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Was ist mein Auto wert? So ermittelst du den Preis richtig

Kurzantwort: Was dein Auto wert ist, hängt davon ab, wem du es verkaufst. Der Händlereinkaufswert ist der niedrigste Wert, der Händlerverkaufspreis der höchste, der Privatverkauf liegt dazwischen. Einen ersten Anhaltspunkt liefern kostenlose Online-Rechner von ADAC und DAT, die aus Modell, Erstzulassung und Kilometerstand einen Durchschnittspreis berechnen. Den genauen Wert deines Wagens mit seinem Zustand und seiner Ausstattung ermittelt nur ein Gutachten oder ein Gebrauchtwagen-Check.

Bevor du dein Auto verkaufst, in Zahlung gibst oder nach einem Unfall mit der Versicherung verhandelst, brauchst du eine Zahl. Das Problem: Es gibt nicht die eine Zahl. Derselbe Wagen ist beim Händlerankauf, im Privatverkauf und im Schaufenster des Autohauses unterschiedlich viel wert.

Hier liest du, welche drei Werte es gibt, was den Preis bestimmt, wie du den Wert Schritt für Schritt herausfindest, welche Rechner seriös sind und warum Online-Angebote von Ankaufportalen mit Vorsicht zu genießen sind.

Die drei Werte, die ein Auto hat

Wert Was er bedeutet Wer ihn zahlt
Händlereinkaufswert Der Preis, den ein Händler beim Ankauf zahlt. Er kalkuliert Aufbereitung, Gewährleistung und Gewinn ein. Autohaus, Ankaufportal
Privatverkaufspreis Der Preis zwischen zwei Privatpersonen, ohne Händlermarge, ohne Gewährleistung. Privater Käufer
Händlerverkaufspreis Der Preis, zu dem der Händler das Auto aufbereitet und mit Gewährleistung anbietet. Endkunde beim Händler

Der ADAC schreibt, dass der Privatverkauf in der Regel den höheren Preis bringt als der Verkauf an ein Ankaufportal. Im Gegenzug hast du den Aufwand mit Inseraten, Probefahrten und Abmeldung selbst.

Was den Wert bestimmt

Die Schwacke-Liste, laut Wikipedia seit 1957 der Klassiker der Fahrzeugbewertung, ermittelt den Restwert anhand von vier Merkmalen: Fahrzeugtyp, Baujahr, Ausstattung und Kilometerstand. Dazu kommt in der Praxis der Zustand: Unfallschäden, Rost, Verschleiß, Scheckheft, Anzahl der Vorbesitzer, Restlaufzeit der Hauptuntersuchung und die Nachfrage nach genau diesem Modell in deiner Region.

Die Ausstattung wird häufig unterschätzt. Die DAT weist darauf hin, dass Sonderausstattung, die in der Online-Bewertung nicht berücksichtigt wird, den Fahrzeugwert um bis zu 30 Prozent erhöhen kann.

So findest du den Wert heraus

  1. Daten sammeln: Fahrzeugschein bereitlegen. Du brauchst Hersteller, Modell, Motorisierung, Erstzulassung und Kilometerstand. Über die Schlüsselnummern im Schein finden Rechner das genaue Modell.
  2. Online-Rechner nutzen: ADAC und DAT bieten kostenlose Bewertungen. Das Ergebnis ist ein Durchschnittswert für dein Modell mit deinem Kilometerstand.
  3. Inserate vergleichen: Suche auf Gebrauchtwagenportalen nach demselben Modell, Baujahr und ähnlicher Laufleistung. Die Angebotspreise liegen meist über dem, was am Ende gezahlt wird.
  4. Zustand ehrlich bewerten: Jede Delle, jeder Kratzer und jede fällige Reparatur senkt den Preis. Wer die Mängel kennt, verhandelt besser.
  5. Bei Bedarf prüfen lassen: Ein Gebrauchtwagen-Check oder ein Gutachten liefert eine belastbare Zahl, die auch vor Versicherung oder Gericht Bestand hat.

Die Rechner von ADAC und DAT

Der ADAC Gebrauchtwagenpreis-Rechner enthält Fahrzeuge der letzten zehn Jahre und berechnet den durchschnittlichen Händlerverkaufspreis anhand des genauen Fahrzeugs und des Kilometerstands. Du kannst über Fahrzeugdaten oder über den Fahrzeugschein suchen. Wichtig: Das ist der Preis, den ein Händler verlangt, nicht der, den du beim Verkauf bekommst.

Die DAT, die Deutsche Automobil Treuhand, gibt laut Wikipedia seit 1987 ihre eigene Werteliste heraus und bietet online eine kostenlose Gebrauchtfahrzeugbewertung an. Ihre Sachverständigen sind öffentlich bestellt und vereidigt; die Organisation bewertet nach eigenen Angaben seit 1931 Fahrzeuge.

Die Schwacke-Liste ist laut Wikipedia seit Anfang 2020 für Privatpersonen nicht mehr einsehbar und hat damit für den allgemeinen Markt an Bedeutung verloren. Händler und Gutachter nutzen sie weiter.

Vorsicht bei Ankaufportalen

Portale wie wirkaufendeinauto.de nennen nach Eingabe der Daten sofort einen Preis. Der ADAC hat 2017 in einer Stichprobe drei Autos von Mitarbeitern zunächst im Prüfzentrum bewerten lassen und dann beim Portal vorgestellt. Online lagen die Angebote sogar etwas über dem ermittelten Händlereinkaufswert. Vor Ort gingen sie deutlich runter: Bei einem Mercedes 220 CDI Kombi wurden aus online 6.833 Euro ein Angebot von 3.610 Euro.

Das Portal erklärte dem ADAC damals, der Online-Preis sei ein statistischer Referenzwert; erst die Begutachtung vor Ort ergebe den Kaufpreis. Der ADAC rät deshalb, den Händlereinkaufswert vor dem Termin unabhängig ermitteln zu lassen, etwa im Gebrauchtwagen-Check eines ADAC-Prüfzentrums. In neueren Zuschriften an den ADAC berichten Mitglieder sowohl von reibungslosen Verkäufen als auch von Angeboten, die vor Ort auf einen Bruchteil sanken.

Wann sich ein Gutachten lohnt

Ein Wertgutachten eines Kfz-Sachverständigen kostet Geld, liefert aber eine neutrale Bewertung, die laut DAT von offiziellen Stellen anerkannt wird und vor Gericht Bestand hat. Es lohnt sich bei teuren Fahrzeugen, bei Oldtimern, bei Streit mit der Versicherung nach einem Unfall, bei der Scheidung oder Erbauseinandersetzung und wenn ein Auto mit umfangreicher Sonderausstattung verkauft wird, die Online-Rechner nicht abbilden. Das Gutachten dokumentiert außerdem verdeckte Mängel und schützt so vor späteren Streitigkeiten mit dem Käufer.

Häufige Fragen

Wo kann ich kostenlos herausfinden, was mein Auto wert ist?

Beim ADAC Gebrauchtwagenpreis-Rechner und bei der DAT. Beide brauchen Modell, Erstzulassung und Kilometerstand.

Warum bietet der Händler weniger als der Online-Rechner sagt?

Weil Rechner meist den Händlerverkaufspreis zeigen. Der Händler zahlt beim Ankauf den Händlereinkaufswert, der Aufbereitung, Gewährleistung und Gewinn abzieht.

Was ist die Schwacke-Liste?

Eine seit 1957 erscheinende Werteliste für Gebrauchtwagen nach Typ, Baujahr, Ausstattung und Kilometerstand. Seit 2020 ist sie für Privatpersonen nicht mehr zugänglich.

Erhöht Sonderausstattung den Wert?

Ja. Laut DAT kann Sonderausstattung, die Online-Rechner nicht erfassen, den Wert um bis zu 30 Prozent steigern.

Ist der Online-Preis eines Ankaufportals verbindlich?

Nein. Er ist ein Referenzwert. Das verbindliche Angebot entsteht erst nach der Begutachtung vor Ort und fällt oft niedriger aus.

Bekomme ich privat mehr für mein Auto?

In der Regel ja, schreibt der ADAC. Dafür trägst du den Aufwand für Inserat, Besichtigungen und Abmeldung selbst.

Quellen

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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