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Unterschied zwischen Brutto und Netto einfach erklärt

Kurzantwort: Brutto ist der Betrag vor Abzügen, netto der Betrag danach. Beim Gehalt gehen vom Brutto die Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag sowie die Sozialabgaben ab — übrig bleibt das Netto auf dem Konto. Bei Preisen heißt brutto „mit Mehrwertsteuer“ und netto „ohne“.

Die Wörter stehen auf dem Arbeitsvertrag, auf jeder Rechnung und in jeder Stellenanzeige. Gemeint ist jedes Mal etwas anderes.

Brutto kommt vom italienischen brutto für „roh“, netto von netto für „rein“. Der Rohbetrag und der bereinigte Betrag.

Hier steht, was beim Gehalt konkret abgezogen wird, mit den Sätzen für 2026 — und warum bei Preisen dieselben Wörter etwas völlig anderes bedeuten.

Die Grundregel in einem Satz

Brutto ist immer die größere Zahl. Netto ist das, was nach dem Abzug übrig bleibt.

Welche Abzüge gemeint sind, hängt vom Zusammenhang ab. Beim Lohn sind es Steuern und Sozialabgaben, beim Preis die Umsatzsteuer, beim Gewicht die Verpackung.

Was vom Bruttolohn abgeht

Zuerst die Steuern. Die Lohnsteuer richtet sich nach Höhe des Einkommens und Steuerklasse. Bis zum Grundfreibetrag bleibt Einkommen steuerfrei; 2026 liegt er bei 12.348 Euro im Jahr.

Dazu kommt die Kirchensteuer, wenn du Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft bist. Sie beträgt je nach Bundesland acht oder neun Prozent der Lohnsteuer.

Der Solidaritätszuschlag entfällt seit 2021 für die große Mehrheit der Beschäftigten. Er greift erst oberhalb einer Freigrenze.

Danach folgen die Sozialabgaben. Für 2026 gelten diese Sätze: Rentenversicherung 18,6 Prozent, Arbeitslosenversicherung 2,6 Prozent, Krankenversicherung 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag, Pflegeversicherung 3,6 Prozent.

Den durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung hat das Bundesgesundheitsministerium für 2026 auf 2,9 Prozent festgelegt. Was deine Kasse tatsächlich verlangt, kann davon abweichen.

Diese Beiträge teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte, den Zusatzbeitrag eingeschlossen. Wer über 23 ist und keine Kinder hat, zahlt in der Pflegeversicherung 0,6 Prozentpunkte Zuschlag allein.

Ein Rechenbeispiel für die Sozialabgaben

Rechne die Arbeitnehmeranteile zusammen: 9,3 Prozent Rente, 1,3 Prozent Arbeitslosenversicherung, 7,3 plus 1,45 Prozent Krankenversicherung und 1,8 Prozent Pflege. Zusammen 21,15 Prozent.

Bei 3.500 Euro Bruttolohn sind das 740,25 Euro allein an Sozialabgaben. Die Lohnsteuer kommt darauf noch obendrauf.

Kinderlose ab 23 zahlen in der Pflegeversicherung 2,4 statt 1,8 Prozent, also 21,75 Prozent insgesamt. In Sachsen liegt der Arbeitnehmeranteil zur Pflegeversicherung dauerhaft 0,5 Prozentpunkte höher als im übrigen Bundesgebiet.

Oberhalb bestimmter Grenzen steigen die Beiträge nicht weiter. 2026 liegt die Beitragsbemessungsgrenze für Kranken- und Pflegeversicherung bei 5.812,50 Euro im Monat, für Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 8.450 Euro.

Wer mehr verdient, zahlt auf den darüberliegenden Teil keine Beiträge mehr. Der prozentuale Abzug sinkt dadurch, je höher das Gehalt steigt.

Das dritte Brutto: was der Arbeitgeber zahlt

Neben deinem Brutto gibt es noch das Arbeitgeberbrutto. Der Betrieb zahlt seine Hälfte der Sozialabgaben zusätzlich, dazu Umlagen und die gesetzliche Unfallversicherung.

Aus 3.500 Euro Bruttolohn werden für den Arbeitgeber dadurch grob 4.200 bis 4.300 Euro Personalkosten. Auf der Gehaltsabrechnung taucht dieser Betrag meist als eigene Spalte auf.

Brutto und netto beim Preis

Hier geht es um die Umsatzsteuer, umgangssprachlich Mehrwertsteuer. Der Regelsatz beträgt 19 Prozent, der ermäßigte Satz für Grundnahrungsmittel, Bücher und einige weitere Waren 7 Prozent.

Preise gegenüber Verbrauchern müssen Bruttopreise sein, also den Endbetrag inklusive Steuer nennen. Im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen sind Nettoangaben üblich, weil Unternehmen die Steuer als Vorsteuer zurückholen.

Umrechnen geht mit einer Division. Aus 119 Euro brutto werden 100 Euro netto, wenn du durch 1,19 teilst. Beim ermäßigten Satz teilst du durch 1,07.

Der häufigste Rechenfehler ist der umgekehrte Weg: 19 Prozent von 119 Euro abzuziehen ergibt 96,39 Euro und damit ein falsches Ergebnis. Der Steuersatz bezieht sich immer auf den Nettobetrag, nicht auf den Bruttobetrag.

Deshalb weist jede ordentliche Rechnung beides getrennt aus: Nettosumme, Steuersatz, Steuerbetrag und Bruttosumme. Für Unternehmen ist genau diese Aufschlüsselung Voraussetzung für den Vorsteuerabzug.

Unterschied zwischen Netto und Brutto in anderen Zusammenhängen

Beim Gewicht steht netto für den Inhalt und brutto für Inhalt plus Verpackung. Auf Lebensmitteln ist deshalb immer die Nettofüllmenge angegeben.

Bei der Miete meint die Nettokaltmiete die reine Miete ohne Betriebskosten, die Bruttowarmmiete alles zusammen mit Heizung.

In der Wirtschaftsstatistik gibt es Brutto- und Nettoinlandsprodukt, bei Krediten den Nettodarlehensbetrag gegenüber der Gesamtsumme inklusive Zinsen. Das Prinzip bleibt jedes Mal gleich.

Warum zwei Menschen mit gleichem Brutto verschieden viel netto haben

Die Steuerklasse macht den größten Unterschied, gefolgt von Kirchensteuerpflicht und Kinderfreibeträgen.

Dazu kommen der Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse, der Kinderlosenzuschlag in der Pflegeversicherung, das Bundesland und freiwillige Abzüge wie eine betriebliche Altersvorsorge.

Deshalb sagt eine Nettoangabe in einer Stellenanzeige wenig aus. Verhandelt wird brutto.

Ein Teil davon holst du dir mit der Steuererklärung zurück. Die Lohnsteuer ist nur eine Vorauszahlung; erst der Steuerbescheid rechnet Werbungskosten, Sonderausgaben und Freibeträge gegen.

Häufige Fragen

Was ist mehr, brutto oder netto?

Brutto. Netto ist immer der kleinere Betrag, weil die Abzüge bereits abgegangen sind.

Wie rechne ich netto in brutto um?

Bei Preisen multiplizierst du mit 1,19 beziehungsweise 1,07. Beim Gehalt geht das nicht, weil die Lohnsteuer von individuellen Merkmalen abhängt.

Was steht im Arbeitsvertrag?

Üblicherweise das Bruttogehalt. Alles andere hängt von Steuerklasse und Krankenkasse ab und lässt sich vom Arbeitgeber nicht garantieren.

Wie hoch sind die Sozialabgaben insgesamt?

Der Arbeitnehmeranteil liegt 2026 bei rund 21 Prozent des Bruttolohns, je nach Krankenkasse und Kinderlosenzuschlag etwas darüber oder darunter.

Zahlen Minijobber auch Abgaben?

Im Minijob trägt der Arbeitgeber Pauschalbeiträge. Für den Beschäftigten bleibt in der Regel der volle Betrag, abgesehen vom Eigenanteil zur Rentenversicherung, von dem man sich befreien lassen kann.

Was bedeutet netto beim Gewicht?

Den Inhalt ohne Verpackung. Brutto ist Inhalt plus Verpackung, die Differenz heißt Tara.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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