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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Stenose bedeutet in der Medizin eine Verengung. Gemeint ist ein röhrenförmiger Teil des Körpers, der enger geworden ist. Das kann ein Blutgefäß sein, eine Herzklappe, der Wirbelkanal oder der Magenausgang. Durch die Engstelle fließt weniger Blut, Nahrung oder Flüssigkeit hindurch. Daraus entstehen je nach Ort ganz unterschiedliche Beschwerden.
Das Wichtigste in Kürze
- Stenose kommt vom griechischen „stenos“, das heißt eng.
- Häufige Formen sind Karotis-, Aortenklappen- und Spinalkanalstenose.
- Den Schweregrad geben Ärzte oft in Prozent an.
- Die Aortenklappenstenose betrifft rund 10 Prozent der über 70-Jährigen.
Stenose: Bedeutung und Herkunft des Wortes
Das Wort setzt sich aus dem griechischen „stenos“ für eng und der Endung „-ose“ zusammen. Diese Endung steht in der Medizin oft für einen Zustand oder Vorgang. Dieselbe Wurzel steckt in der Stenografie, der Kurzschrift. Wörtlich heißt sie Engschrift.
Ärzte nutzen den Begriff für jede Verengung eines Hohlorgans oder Kanals. Ist der Durchgang extrem eng, sprechen sie auch von einer Striktur. Ist er ganz zu, heißt das Verschluss oder Okklusion. Den Ort der Verengung stellt man meist vor das Wort. So entstehen Begriffe wie Karotisstenose oder Spinalkanalstenose.
Wo Stenosen auftreten
Stenosen können fast überall im Körper vorkommen, wo etwas durch eine Röhre fließt. Die Tabelle zeigt die bekanntesten Formen.
| Name | Ort | Mögliche Folge |
|---|---|---|
| Karotisstenose | Halsschlagader | erhöhtes Schlaganfallrisiko |
| Koronarstenose | Herzkranzgefäß | Brustenge, Herzinfarktrisiko |
| Aortenklappenstenose | Herzklappe zur Hauptschlagader | Atemnot, Schwindel, Ohnmacht |
| Spinalkanalstenose | Wirbelkanal | Rücken- und Beinschmerzen beim Gehen |
| Pylorusstenose | Magenausgang | Erbrechen, oft bei Säuglingen |
| Nierenarterienstenose | Nierenschlagader | Bluthochdruck |
| Gehörgangsstenose | äußerer Gehörgang | schlechteres Hören |
Die meisten Gefäßstenosen betreffen Arterien. Sie bringen sauerstoffreiches Blut zu den Organen. Warum Arterien und Venen so verschieden aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zum Unterschied zwischen Arterien und Venen.
Kurzantwort: Eine Stenose ist eine krankhafte Verengung eines Blutgefäßes, einer Herzklappe oder eines anderen Kanals im Körper. Der Name verrät meist den Ort.
Ursachen einer Stenose
Die Ursache hängt stark vom Ort ab. Häufige Auslöser sind:
- Arteriosklerose: Ablagerungen in der Gefäßwand engen Arterien ein.
- Verschleiß: Bandscheiben, Bänder und kleine Wirbelgelenke verändern sich mit dem Alter.
- Verkalkung: Herzklappen werden steif und öffnen sich schlechter.
- Entzündungen und Narben: Gewebe schwillt an oder zieht sich zusammen.
- Tumoren: Sie drücken von außen auf einen Kanal.
- Angeborene Engstellen: etwa am Magenausgang oder an Herzklappen.
Wie Ärzte den Grad einer Stenose angeben
Den Schweregrad beschreiben Ärzte meist in Prozent. Eine Stenose von 70 Prozent bedeutet, dass der Durchmesser um 70 Prozent kleiner ist als normal. Dazu kommen Begriffe wie geringgradig, mittelgradig und hochgradig. Eine subtotale Stenose lässt nur noch einen feinen Rest frei.
Zur Messung dienen verschiedene Verfahren. Bei Gefäßen ist der farbcodierte Ultraschall oft der erste Schritt. Dazu kommen Computertomographie, Magnetresonanztomographie oder eine Herzkatheteruntersuchung. Worin sich CT und MRT unterscheiden, zeigt der Beitrag zum Unterschied zwischen CT und MRT.
Zwei häufige Beispiele genauer erklärt
Aortenklappenstenose: Sie ist der häufigste Herzklappenfehler. Etwa 10 Prozent der Menschen über 70 sind betroffen. Die verkalkte Klappe öffnet sich nicht mehr weit genug. Das Herz muss stärker pumpen. Typisch sind Atemnot bei Belastung, Brustenge, Schwindel und Ohnmachtsanfälle. Viele leichte Fälle verursachen keine Beschwerden. Bei schwerer Stenose ersetzen Ärzte die Klappe, oft per Katheter über die Leiste. Dieses Verfahren heißt TAVI.
Spinalkanalstenose: Hier verengt sich der Kanal, in dem Rückenmark und Nerven verlaufen. Betroffene haben beim Gehen Schmerzen in Rücken, Gesäß und Beinen. Nach einer kurzen Strecke müssen sie stehen bleiben. Deshalb spricht man von der Schaufensterkrankheit. Sitzen oder Vorbeugen lindert die Beschwerden, weil sich der Kanal dabei etwas weitet.
Kurzantwort: Bei einer Aortenklappenstenose öffnet sich die Herzklappe schlecht. Bei einer Spinalkanalstenose drückt ein enger Wirbelkanal auf die Nerven.
Behandlung im Überblick
Nicht jede Stenose muss behandelt werden. Leichte Formen beobachten Ärzte oft nur. Bei stärkerer Verengung kommen je nach Ort diese Möglichkeiten infrage:
- Ballonaufdehnung und Stent bei verengten Gefäßen
- Bypass-Operation, die die Engstelle umgeht
- Klappenersatz per Katheter oder offener Operation
- Physiotherapie und Schmerztherapie bei Spinalkanalstenose
- Operation zur Erweiterung des Wirbelkanals
Bei Gefäßstenosen spielt die Vorbeugung eine große Rolle. Wer nicht raucht, sich regelmäßig bewegt und Blutdruck, Blutzucker und Blutfette im Blick behält, bremst die Arteriosklerose. Das senkt das Risiko für neue Engstellen. Auch nach einem Stent bleiben diese Maßnahmen wichtig.
Fazit
Die Bedeutung von Stenose lässt sich knapp fassen: Es handelt sich um eine Verengung. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet eng. Stenosen treten in Blutgefäßen, Herzklappen, im Wirbelkanal und in anderen Organen auf. Der Name zeigt meist den Ort an. Den Schweregrad geben Ärzte in Prozent an. Ob eine Behandlung nötig ist, hängt von Ort, Grad und Beschwerden ab.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Stenose auf Deutsch?
Stenose bedeutet Verengung. Das Wort stammt vom griechischen „stenos“ für eng.
Ist eine Stenose gefährlich?
Das hängt vom Ort und vom Grad ab. Leichte Stenosen bleiben oft folgenlos. Starke Verengungen an Herz oder Halsschlagader können gefährlich werden.
Was ist der Unterschied zwischen Stenose und Striktur?
Beide meinen eine Verengung. Striktur nennt man meist eine besonders ausgeprägte Engstelle.
Was ist eine hochgradige Stenose?
Eine starke Verengung, bei der nur noch wenig Raum bleibt. Der Durchmesser ist dann meist um mehr als zwei Drittel verringert.
Was ist eine Karotisstenose?
Eine Verengung der Halsschlagader. Sie erhöht das Risiko für einen Schlaganfall.
Was bedeutet Spinalkanalstenose?
Eine Verengung des Wirbelkanals. Sie verursacht Schmerzen und Taubheit in Rücken und Beinen, vor allem beim Gehen.
Wie häufig ist die Aortenklappenstenose?
Sie ist der häufigste Herzklappenfehler. Rund 10 Prozent der über 70-Jährigen sind betroffen.
Wie wird eine Stenose festgestellt?
Meist mit Ultraschall. Dazu kommen je nach Ort CT, MRT oder eine Herzkatheteruntersuchung.
Kann sich eine Stenose zurückbilden?
Verkalkungen und Verschleiß bilden sich in der Regel nicht zurück. Behandlungen können die Engstelle aber erweitern oder umgehen.
Hat Stenografie etwas mit Stenose zu tun?
Ja, sprachlich. Beide Wörter gehen auf das griechische „stenos“ für eng zurück.
Hinweis: Dieser Beitrag erklärt einen Fachbegriff und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.
Quellen
- DocCheck Flexikon: Stenose
- herzmedizin.de: Aortenklappenstenose
- Universitätsklinikum Heidelberg: Spinalkanalstenose

Susanne erklärt digitale Alltagsdinge geduldig und Schritt für Schritt. Wer bei ihr liest, muss nichts vorher wissen.






