Was ist PMS? Prämenstruelles Syndrom einfach erklärt

Kurzantwort: PMS steht für prämenstruelles Syndrom. Gemeint sind körperliche und seelische Beschwerden, die in den Tagen vor der Regelblutung auftreten und mit Einsetzen der Blutung wieder verschwinden, etwa Brustspannen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Laut gesundheitsinformation.de spüren die meisten Frauen ab und zu leichte Symptome; 20 bis 40 Prozent haben stärkere Beschwerden, die den Alltag beeinträchtigen. Bei 3 bis 8 Prozent ist die Form so schwer, dass Ärztinnen von einer prämenstruellen dysphorischen Störung sprechen, kurz PMDS.

Ein paar Tage vor der Periode ist alles anders: Die Brust spannt, der Bauch ist gebläht, Kleinigkeiten bringen dich auf die Palme, und du weißt selbst nicht, warum. Kaum setzt die Blutung ein, ist der Spuk vorbei. Dieses Muster hat einen Namen.

PMS wird oft belächelt oder als Ausrede abgetan. Dabei ist es ein gut beschriebenes Phänomen mit klarem zeitlichem Verlauf. Und es gibt eine schwere Form, bei der die Psyche so stark betroffen ist, dass sie eine eigene Diagnose bekommt.

Hier liest du, was PMS genau ist, wann im Zyklus es auftritt, welche Beschwerden dazugehören, woher sie kommen, wie du herausfindest, ob du betroffen bist, und was PMDS davon unterscheidet. Der Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Definition

Das Portal gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beschreibt PMS als „ein Bündel aus körperlichen und psychischen Beschwerden, die einige Tage bis zwei Wochen vor Einsetzen der Periode auftreten können“. Wikipedia nennt als Zeitfenster „vier bis vierzehn Tage vor dem Eintreten der Regelblutung“.

Zwei Merkmale machen die Definition aus. Erstens der Zeitpunkt: Die Beschwerden gehören zur zweiten Zyklushälfte, der Lutealphase nach dem Eisprung. Zweitens das Ende: Mit Beginn der Blutung klingen sie ab. Beschwerden, die den ganzen Monat über bestehen, sind kein PMS.

Wann im Zyklus PMS auftritt

Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Blutung. In der ersten Hälfte reift eine Eizelle heran, das Östrogen steigt. Um die Zyklusmitte kommt der Eisprung. Danach beginnt die Lutealphase: Der Gelbkörper bildet Progesteron, das Östrogen sinkt. Genau in dieser Phase treten PMS-Beschwerden auf. Kommt es zu keiner Schwangerschaft, fallen beide Hormone ab, die Blutung setzt ein, und die Beschwerden verschwinden.

Zyklusphase Was passiert PMS
Blutung (ab Tag 1) Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen Beschwerden klingen ab
Follikelphase Eizelle reift, Östrogen steigt beschwerdefrei
Eisprung Eizelle wird freigesetzt beschwerdefrei
Lutealphase Progesteron steigt, Östrogen sinkt Beschwerden möglich, meist in den letzten 4 bis 14 Tagen

Welche Beschwerden dazugehören

Die Liste ist lang, und keine Frau hat alle Symptome. Wikipedia und gesundheitsinformation.de nennen übereinstimmend:

  • Körperlich: Brustspannen, Wassereinlagerungen, Blähbauch, Kopf- und Rückenschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Schlaf- und Verdauungsprobleme
  • Psychisch: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Konzentrationsprobleme

Wie stark die Beschwerden sind, ist sehr verschieden. Laut gesundheitsinformation.de spüren die meisten Mädchen und Frauen „ab und an einzelne leichte PMS-Symptome“. Bei 20 bis 40 Prozent sind sie so stark, dass sie den Alltag beeinträchtigen. Wikipedia spricht davon, dass bis zu 90 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter Symptome in dieser Zyklusphase kennen und ein Viertel stark ausgeprägte Beschwerden hat.

Woher PMS kommt

Die genaue Ursache ist laut gesundheitsinformation.de nicht geklärt. Als wahrscheinlich gilt ein Zusammenspiel aus hormonellen Schwankungen und einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber den Abbauprodukten des Progesterons. Dazu kommt laut Wikipedia eine Veränderung im Serotoninhaushalt, also bei einem Botenstoff, der Stimmung und Schlaf beeinflusst. Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse spielen laut gesundheitsinformation.de ebenfalls mit.

Der Unterschied zwischen Frauen mit und ohne PMS liegt demnach vor allem darin, wie empfindlich der Körper auf die normalen Schwankungen im Zyklus reagiert.

So findest du heraus, ob es PMS ist

Es gibt keinen Bluttest für PMS. Die Diagnose stützt sich auf den zeitlichen Verlauf. Der Weg läuft in drei Schritten:

  1. Führe ein Zyklustagebuch. Notiere jeden Tag, welche Beschwerden du hast und wie stark sie sind, dazu den Beginn der Blutung. Wikipedia empfiehlt mindestens zwei Zyklen, gesundheitsinformation.de zwei bis drei Monate.
  2. Prüfe das Muster. Treten die Beschwerden nur in der zweiten Zyklushälfte auf und verschwinden sie mit der Blutung, spricht das für PMS.
  3. Geh mit dem Tagebuch in die gynäkologische Praxis. Dort wird laut gesundheitsinformation.de auch geprüft, ob andere Ursachen infrage kommen, etwa eine Depression oder eine Schilddrüsenerkrankung.

PMS und PMDS: der Unterschied

PMDS steht für prämenstruelle dysphorische Störung. Sie betrifft laut beiden Quellen 3 bis 8 Prozent der Frauen. Der Unterschied liegt in der Schwere der seelischen Symptome. Bei PMDS stehen laut gesundheitsinformation.de starke depressive Verstimmung, Angst und Reizbarkeit im Vordergrund, so ausgeprägt, dass Beziehungen, Arbeit und Alltag leiden.

PMDS gilt als eigene Diagnose und gehört in ärztliche Hände. Wer in der zweiten Zyklushälfte regelmäßig Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit erlebt, sollte das ansprechen, statt es als „normales PMS“ abzutun.

Was gegen PMS hilft

gesundheitsinformation.de nennt als Möglichkeiten Änderungen im Lebensstil, pflanzliche Mittel, hormonelle Verhütungsmittel, Schmerzmittel, Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI und kognitive Verhaltenstherapie. Das Portal weist zugleich darauf hin, dass die Qualität der Belege stark schwankt. Wikipedia nennt Bewegung, ausreichend Schlaf und bei Bedarf Mönchspfeffer oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

Was für dich passt, hängt von Art und Stärke der Beschwerden ab. Bei leichten Symptomen reichen vielen Frauen Bewegung, Schlaf und die Gewissheit, dass es in wenigen Tagen vorbei ist. Bei starken Beschwerden oder Verdacht auf PMDS gehört die Auswahl der Behandlung in das Gespräch mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert PMS?

Laut Wikipedia vier bis vierzehn Tage vor der Blutung. Mit Beginn der Periode klingen die Beschwerden ab.

Ist PMS eine Krankheit?

Leichte Symptome gelten als normal. Beeinträchtigen sie den Alltag deutlich, gilt PMS als behandlungsbedürftig; die schwere Form PMDS ist eine eigene Diagnose.

Wie viele Frauen haben PMS?

Laut gesundheitsinformation.de haben 20 bis 40 Prozent stärkere Beschwerden, 3 bis 8 Prozent eine PMDS. Leichte Symptome kennen die meisten.

Kann man PMS im Blut nachweisen?

Nein. Die Diagnose beruht auf dem Zyklustagebuch und dem Ausschluss anderer Ursachen.

Was ist der Unterschied zwischen PMS und PMDS?

PMDS ist die schwere Form mit ausgeprägten seelischen Symptomen wie Depression und Angst, die den Alltag stark beeinträchtigen. Sie betrifft 3 bis 8 Prozent.

Hilft die Pille gegen PMS?

gesundheitsinformation.de führt hormonelle Verhütungsmittel als Option auf, mit unterschiedlich guter Beleglage. Ob sie für dich infrage kommt, klärst du in der Praxis.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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