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Was ist Modal? Die Faser aus Buchenholz einfach erklärt

Kurzantwort: Modal ist eine Textilfaser aus Zellulose, die meist aus Buchenholz gewonnen wird. Sie gehört zu den Viskosefasern, ist aber fester und formstabiler als gewöhnliche Viskose, vor allem im nassen Zustand. Modal fühlt sich weich und glatt an, nimmt Feuchtigkeit gut auf und steckt in Unterwäsche, T-Shirts, Bettwäsche und Nachtwäsche. Auf dem Etikett darf der Stoff nur als „Modal“ bezeichnet werden, wenn er die Anforderungen der EU-Textilkennzeichnung erfüllt.

Auf dem Etikett steht „50 % Baumwolle, 50 % Modal“, und du fragst dich, was da eigentlich drin ist. Der Name klingt nach Kunststoff, der Stoff fühlt sich aber an wie besonders weiche Baumwolle. Beides stimmt ein Stück weit.

Modal ist eine sogenannte Regeneratfaser. Der Rohstoff kommt aus der Natur, die Faser selbst wird aber in einem chemischen Verfahren hergestellt. Das unterscheidet Modal sowohl von Baumwolle als auch von Polyester.

Hier liest du, wie Modal entsteht, was es von Viskose und Baumwolle unterscheidet, wie du es pflegst und was das Wort in anderen Zusammenhängen bedeutet.

Die Definition

Wikipedia ordnet Modalfasern als „strukturmodifizierte Viskosefasern“ ein. Das Kurzzeichen lautet CMD. Ausgangsstoff ist Zellstoff, also gereinigte Zellulose aus Holz. Laut Wikipedia wird der Zellstoff für Modal „hauptsächlich aus Buchenholz gewonnen“.

Der Unterschied zur normalen Viskose steckt im Molekülaufbau. Modalfasern haben einen deutlich höheren Polymerisationsgrad, Wikipedia nennt Werte von über 400 bis 700. Die Zellulosemoleküle sind also länger und liegen geordneter in der Faser. Das macht den Stoff fester und stabiler.

Modal war ursprünglich ein Markenname. Heute hält die österreichische Lenzing AG die Marke, der Begriff wird aber als allgemeine Faserbezeichnung genutzt. Lenzing verkauft die Faser unter dem Namen TENCEL Modal.

So wird Modal hergestellt

Die Herstellung folgt dem Viskoseverfahren, das Wikipedia in drei Stufen beschreibt:

  1. Der Zellstoff wird mit Natronlauge behandelt und anschließend mit Schwefelkohlenstoff umgesetzt. Daraus entsteht eine zähflüssige Spinnlösung, die Viskose.
  2. Die Spinnlösung wird durch feine Düsen in ein Bad aus Schwefelsäure gepresst. Dort verfestigt sich die Zellulose wieder zu Fäden.
  3. Die Fäden werden gewaschen, nachbehandelt und getrocknet.

Bei Modal kommt ein Schritt dazu: Die Fasern werden während des Spinnens gestreckt. Die englische Wikipedia beschreibt Modal als Viskose, „which is stretched as it is made, aligning the molecules along the fibers“. Durch das Strecken richten sich die Moleküle entlang der Faser aus. Fachleute sprechen von HWM-Typen, High Wet Modulus, oder von Polynosic-Fasern.

Modal im Vergleich zu Viskose und Baumwolle

Der wichtigste Unterschied zeigt sich im nassen Zustand. Normale Viskose verliert nass stark an Festigkeit und dehnt sich. Modal muss laut Wikipedia eine feste Anforderung erfüllen: „Die Dehnung von Modalfasern muss bei einer Zugbelastung von 22,5 cN/tex im nassen Zustand unter 15 % bleiben, was von normalen und auch zahlreichen hochfesten Viskosefasern nicht erreicht wird.“

Für dich im Alltag bedeutet das: Ein Modal-Shirt leiert in der Wäsche weniger aus und läuft weniger ein. Die englische Wikipedia beschreibt Modalfasern als formstabil, sie „do not shrink or get pulled out of shape when wet like many rayons“. Außerdem neigt Modal weniger zum Pilling als Baumwolle, weil die Faseroberfläche glatter ist.

Merkmal Modal Viskose Baumwolle
Rohstoff Zellstoff, meist Buchenholz Zellstoff aus Holz Samenhaar der Baumwollpflanze
Faserart Regeneratfaser Regeneratfaser Naturfaser
Nassfestigkeit hoch niedrig hoch
Formstabilität hoch, wenig Einlaufen gering, kann einlaufen mittel
Griff weich, glatt, leicht glänzend weich, fließend eher matt, griffig
Pilling gering mittel mittel bis hoch
Trockner laut englischer Wikipedia möglich meist nicht empfohlen möglich

Was auf dem Etikett stehen muss

In der EU regelt die Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 die Textilkennzeichnung. In Deutschland setzt das Textilkennzeichnungsgesetz sie um. Hersteller müssen den Fasertyp und seinen Anteil in Prozent angeben, in absteigender Reihenfolge. Dabei sind nur die zugelassenen Faserbezeichnungen erlaubt. Wikipedia nennt als Beispiel: Ein Markenname wie Trevira statt der Bezeichnung Polyester wäre nach dem Gesetz nicht erlaubt.

Deshalb liest du auf dem Etikett „Modal“ und nicht „TENCEL“. Der Markenname darf zusätzlich auf dem Hangtag stehen, ersetzt aber nicht die Faserbezeichnung. Steht dort nur „Viskose“, handelt es sich um die einfachere Faser ohne die höhere Nassfestigkeit.

Pflege und Umwelt

Modal verträgt die normale Wäsche in der Maschine. Die englische Wikipedia hält fest, dass Modal ohne Schaden in den Trockner darf. Beachte trotzdem das Pflegeetikett, denn Mischgewebe mit Elasthan oder Wolle setzen engere Grenzen.

Beim Thema Umwelt gibt es zwei Seiten. Der Rohstoff Holz wächst nach, und die englische Wikipedia nennt für die Herstellung einen Wasserverbrauch, der „on average 10–20 times less water“ beträgt als bei Baumwolle. Die Chemikalien im Viskoseverfahren, vor allem Schwefelkohlenstoff, sind dagegen ein Problem, wenn sie nicht zurückgewonnen werden. Wie sauber eine Faser ist, hängt also stark vom Werk ab, in dem sie entsteht.

Andere Bedeutungen von „modal“

Das Wort begegnet dir auch außerhalb der Textilabteilung. Die Wikipedia-Begriffsklärung führt unter anderem auf:

  • In der Sprachwissenschaft beschreibt „modal“ die Art und Weise oder Möglichkeit und Notwendigkeit. Modalverben sind können, müssen, dürfen, sollen, wollen, mögen.
  • In der Software ist ein modales Fenster ein Dialog, der alles andere blockiert, bis du ihn schließt.
  • In der Verkehrsplanung meint Modal Split die Aufteilung der Wege auf Auto, Rad, Bus und Bahn.
  • In der Musik stehen modale Tonleitern für Kirchentonarten und modalen Jazz.

Wer „was ist modal“ sucht, meint aber fast immer den Stoff.

Häufige Fragen

Ist Modal ein Naturstoff oder eine Kunstfaser?

Weder noch im engen Sinn. Der Rohstoff Zellulose kommt aus Holz, die Faser entsteht aber chemisch. Fachleute nennen das Regeneratfaser.

Läuft Modal beim Waschen ein?

Deutlich weniger als Viskose. Die hohe Nassfestigkeit hält die Form. Bei Mischgeweben entscheidet der andere Anteil mit.

Darf Modal in den Trockner?

Laut englischer Wikipedia ja. Halte dich trotzdem an das Pflegeetikett des Kleidungsstücks.

Ist Modal besser als Baumwolle?

Modal ist weicher, glatter und pillt weniger. Baumwolle ist robuster gegen Hitze und meist günstiger. Beides hat seinen Platz.

Woher kommt der Rohstoff für Modal?

Aus Zellstoff, der laut Wikipedia hauptsächlich aus Buchenholz gewonnen wird.

Warum steht auf dem Etikett Modal und nicht TENCEL?

Weil die EU-Textilkennzeichnung nur zugelassene Faserbezeichnungen erlaubt. Markennamen ersetzen sie nicht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.


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