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Kurzantwort: Gemini ist der Name der KI-Modelle von Google und gleichzeitig der Name des Chat-Assistenten, in dem du sie benutzt. Google stellte Gemini am 6. Dezember 2023 vor; im Februar 2024 wurde der bisherige Chatbot Bard in Gemini umbenannt. Die Modelle verarbeiten Text, Bilder, Audio, Video und PDF-Dateien in einem System. Die Gemini-App gibt es kostenlos im Browser und als App für Android und iOS; kostenpflichtige Abos beginnen bei 4,99 Euro im Monat.
Wenn jemand von Gemini spricht, kann dreierlei gemeint sein: das Sprachmodell, mit dem Entwickler arbeiten, der Assistent, mit dem du chattest, oder die KI-Funktionen, die Google in Gmail, Docs, Android und die Suche einbaut. Alle drei tragen denselben Namen.
Google entwickelte Gemini als Antwort auf ChatGPT. Der Chatbot Bard von Anfang 2023 galt als schwächer als die Konkurrenz. Mit Gemini stellte Google ein Modell vor, das von Anfang an für mehrere Eingabearten trainiert wurde, statt Text- und Bildmodelle nachträglich zu verbinden.
Dieser Text erklärt, was Gemini kann, welche Versionen es gibt, was die App kostet, wo Gemini in Google-Produkten steckt und welche Kritik es gab. Die Angaben zu Modellen und Preisen entsprechen dem Stand vom September 2026 und ändern sich schnell.
Das Modell: Was Gemini technisch ist
Gemini ist ein großes Sprachmodell, genauer eine Familie von Modellen, entwickelt von Google DeepMind. Es wurde von Grund auf multimodal trainiert. Das heißt: Es nimmt Text, Code, Bilder, Audio und Video als Eingabe entgegen und kann darüber gemeinsam schlussfolgern, etwa eine Tabelle in einem Foto lesen und die Zahlen im Text erklären.
Bei der Vorstellung am 6. Dezember 2023 kündigten Sundar Pichai und Demis Hassabis drei Größen an: Ultra für komplexe Aufgaben, Pro für den breiten Einsatz und Nano für Smartphones. Gemini Ultra erreichte damals 90,0 Prozent im Wissenstest MMLU und übertraf damit erstmals menschliche Experten in diesem Benchmark. Die Demovideos zur Vorstellung wurden später kritisiert, weil sie geschnitten waren und die Reaktionszeit des Modells schneller wirken ließen, als sie war.
Versionen und Kontextfenster
Seit 2023 hat Google mehrere Generationen veröffentlicht. Die Modellfamilie 2.5 ist in der Entwicklerdokumentation weiterhin verfügbar, die aktuelle Generation heißt Gemini 3. Stand September 2026 listet Google dort Gemini 3.1 Pro sowie mehrere Flash-Varianten, die auf Geschwindigkeit und niedrige Kosten ausgelegt sind. Die Namen Flash, Pro und Deep Think bezeichnen Stufen: Flash für schnelle Antworten, Pro für anspruchsvolle Aufgaben, Deep Think für besonders komplexe Probleme. Nano läuft direkt auf dem Gerät ohne Internet.
Ein Maß für die Leistungsfähigkeit ist das Kontextfenster, also die Menge an Text, die das Modell auf einmal verarbeiten kann. Gemini 2.5 Pro verarbeitet laut Google-Dokumentation bis zu 1.048.576 Token als Eingabe und gibt bis zu 65.536 Token aus. Ein Token entspricht grob einer Silbe bis einem Wort. Das reicht für mehrere Bücher in einer einzigen Anfrage.
Die App: Was du mit Gemini machen kannst
Für die meisten Menschen ist Gemini der Assistent unter gemini.google.com und in der App. Er kann Fragen beantworten, Texte schreiben und zusammenfassen, Bilder erzeugen und bearbeiten, Code erklären und Dateien auswerten. Dazu kommen mehrere Sonderfunktionen:
- Gemini Live: Gespräch per Sprache, auch mit Kamera, in Echtzeit
- Deep Research: Gemini durchsucht viele Quellen und schreibt einen Bericht mit Verweisen
- Canvas: ein gemeinsamer Arbeitsbereich, in dem du Texte und Code direkt bearbeitest
- Gems: selbst angelegte Assistenten mit festen Anweisungen, etwa ein Lektor oder Sprachlehrer
Google bietet die App laut eigener Angabe in über 140 Ländern an. Wikipedia nennt für Mai 2026 rund 70 unterstützte Sprachen. Für die Nutzung von Gemini Pro und die Verknüpfung mit Gmail oder Docs musst du mindestens 18 Jahre alt sein.
Was Gemini kostet
Die Grundversion ist kostenlos. Für mehr Nutzung, bessere Modelle und Speicher verkauft Google drei Abos, alle mit Familienfreigabe für bis zu fünf Personen:
- Google AI Plus: 4,99 Euro im Monat, Zugriff auf Gemini 3.1 Pro, doppelte Nutzungslimits, 400 Gigabyte Speicher
- Google AI Pro: 21,99 Euro im Monat, erweiterter Zugriff auf Gemini 3.1 Pro und Deep Research, vierfache Limits, 5 Terabyte Speicher
- Google AI Ultra: ab 99,99 Euro im Monat, bis zu 20-fache Limits, Gemini Agent, ab 20 Terabyte Speicher
Studierende und Auszubildende bekommen laut Google ein Jahr Plus kostenlos. Entwickler zahlen über die Gemini API nach verbrauchten Token, mit einem kostenlosen Kontingent zum Testen.
Gemini in anderen Google-Produkten
Gemini steckt inzwischen in vielen Google-Diensten. In Gmail fasst es Mails zusammen und schreibt Entwürfe, in Docs, Sheets und Drive hilft es beim Schreiben und Auswerten, in Meet erstellt es Notizen. Auf Android-Handys löst Gemini den Google Assistant schrittweise ab und läuft als Nano-Version teilweise direkt auf dem Gerät. In der Google-Suche liefert Gemini die KI-Übersichten über den Suchergebnissen. Im Mai 2026 gab es Kritik, weil Gemini Nano auf Android-Geräten ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer installiert wurde.
Andere Bedeutungen von Gemini
Das Wort ist älter als die KI. Gemini ist der lateinische Name des Sternbilds und Tierkreiszeichens Zwillinge. Gemini hieß außerdem das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA in den 1960er Jahren, das zwischen Mercury und Apollo lag. Wer heute „was ist Gemini“ sucht, meint aber fast immer die Google-KI.
Häufige Fragen
Ist Gemini kostenlos?
Ja, die Grundversion. Abos für mehr Leistung kosten 4,99, 21,99 oder ab 99,99 Euro im Monat.
Was ist der Unterschied zwischen Gemini und Bard?
Bard war der Name von Googles Chatbot bis Februar 2024. Seitdem heißt er Gemini, wie die Modelle dahinter.
Was bedeutet Flash und Pro?
Flash-Modelle sind schnell und günstig, Pro-Modelle stärker bei komplexen Aufgaben. Deep Think ist die Stufe für besonders schwierige Probleme, Nano läuft auf dem Handy.
Kann Gemini Bilder erzeugen?
Ja. Die App erzeugt und bearbeitet Bilder; über die API gibt es dafür eigene Bildmodelle.
Wer hat Gemini entwickelt?
Google DeepMind, die KI-Abteilung von Google, unter Leitung von Demis Hassabis. Vorgestellt wurde es am 6. Dezember 2023.
Braucht Gemini ein Google-Konto?
Für die App ja. Die Verknüpfung mit Gmail, Docs und Kalender setzt zusätzlich ein Mindestalter von 18 Jahren voraus.
Quellen
- Google – Introducing Gemini: our largest and most capable AI model (6. Dezember 2023)
- Google AI for Developers – Gemini models
- Google – Gemini App: Funktionen und Abos
- Wikipedia – Gemini (Sprachmodell)
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