Was ist Oviva? Die Abnehm-App auf Rezept einfach erklärt

Kurzantwort: Oviva ist ein Anbieter für digitale Ernährungsberatung, bekannt vor allem durch die App „Oviva Direkt für Adipositas“. Diese App ist eine digitale Gesundheitsanwendung, kurz DiGA, also eine „App auf Rezept“, die Ärztinnen und Ärzte bei starkem Übergewicht verordnen können und die gesetzliche Krankenkassen bezahlen. Nach Herstellerangaben richtet sie sich an Erwachsene mit einem BMI zwischen 30 und 40. Laut Wikipedia war sie 2025 mit fast 500.000 Einlösungen die meistgenutzte DiGA in Deutschland.

„Abnehmen? App nehmen!“ So wirbt Oviva, und der Name taucht inzwischen in Arztpraxen, bei Krankenkassen und in Social-Media-Anzeigen auf. Viele fragen sich, was dahintersteckt: ein Abnehmprogramm, eine Firma, eine Kassenleistung?

Alles drei trifft zu. Oviva ist ein Unternehmen, die Oviva AG. Sein bekanntestes Produkt ist eine App, die in Deutschland als Medizinprodukt zugelassen und in das DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aufgenommen ist. Deshalb zahlt die Krankenkasse.

Hier liest du, was Oviva anbietet, wie eine DiGA rechtlich funktioniert, für wen die App gedacht ist, wie du sie bekommst, was der Hersteller zu Ergebnissen sagt und wo die Grenzen liegen.

Was Oviva ist

Oviva beschreibt sich auf seiner Webseite als digitales Ernährungsberatungs- und Abnehmprogramm. Der Hersteller ist die Oviva AG. Nach eigenen Angaben nutzen über eine Million Menschen das Programm. Angeboten werden zwei DiGA-Varianten: die Oviva Abnehm-App für Adipositas und eine Variante für Bluthochdruck.

Kern der App sind laut Hersteller drei Elemente:

  • ein Foto-Ess-Tagebuch, in dem du Mahlzeiten fotografierst statt Kalorien zu zählen
  • Lernmodule zu Ernährung und Verhalten, angelegt auf zwölf Monate
  • ein Chat mit Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberatern

Das Grundprogramm läuft nach Herstellerangaben zunächst über zwölf Wochen und kann mit einer neuen ärztlichen Verordnung verlängert werden.

Was eine DiGA ist

Die Abkürzung steht für digitale Gesundheitsanwendung. Wikipedia definiert DiGA als „Medizinprodukte mit gesundheitsbezogener Zweckbestimmung, deren Hauptfunktion wesentlich auf digitalen Technologien beruht“. Rechtsgrundlage ist § 33a SGB V, eingeführt durch das Digitale-Versorgung-Gesetz vom 19. Dezember 2019.

Ob eine App in das Verzeichnis kommt, prüft das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM. Der Hersteller muss Sicherheit, Datenschutz und einen positiven Versorgungseffekt nachweisen. Das BfArM entscheidet laut Wikipedia „innerhalb von drei Monaten“ im sogenannten Fast-Track-Verfahren. Bis Ende 2025 waren laut Wikipedia 48 DiGA dauerhaft im Verzeichnis. Die Preise lagen nach Verhandlungen im Schnitt bei 227 Euro für 90 Tage.

Für wen die App gedacht ist

Kriterium Angabe des Herstellers
Diagnose Adipositas, ICD-Code E66
BMI zwischen 30 und 40
Alter mindestens 18 Jahre
Dauer zunächst 12 Wochen, verlängerbar mit neuer Verordnung
Kosten Übernahme durch gesetzliche Krankenkassen

Der BMI ist das Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Bei 1,70 Metern liegt ein BMI von 30 bei etwa 87 Kilogramm, ein BMI von 40 bei etwa 116 Kilogramm. Wer darunter oder darüber liegt, fällt nach Herstellerangaben nicht in den Anwendungsbereich der DiGA.

So bekommst du die App

Der Weg zu einer DiGA ist für alle Anwendungen gleich und in Wikipedia beschrieben:

  1. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine Psychotherapeutin verordnet die DiGA auf Rezept. Alternativ beantragst du sie direkt bei deiner Krankenkasse mit einem Nachweis der Diagnose.
  2. Das Rezept reichst du bei der Krankenkasse ein. Oviva weist darauf hin, dass ein E-Rezept für die DiGA direkt an die Kasse geht statt in die Apotheke.
  3. Die Kasse prüft und schickt dir einen Freischaltcode.
  4. Mit dem Code aktivierst du die App und startest das Programm.

Oviva bietet auf seiner Webseite an, diesen Ablauf zu übernehmen: Du füllst einen Fragebogen aus, das Unternehmen kümmert sich nach eigener Beschreibung um Arztkontakt und Kostenübernahme. Das ist ein Service des Herstellers und kein Teil des gesetzlichen Verfahrens.

Was der Hersteller zu Ergebnissen sagt

Oviva gibt an, Teilnehmende hätten „durchschnittlich 3,2 % ihres Gewichts in den ersten 12 Wochen“ verloren, und verweist auf eine Studie der Technischen Universität München. Bei 100 Kilogramm wären das rund 3 Kilogramm in drei Monaten. Außerdem nennt der Hersteller eine Weiterempfehlungsrate von 97 Prozent.

Diese Zahlen stammen vom Anbieter selbst. Für die dauerhafte Aufnahme ins DiGA-Verzeichnis verlangt das BfArM den Nachweis eines positiven Versorgungseffekts; welche Nachweise für Oviva vorliegen, steht im Verzeichnis unter der jeweiligen App. Ein Blick dorthin lohnt sich, wenn du wissen willst, was genau belegt ist.

Grenzen und Einordnung

Die App ersetzt keine ärztliche Behandlung. Sie ist ein Baustein, der Ernährungsumstellung und Verhalten begleitet. Wer Medikamente zum Abnehmen nimmt, eine Operation plant oder Begleiterkrankungen hat, bespricht das mit der behandelnden Praxis.

Wichtig ist auch die Abgrenzung: Oviva ist ein Programm mit Beratung und kein Medikament. Die Verordnung läuft über die Krankenkasse, deshalb zahlst du nichts dazu. Nach den zwölf Wochen entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob eine Verlängerung sinnvoll ist. Wie viele Menschen das Programm über die volle Dauer nutzen und wie stabil das Gewicht danach bleibt, geht aus den Herstellerangaben nicht hervor.

Häufige Fragen

Was kostet Oviva?

Als verordnete DiGA übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Du zahlst nach Herstellerangaben nichts dazu.

Wer darf Oviva verordnen?

Laut Wikipedia können Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten DiGA verordnen. Alternativ beantragst du sie mit Diagnosenachweis direkt bei der Kasse.

Ab welchem BMI bekomme ich die App?

Nach Herstellerangaben bei einem BMI zwischen 30 und 40 und einer Adipositas-Diagnose, ab 18 Jahren.

Wie lange läuft das Programm?

Zunächst zwölf Wochen. Mit einer neuen Verordnung kann es verlängert werden.

Ist Oviva ein Medikament?

Nein. Es ist eine App mit Ernährungstagebuch, Lernmodulen und Beratungschat, als Medizinprodukt zugelassen.

Wo finde ich die offiziellen Angaben zur App?

Im DiGA-Verzeichnis des BfArM. Dort stehen Zweckbestimmung, Nachweise und Preis jeder gelisteten Anwendung.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


Nach oben scrollen