattung vor der Ernte, Entstielen der Blätter und das Mahlen zu Pulver. Das Ausgangsmaterial, die gedämpften, getrockneten und entstielten Blätter, heißt Tencha.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass „Matcha“ im Lebensmittelrecht kein geschützter Begriff ist. Es ist also nicht festgelegt, welche Eigenschaften ein Pulver haben muss, um so heißen zu dürfen. Ob ein Produkt nach dem traditionellen, aufwendigen Verfahren hergestellt wurde, lässt sich am Namen allein nicht erkennen.
Die Zubereitung von gemahlenem Tee entwickelte sich laut Wikipedia wahrscheinlich im 6. Jahrhundert in China. Der Mönch Eisai brachte 1191 Teesamen und den Chan-Buddhismus nach Japan. Im 16. Jahrhundert formte Sen no Rikyū die japanische Teezeremonie, in deren Mittelpunkt Matcha bis heute steht.
So wird Matcha hergestellt
- Beschatten: Etwa zwei bis vier Wochen vor der Ernte werden die Sträucher mit Netzen abgedeckt. Die Pflanze bildet mehr Chlorophyll, die Blätter werden dunkelgrün und milder.
- Ernten und Dämpfen: Die Blätter werden gepflückt und kurz gedämpft, damit die Oxidation stoppt und die grüne Farbe bleibt.
- Trocknen und Entstielen: Stiele und Blattadern werden entfernt. Übrig bleibt Tencha.
- Mahlen: Granitsteinmühlen zerreiben Tencha zu feinstem Pulver. Laut Wikipedia braucht eine Mühle etwa eine Stunde für 30 Gramm.
Das langsame Mahlen erklärt den Preis. Es verhindert, dass das Pulver durch Reibungswärme an Aroma verliert.
Was in Matcha steckt
| Inhaltsstoff | Gehalt laut Wikipedia |
|---|---|
| Koffein | 18,9 bis 44,4 mg je Gramm Pulver |
| L-Theanin | typisch um 10 mg je Gramm, bis 44,6 mg je Gramm |
| Catechine (u. a. EGCG) | vorhanden, Menge je nach Qualität |
| Vitamine | A, B, C, E und Carotine |
Mit 1 bis 2 Gramm Pulver pro Tasse liegt der Koffeingehalt zwischen rund 20 und 90 Milligramm. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Matcha je nach Rezeptur mit einem Espresso mithalten kann. Weil das ganze Blatt getrunken wird, nimmst du auch unerwünschte Stoffe auf, die beim Aufguss im Blatt bleiben würden.
Zubereitung: Usucha und Koicha
Für Usucha, den dünnen Tee, wird wenig Pulver mit viel Wasser in einer Schale mit dem Chasen, einem Bambusbesen, schaumig geschlagen. Koicha, der starke Tee, verwendet viel Pulver und wenig Wasser und wird eher verrührt als geschlagen; er ist dickflüssig und wird meist aus hochwertigem Matcha bereitet. Für Matcha-Latte wird das Pulver zuerst mit wenig heißem Wasser glatt gerührt und dann mit aufgeschäumter Milch aufgefüllt.
Die Qualitätsstufen
Händler unterscheiden laut Wikipedia mehrere Stufen, die rechtlich nicht geschützt sind. Contest Grade stammt aus der ersten Ernte mit 28 Tagen Beschattung und wird in kleinen Chargen von Hand gefertigt. Ceremonial Grade kommt ebenfalls aus der ersten Ernte und ist intensiv grün. Barista- oder Café-Grade stammt aus der zweiten Ernte, schmeckt kräftiger und leicht herb und eignet sich für Latte. Culinary Grade kommt aus späteren Ernten mit weniger Beschattung und ist zum Kochen und Backen gedacht.
Worauf die Verbraucherzentrale hinweist
Für Matcha gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Werbeaussage, auch nicht für grünen Tee allgemein. Aussagen wie „entgiftet“ oder „hilft beim Abnehmen“ sind auf Produkten unzulässig.
Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart zeigen, dass Matcha Aluminium enthalten kann, das die Teepflanze aus dem Boden aufnimmt. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, nicht mehr als 1 Gramm Pulver pro Tasse und höchstens dreimal täglich zu trinken, Marken zu wechseln und auch andere Getränke zu nutzen. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte Abstand zur Einnahme halten, weil grüner Tee mit verschiedenen Arzneimitteln wechselwirken kann. Wegen des Koffeins ist Matcha für Kinder ungeeignet, Schwangere und Stillende sollten ihn nur in Maßen trinken.
Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich bei Fertigprodukten: Müslis oder Drinks enthalten laut Verbraucherzentrale oft nur 0,5 bis 2 Prozent Matcha.
Häufige Fragen
Wie viel Koffein hat Matcha?
Laut Wikipedia 18,9 bis 44,4 Milligramm je Gramm Pulver. Eine Tasse mit 2 Gramm kann so viel Koffein wie ein Espresso enthalten.
Ist Matcha gesünder als grüner Tee?
Belegte Gesundheitsaussagen gibt es für beide nicht. Weil du bei Matcha das ganze Blatt trinkst, nimmst du mehr von allem auf, auch von Koffein und Aluminium.
Wie viel Matcha am Tag?
Die Verbraucherzentrale empfiehlt höchstens 1 Gramm pro Tasse und höchstens drei Tassen am Tag.
Warum ist Matcha so teuer?
Wegen der Beschattung, der Handarbeit beim Entstielen und dem langsamen Mahlen in Steinmühlen, das nur etwa 30 Gramm pro Stunde liefert.
Was bedeutet Ceremonial Grade?
Matcha aus der ersten Ernte mit intensiv grüner Farbe, gedacht zum Trinken mit Wasser. Der Begriff ist nicht geschützt.
Wie bewahre ich Matcha auf?
Luftdicht, dunkel und kühl. Das feine Pulver verliert bei Licht und Luft schnell Farbe und Aroma.
Quellen
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