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Kurzantwort: Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, bei der der Knorpel im Gelenk stärker abgebaut wird, als der Körper ihn reparieren kann. Der Knorpel wird dünner, der Gelenkspalt schmaler, der Knochen verändert sich. Am häufigsten trifft es Knie, Hüfte, Finger und Wirbelsäule. Laut Robert Koch-Institut ist Arthrose die häufigste aller Gelenkerkrankungen; Wikipedia nennt rund fünf Millionen Betroffene in Deutschland.
Das Knie knirscht beim Treppensteigen, die ersten Schritte am Morgen ziehen, nach dem Wandern schmerzt die Hüfte. Viele denken dann an Arthrose. Der Begriff bezeichnet einen konkreten Vorgang im Gelenk, keine allgemeine Alterserscheinung.
Hier liest du, was bei Arthrose im Gelenk passiert, welche Gelenke betroffen sind, wie häufig die Krankheit ist, welche Beschwerden typisch sind, was Arthrose von Arthritis unterscheidet und welche Risikofaktoren bekannt sind. Grundlage sind gesundheitsinformation.de, das Robert Koch-Institut und Wikipedia.
Die Definition
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung. Wikipedia beschreibt sie als Gelenkverschleiß, der das altersübliche Maß übersteigt. Im Englischen heißt sie Osteoarthritis, im Deutschen auch Osteoarthrose.
Gesundheitsinformation.de erklärt den Mechanismus so: Im Gelenk laufen ständig Auf- und Abbauprozesse. Bei Arthrose überwiegt der Abbau. Der Knorpel, der die Knochenenden überzieht und als Puffer dient, wird rauer und dünner. Der Gelenkspalt verengt sich. Der Knochen darunter reagiert mit Verdichtung und Anbauten, den sogenannten Osteophyten.
Wichtig für die Einordnung: Arthrose ist nicht in erster Linie eine entzündliche Erkrankung. Entzündungsschübe kommen vor, entstehen aber erst als Folge des Verschleißes. Das unterscheidet sie von der rheumatoiden Arthritis.
Welche Gelenke betroffen sind
Grundsätzlich kann jedes Gelenk Arthrose bekommen. Am häufigsten sind laut gesundheitsinformation.de:
- Knie (Gonarthrose)
- Hüfte (Coxarthrose)
- Fingergelenke (Heberden- und Bouchard-Arthrose an End- und Mittelgelenken)
- kleine Wirbelgelenke der Wirbelsäule (Facettenarthrose)
Wikipedia nennt zusätzlich die Schulter (Omarthrose). Auch das Daumensattelgelenk ist häufig betroffen, das nennt man Rhizarthrose. Knie und Hüfte fallen am stärksten ins Gewicht, weil sie das Körpergewicht tragen und weil sie am häufigsten operiert werden.
Wie häufig Arthrose ist
Das Robert Koch-Institut bezeichnet Arthrose laut Wikipedia als die häufigste aller Gelenkerkrankungen. Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Frauen erkranken häufiger als Männer.
Gesundheitsinformation.de zitiert eine große deutsche Studie: Innerhalb von zwölf Monaten wurden 2 Prozent der Erwachsenen wegen Hüftarthrose behandelt, 4 Prozent wegen Kniearthrose und 2 Prozent wegen Fingerarthrose. Die Zahlen erfassen nur Behandelte; viele Menschen mit Arthrose gehen nicht zum Arzt.
Das Alter ist der stärkste Faktor. Arthrose entwickelt sich laut gesundheitsinformation.de meist ab 40 Jahren, und die Wahrscheinlichkeit steigt danach stetig. Ab 65 Jahren zeigen laut Wikipedia etwa zwei Drittel der Menschen Zeichen der Krankheit, oft ohne Beschwerden.
Die Zahl der Operationen zeigt die Dimension: 2016 wurden in Deutschland laut Wikipedia rund 400.000 Hüft- und Knie-Endoprothesen eingesetzt, Tendenz steigend.
Typische Beschwerden
Arthrose macht sich meist langsam bemerkbar. Gesundheitsinformation.de nennt vier Kennzeichen:
Anlaufschmerz
Nach dem Sitzen oder Liegen fühlt sich das Gelenk steif an und schmerzt bei den ersten Bewegungen. Nach kurzer Zeit lässt es nach.
Belastungsschmerz
Je mehr das Gelenk arbeitet, desto stärker der Schmerz. Beim Knie also beim Treppensteigen, langen Gehen oder Tragen.
Schwellung
Das Gelenk kann anschwellen. Die Schwellung fühlt sich fest an, anders als die weiche, warme Schwellung bei rheumatoider Arthritis. An den Fingern bilden sich sichtbare Knoten.
Eingeschränkte Beweglichkeit
Das Gelenk lässt sich nicht mehr voll beugen oder strecken. Beim Bewegen sind Knirsch- oder Reibegeräusche möglich.
Wikipedia weist darauf hin, dass die Schmerzstärke nicht unbedingt mit dem Ausmaß der Schäden übereinstimmt. Ein Gelenk kann im Röntgenbild stark verändert sein und kaum wehtun, oder umgekehrt.
Die vier Stadien
Wikipedia beschreibt vier Stadien, die aufeinander aufbauen:
- Die Knorpeloberfläche wird rau und weicher.
- Der Knorpel bekommt Risse und wird dünner.
- Der Knorpel ist stellenweise verschwunden, der Gelenkspalt deutlich schmaler.
- Knochen reibt auf Knochen, an den Rändern bilden sich Knochenanbauten.
Im Röntgenbild sieht der Arzt den Gelenkspalt, die Verdichtung des Knochens und die Anbauten. Der Knorpel selbst ist im Röntgen nicht sichtbar.
Arthrose oder Arthritis
Beide Begriffe klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes. Arthrose ist Verschleiß, Arthritis ist Entzündung. Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die viele Gelenke gleichzeitig befällt, oft symmetrisch an beiden Händen.
Ein praktischer Hinweis aus gesundheitsinformation.de: Dauert die Morgensteifigkeit länger als 30 Minuten, spricht das eher für eine rheumatoide Arthritis als für Arthrose. Bei Arthrose ist die Steifheit nach wenigen Minuten weg.
Risikofaktoren
Neben dem Alter nennt gesundheitsinformation.de diese Faktoren:
- Gelenkverletzungen, etwa Kreuzbandrisse oder Brüche nahe dem Gelenk (posttraumatische Arthrose)
- Übergewicht: Es belastet die Gelenke mechanisch, und Fettgewebe setzt Entzündungsbotenstoffe frei
- Fehlstellungen wie O- oder X-Beine und Engstellen im Hüftgelenk
- schwere körperliche Arbeit mit ständigem Knien oder Heben
- schwache Muskulatur und Bewegungsmangel
Auch die Veranlagung spielt eine Rolle. Fingerarthrose tritt in manchen Familien gehäuft auf.
Mehrere Faktoren verstärken sich gegenseitig. Wer nach einer Knieverletzung an Gewicht zulegt und sich weniger bewegt, belastet das vorgeschädigte Gelenk doppelt: mehr Last, weniger stützende Muskulatur. Viele dieser Faktoren lassen sich beeinflussen, das Alter und die Gene nicht.
Häufige Fragen
Ist Arthrose heilbar?
Verlorener Knorpel wächst nicht nach. Der Verlauf lässt sich aber beeinflussen; Ansprechpartner ist die Hausarztpraxis oder die Orthopädie.
Ab welchem Alter bekommt man Arthrose?
Meist ab 40 Jahren. Nach Verletzungen oder bei Fehlstellungen auch früher.
Ist Knirschen im Knie schon Arthrose?
Nicht zwingend. Geräusche kommen auch bei gesunden Gelenken vor. Kommen Anlaufschmerz und Belastungsschmerz dazu, lohnt eine Abklärung.
Wie wird Arthrose festgestellt?
Durch Gespräch, körperliche Untersuchung und Röntgenbild. Ein MRT ist nicht immer nötig.
Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Rheuma?
Arthrose ist Verschleiß eines Gelenks. Rheuma ist ein Sammelbegriff für entzündliche Erkrankungen, zu denen die rheumatoide Arthritis gehört.
Warum sind Frauen häufiger betroffen?
Das ist laut den Quellen belegt, die Ursache aber nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden hormonelle Einflüsse nach den Wechseljahren.
Quellen
- gesundheitsinformation.de – Arthrose
- gesundheitsinformation.de – Kniearthrose (Gonarthrose)
- gesundheitsinformation.de – Hüftarthrose (Coxarthrose)
- Wikipedia – Arthrose
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