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Unterschied zwischen Bulgur und Couscous einfach erklärt

Kurzantwort: Beide bestehen aus Hartweizen, entstehen aber völlig verschieden. Für Bulgur wird das ganze Korn gedämpft, getrocknet und danach geschrotet. Für Couscous wird der Weizen erst zu Grieß gemahlen, der Grieß befeuchtet und zu winzigen Kügelchen gerollt. Bulgur bleibt deshalb körnig und bissfest, Couscous wird fein und locker.

Im Regal stehen sie nebeneinander, beide in Papptüten, beide gelblich. Verwechseln ist leicht.

Der Unterschied entsteht in der Fabrik, nicht auf dem Feld. Ausgangsprodukt ist bei beiden Hartweizen.

Hier steht, wie sie hergestellt werden, wie du sie zubereitest und welches der beiden mehr Nährstoffe behält.

Bulgur: das ganze Korn, vorgegart und geschrotet

Bulgur ist Weizen, der einen Umweg genommen hat. Die ganzen Körner werden zuerst mit Dampf gegart, bei industrieller Herstellung zwei bis drei Stunden bei 60 bis 100 Grad.

Danach wird auf einen Wassergehalt von etwa zehn Prozent heruntergetrocknet. Erst dann schneidet ein Grützenschneider das Korn in Stücke, die anschließend nach Größe gesiebt werden.

Dieses Vorgehen heißt Parboiling. Es hat einen Nebeneffekt, den man sich zunutze macht: Vitamine und Mineralstoffe aus den äußeren Kornschichten wandern beim Dämpfen nach innen und bleiben dadurch teilweise erhalten.

Im Handel gibt es feinen, mittleren und groben Bulgur. Fein für Salate und Bällchen, grob für Pilaw und Beilagen. Bulgur ist seit Jahrhunderten in der Türkei, im Libanon, in Syrien und im übrigen Vorderen Orient zu Hause.

Couscous: Grieß, der zu Kügelchen gerollt wird

Couscous beginnt eine Stufe später. Der Hartweizen wird in mehreren Schritten zu feinem Grieß vermahlen.

Dieser Grieß wird mit Wasser angefeuchtet und zunächst zu Klumpen geformt. Die Klumpen zerreibt man zu kleinen Kügelchen, die anschließend gegart und getrocknet werden.

Streng genommen ist Couscous damit eine Teigware und kein Korn. Er steht Nudeln näher als Reis.

Die Heimat ist Nordafrika. 2020 nahm die UNESCO das Wissen um Herstellung und Verzehr von Couscous als immaterielles Kulturerbe auf, gemeinsam eingereicht von Algerien, Marokko, Mauretanien und Tunesien.

Nicht verwechseln solltest du ihn mit Perlcouscous, auch Riesencouscous oder Ptitim genannt. Der besteht aus deutlich größeren Teigkugeln und wird gekocht, nicht gequollen.

Zubereitung: quellen statt kochen

Beide brauchen keine lange Kochzeit. Du übergießt sie mit heißem Wasser oder Brühe, deckst ab und lässt sie ziehen.

Couscous ist nach etwa fünf Minuten fertig. Bulgur braucht je nach Körnung eher zehn bis zwanzig Minuten, weil die Stücke gröber sind.

Als Flüssigkeitsmenge hat sich etwa das Anderthalb- bis Doppelte des Trockengewichts eingebürgert. Auf der Packung steht die genaue Angabe, und die schwankt je nach Körnung.

Ein Löffel Öl im Quellwasser und Auflockern mit der Gabel verhindern bei beiden, dass es klumpt.

Groben Bulgur kannst du auch wie Reis in offenem Topf garen. Das dauert etwas länger, gibt aber mehr Kontrolle über den Biss.

In Nordafrika dämpft man Couscous traditionell mehrfach über einer Brühe. Der Dämpfaufsatz dafür heißt Couscoussier, und das Ergebnis wird deutlich lockerer als aus der Schüssel.

Beide nehmen den Geschmack der Flüssigkeit an. Brühe statt Wasser ist der einfachste Hebel, wenn das Ergebnis fad schmeckt.

Unterschied zwischen Couscous und Bulgur bei den Nährwerten

Bulgur schneidet etwas besser ab. Weil das ganze Korn verarbeitet wird und das Dämpfen die Nährstoffe nach innen holt, bleibt mehr davon erhalten als beim stärker ausgemahlenen Couscous-Grieß.

Der Ballaststoffgehalt liegt bei Bulgur ebenfalls höher. Riesig ist der Abstand nicht — beide sind Weizenprodukte mit viel Stärke und mäßig viel Eiweiß.

Wichtig für Betroffene: Beide enthalten Gluten. Bei Zöliakie oder Weizenallergie kommen sie nicht infrage.

Von beiden gibt es auch Vollkornvarianten. Die stehen im Bio-Regal und liefern deutlich mehr Ballaststoffe als die hellen Standardprodukte.

Beim Einkaufspreis liegen beide nah beieinander. Bulgur ist als Massenware oft etwas günstiger, weil der Herstellungsschritt einfacher ist als das Rollen der Couscous-Kügelchen.

Trocken gelagert halten beide sehr lange. Luftdicht, dunkel und kühl gelagert überstehen sie Monate, ohne dass sich etwas ändert.

Geschmack und wofür sie taugen

Bulgur schmeckt kräftiger und nussiger, das Korn bleibt spürbar. Er ist die Basis von Kısır, Kibbeh und vielen Pilaw-Gerichten.

Auch das libanesische Tabouleh wird traditionell mit Bulgur gemacht, nicht mit Couscous — hierzulande wird es in Kantinen oft anders gehandhabt.

Couscous ist milder und feiner. Er saugt Soßen auf und ist die klassische Beilage zu Tajine und Schmorgerichten aus dem Maghreb.

Für kalte Salate am nächsten Tag hält Bulgur die Struktur besser. Couscous wird schneller weich.

Womit beide gern verwechselt werden

Ebly ist ein Markenname für vorgegarten, ganzen Weichweizen. Die Körner bleiben ganz und werden gekocht, nicht geschrotet.

Freekeh ist grüner, unreif geernteter und über Feuer gerösteter Weizen. Er schmeckt rauchig und ist ein eigenes Produkt, kein Bulgur.

Grünkern wiederum ist unreif geernteter und darrgetrockneter Dinkel — dieselbe Idee, anderes Getreide.

Quinoa, Hirse, Buchweizen und Amarant fallen aus der Reihe. Sie sind glutenfrei und mit Weizen nicht verwandt, werden im Regal aber gern danebengestellt.

Häufige Fragen

Ist Bulgur gesünder als Couscous?

Bulgur behält durch das Dämpfen des ganzen Korns mehr Nährstoffe und hat mehr Ballaststoffe. Der Unterschied ist vorhanden, aber nicht dramatisch.

Kann ich Couscous durch Bulgur ersetzen?

In den meisten Gerichten ja. Rechne mit längerer Quellzeit und einem kräftigeren, körnigeren Ergebnis.

Sind Bulgur und Couscous glutenfrei?

Nein. Beide werden aus Hartweizen hergestellt und enthalten Gluten.

Muss man Bulgur waschen?

Nötig ist es nicht, weil er bereits vorgegart ist. Manche spülen ihn trotzdem kurz ab, um losen Staub zu entfernen.

Was ist Perlcouscous?

Größere Teigkügelchen, auch Riesencouscous oder Ptitim genannt. Sie werden wie Nudeln in Wasser gekocht.

Ist Couscous ein Getreide?

Nein. Es ist ein Erzeugnis aus Hartweizengrieß und damit eine Teigware, auch wenn es wie ein Korn aussieht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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