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Kurzantwort: NGO steht für Non-Governmental Organization, auf Deutsch Nichtregierungsorganisation oder kurz NRO. Gemeint ist ein Zusammenschluss von Menschen, der unabhängig vom Staat und ohne Gewinnabsicht für ein gesellschaftliches Ziel arbeitet, etwa für Menschenrechte, Umweltschutz oder humanitäre Hilfe. Bekannte Beispiele sind Amnesty International, Greenpeace und Ärzte ohne Grenzen. Der Begriff stammt aus der UN-Charta von 1945. Beim UN-Wirtschafts- und Sozialrat sind laut Wikipedia 4.990 Organisationen registriert.
In Nachrichten heißt es „NGOs kritisieren“, „eine NGO rettet Menschen im Mittelmeer“ oder „NGOs fordern ein Verbot“. Das Kürzel fällt so oft, dass es kaum noch erklärt wird. Dabei steckt eine ziemlich offene Definition dahinter.
NGO sagt zuerst, was eine Organisation nicht ist: keine Behörde, keine Regierung, kein Unternehmen. Was sie stattdessen tut, kann sehr verschieden sein. Der kleine Verein, der Flüchtlingen beim Amtsdeutsch hilft, ist genauso eine NGO wie eine Organisation mit Milliardenbudget.
Hier liest du, woher der Begriff kommt, was eine NGO ausmacht, welche Rechtsformen sie in Deutschland hat, wie sie sich finanziert und wo Kritik ansetzt.
Die Definition
Wikipedia beschreibt eine Nichtregierungsorganisation als „zivilgesellschaftlich zustande gekommenen Interessenverband, der nicht durch ein öffentliches Mandat legitimiert ist“. Die Bundeszentrale für politische Bildung fasst NGOs als „Organisationen, die auf der Basis privater Initiative transnationale politische und gesellschaftliche, aber auch soziale oder ökonomische Ziele vertreten“.
Drei Merkmale kommen in beiden Definitionen vor:
- Private Initiative: Bürgerinnen und Bürger gründen die Organisation, kein Gesetz und keine Behörde.
- Kein staatliches Mandat: Niemand hat die NGO gewählt oder eingesetzt. Sie spricht für ihre Mitglieder und ihr Anliegen.
- Kein Gewinnziel: Überschüsse bleiben im Zweck der Organisation.
Wikipedia ordnet NGOs dem „Dritten Sektor“ zu, neben Staat und Markt. Staatlich finanziert darf eine NGO trotzdem sein. Entscheidend ist, dass sie organisatorisch unabhängig bleibt und sich selbst verwaltet.
Woher der Begriff kommt
Der Ausdruck ist eine Erfindung der Vereinten Nationen. Laut Wikipedia führten sie ihn ein, um in Artikel 71 der UN-Charta Vertreter der Zivilgesellschaft von staatlichen Vertretern abzugrenzen. Die Charta stammt von 1945. Seitdem können nichtstaatliche Organisationen beim Wirtschafts- und Sozialrat der UN, dem ECOSOC, einen Konsultativstatus bekommen. Sie dürfen dann an Sitzungen teilnehmen und Stellungnahmen einreichen.
Die Regeln dafür stehen in der ECOSOC-Resolution 1996/31. Wikipedia nennt die Zahl der registrierten Organisationen mit 4.990. Das englische „non-governmental“ bedeutet dabei laut Wikipedia „nichtstaatlich“ im Sinne von staatsunabhängig. Eine Gegnerschaft zur Regierung steckt im Wort nicht.
Bekannte Beispiele und ihre Felder
| Feld | Beispiele |
|---|---|
| Menschenrechte | Amnesty International, Human Rights Watch |
| Umwelt und Naturschutz | Greenpeace, WWF |
| Humanitäre Hilfe | Ärzte ohne Grenzen |
| Entwicklungszusammenarbeit | Brot für die Welt, Misereor |
Die bpb nennt als typische Arbeitsfelder Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechte, humanitäre Hilfe und Ökologie. NGOs setzen laut bpb Themen in den Medien, vertreten Interessen über Staatsgrenzen hinweg und machen konkrete Projektarbeit.
Ein Sonderfall ist das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Wikipedia führt es als hybride Organisation, weil es Aufgaben aus den Genfer Konventionen wahrnimmt und damit zwischen Staat und Zivilgesellschaft steht.
Rechtsformen in Deutschland
„NGO“ ist keine Rechtsform. In Deutschland treten NGOs laut Wikipedia meist als eingetragener Verein, als Stiftung oder als gemeinnützige GmbH auf. Der Verein ist die häufigste Form. Für die Eintragung ins Vereinsregister verlangt § 56 BGB mindestens sieben Mitglieder, danach hängt ein „e.V.“ am Namen.
Gemeinnützigkeit ist ein zweiter, getrennter Schritt. Nach § 52 der Abgabenordnung verfolgt eine Körperschaft gemeinnützige Zwecke, „wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern“. Das Finanzamt prüft das anhand der Satzung. Erst mit dieser Anerkennung darf die Organisation Spendenbescheinigungen ausstellen.
Woher das Geld kommt
Wikipedia nennt als Quellen Mitgliedsbeiträge, Spenden, Warenverkäufe und öffentliche Aufträge. Große Organisationen kommen auf Jahresbudgets von über einer Milliarde Euro. Und viele hängen stärker vom Staat ab, als der Name vermuten lässt. Wikipedia führt als Beispiel Oxfam auf: Im Geschäftsjahr 2015/2016 kamen 67,9 Millionen Euro von der EU, 63,6 Millionen von der UN und 200,2 Millionen von nationalen Regierungen.
Für dich als Spender heißt das: Ein Blick in den Jahresbericht lohnt sich. Seriöse Organisationen legen offen, wie viel Geld von Privatpersonen kommt, wie viel von Regierungen und wie viel in Verwaltung und Werbung fließt. Fehlt dieser Bericht, ist das ein Warnsignal.
Diese Abhängigkeit ist der Kern vieler Debatten. Wer Aufträge von Ministerien annimmt, muss erklären, wie er trotzdem unabhängig bleibt.
Kritik an NGOs
Wikipedia listet mehrere Kritikpunkte. Der wichtigste betrifft die Legitimation: NGOs sprechen für Anliegen, ohne dafür gewählt worden zu sein. Dazu kommen Interessenkonflikte, mangelnde Transparenz und der Wettbewerb um Spenden, der Kampagnen zuspitzt.
Zwei Abkürzungen beschreiben Grenzfälle. GONGO steht für Government-Organized NGO, eine Organisation, die eine Regierung selbst gegründet hat oder steuert. BONGO steht für Business-Organized NGO, gesteuert von Unternehmen. Beide tragen das Etikett, erfüllen aber die Idee der Unabhängigkeit nicht.
Häufige Fragen
Was heißt NGO auf Deutsch?
Nichtregierungsorganisation, abgekürzt NRO. Beide Kürzel meinen dasselbe.
Ist ein Verein eine NGO?
Ein Verein kann eine NGO sein, wenn er gesellschaftliche Ziele verfolgt und unabhängig vom Staat arbeitet. Der Kaninchenzuchtverein zählt nur im weitesten Sinn dazu.
Darf eine NGO Geld vom Staat nehmen?
Ja. Laut Wikipedia können NGOs teilweise staatlich finanziert sein, solange sie organisatorisch unabhängig bleiben.
Ist das Rote Kreuz eine NGO?
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz gilt laut Wikipedia als Sonderfall mit hybridem Status, weil es Aufgaben aus dem Völkerrecht wahrnimmt.
Wie viele NGOs gibt es?
Eine Gesamtzahl gibt es nicht, weil der Begriff keine Rechtsform ist. Beim UN-Wirtschafts- und Sozialrat sind laut Wikipedia 4.990 Organisationen mit Konsultativstatus registriert.
Was ist eine GONGO?
Eine von einer Regierung organisierte Organisation, die nach außen wie eine NGO auftritt.
Quellen
- Wikipedia – Nichtregierungsorganisation
- Bundeszentrale für politische Bildung – Non-Governmental Organization (NGO)
- § 52 Abgabenordnung – Gemeinnützige Zwecke
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