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Kurzantwort: KI steht für Künstliche Intelligenz und bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben lösen, für die bisher menschliches Denken nötig war: Sprache verstehen, Bilder erkennen, Entscheidungen treffen, Muster in Daten finden. Die EU-KI-Verordnung definiert ein KI-System als maschinengestütztes System, das mit einem gewissen Grad an Autonomie arbeitet und aus Eingaben Ausgaben wie Vorhersagen, Empfehlungen oder Entscheidungen ableitet. Der Begriff stammt aus dem Jahr 1955.
ChatGPT schreibt Texte, das Smartphone sortiert Fotos nach Gesichtern, der Streamingdienst schlägt den nächsten Film vor. Überall steht „KI“ dran. Der Begriff ist siebzig Jahre alt und wurde in dieser Zeit für sehr unterschiedliche Dinge verwendet, von Schachprogrammen bis zu Sprachmodellen.
Hier liest du, was Künstliche Intelligenz im engeren Sinn bedeutet, worin sich schwache und starke KI unterscheiden, aus welchen Teilgebieten das Fach besteht, welche Meilensteine es gab und welche Regeln in der EU seit 2024 gelten.
Die Definition
Der Begriff „artificial intelligence“ wurde 1955 von John McCarthy geprägt, und zwar in einem Förderantrag für eine Sommerkonferenz am Dartmouth College. Im Sommer 1956 arbeiteten dort zehn Wissenschaftler rund acht Wochen an der Frage, ob sich jede Facette des Lernens und der Intelligenz so genau beschreiben lässt, dass eine Maschine sie nachbilden kann. Das gilt als Geburtsstunde des Fachs.
Eine allgemein anerkannte Definition gibt es bis heute nicht. Wikipedia zitiert die Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft, die KI als Teilgebiet der Informatik beschreibt, das Mechanismen intelligenten menschlichen Verhaltens erforscht und nachbildet. Der Branchenverband Bitkom und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sprechen von Systemen, die menschenähnliche, intelligente Verhaltensweisen zeigen.
Rechtlich verbindlich ist seit 2024 die Definition der EU-KI-Verordnung: Ein KI-System ist ein maschinengestütztes System, das für einen in unterschiedlichem Grade autonomen Betrieb ausgelegt ist und aus erhaltenen Eingaben Ausgaben ableitet, die physische oder virtuelle Umgebungen beeinflussen können.
Schwache und starke KI
Alles, was heute im Einsatz ist, gehört zur schwachen KI. Sie löst konkrete Aufgaben: Fehler in Produktionsdaten erkennen, das Wetter vorhersagen, Texte übersetzen, Sprache in Schrift verwandeln. Auch große Sprachmodelle wie ChatGPT zählen dazu. Sie sind in ihrem Bereich sehr gut und außerhalb davon hilflos. Ein Schachprogramm kann kein Go spielen, ein Bilderkenner keine Steuererklärung ausfüllen. Selbst ein Sprachmodell, das über fast jedes Thema schreibt, bleibt ein Werkzeug für Sprache: Es rechnet Wahrscheinlichkeiten für das nächste Wort aus.
Starke KI bezeichnet ein System, das auf Augenhöhe mit dem Menschen denkt, versteht und sich selbstständig neue Aufgaben erschließt. Ob so etwas möglich ist und ob es Bewusstsein hätte, ist eine offene Forschungs- und Philosophiefrage. Es existiert bislang nicht.
Die wichtigsten Teilgebiete
| Teilgebiet | Worum es geht | Beispiel |
|---|---|---|
| Maschinelles Lernen | Programme lernen Muster aus Daten, statt Regeln vorgegeben zu bekommen | Spam-Filter |
| Künstliche neuronale Netze, Deep Learning | Viele verbundene Rechenknoten in Schichten, angelehnt an das Gehirn | Bilderkennung, Sprachmodelle |
| Sprachverarbeitung | Verstehen und Erzeugen natürlicher Sprache | Übersetzer, Chatbots |
| Spracherkennung und -synthese | Gesprochenes in Text wandeln und umgekehrt | Sprachassistenten |
| Mustererkennung | Handschrift, Gesichter, Objekte erkennen | Foto-Sortierung |
| Wissensbasierte Systeme | Regeln und Fachwissen in Datenbanken, aus denen Schlüsse gezogen werden | Expertensysteme |
| Robotik | Wahrnehmung und Bewegung von Maschinen in der realen Welt | Autonomes Fahren |
Meilensteine seit 1943
- 1943: McCulloch und Pitts beschreiben das erste Modell eines künstlichen Neurons.
- 1950: Alan Turing veröffentlicht seine Überlegungen zu denkenden Maschinen, aus denen der Turing-Test hervorgeht.
- 1956: Dartmouth-Konferenz, der Begriff KI wird öffentlich.
- 1957: Frank Rosenblatt baut das Perzeptron, ein einfaches lernendes Netz.
- 1970er: Expertensysteme wie Mycin für medizinische Diagnosen. Danach folgt ein „KI-Winter“ mit gekürzten Forschungsgeldern.
- 1980er: Backpropagation macht mehrschichtige neuronale Netze trainierbar.
- 1997: IBMs Deep Blue schlägt den Schachweltmeister.
- 2017: AlphaGo besiegt laut Wikipedia den Go-Weltranglistenersten.
- 2022: ChatGPT macht große Sprachmodelle für jeden nutzbar.
Wo KI heute steckt
Wikipedia nennt als Anwendungsfelder Mobilität und Logistik, Landwirtschaft, Gesundheit, Energieeffizienz, Bilderkennung, autonomes Fahren und maschinelle Übersetzung, etwa durch DeepL. Im Alltag begegnet dir KI meist unsichtbar: in der Routenberechnung des Navis, in der Betrugserkennung der Bank, in der Rechtschreibkorrektur und in den Vorschlägen von Onlineshops.
Die EU-Regeln seit 2024
Die Verordnung (EU) 2024/1689, die KI-Verordnung, wurde am 13. Juni 2024 beschlossen und trat am 1. August 2024 in Kraft. Sie teilt KI-Systeme nach Risiko ein. Systeme mit unannehmbarem Risiko sind verboten, etwa Social Scoring oder biometrische Massenüberwachung. Hochrisiko-Systeme, zum Beispiel für Kreditwürdigkeitsprüfung oder Personalentscheidungen, unterliegen strengen Pflichten. Für Systeme mit begrenztem Risiko gelten Transparenzpflichten, der Rest bleibt frei.
Die Pflichten greifen laut Wikipedia stufenweise: Verbote seit dem 2. Februar 2025, Regeln für Allzweck-KI seit dem 2. August 2025, die meisten übrigen Vorschriften ab dem 2. August 2026. Bei schweren Verstößen drohen Strafen bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Häufige Fragen
Ist KI dasselbe wie AI?
Ja. AI ist die englische Abkürzung für „artificial intelligence“, KI die deutsche für „Künstliche Intelligenz“.
Ist ChatGPT eine starke KI?
Nein. Es ist ein großes Sprachmodell und zählt zur schwachen KI, weil es auf Sprache spezialisiert ist und kein eigenes Verständnis der Welt hat.
Wer hat den Begriff KI erfunden?
John McCarthy, 1955, in einem Förderantrag für die Dartmouth-Konferenz von 1956.
Was ist maschinelles Lernen?
Ein Teilgebiet der KI, bei dem Programme Muster aus Beispieldaten ableiten, statt fest programmierte Regeln abzuarbeiten.
Ist KI in der EU verboten?
Nein. Verboten sind nur bestimmte Anwendungen mit unannehmbarem Risiko, etwa Social Scoring. Alle anderen Systeme sind erlaubt, teils mit Auflagen.
Was ist ein KI-Winter?
Eine Phase, in der Erwartungen enttäuscht wurden und Forschungsgelder gekürzt wurden. Die erste folgte auf die Expertensysteme der 1970er-Jahre.
Quellen
Das passt dazu
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