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Kurzantwort: Republik beschreibt die Staatsform: Das Staatsoberhaupt wird auf Zeit gewählt, es gibt keinen erblichen Monarchen. Demokratie beschreibt die Herrschaftsform: Die Staatsgewalt geht vom Volk aus, das in freien Wahlen entscheidet. Beides kann getrennt vorkommen. Großbritannien ist eine Demokratie mit König, Nordkorea nennt sich Republik und ist keine Demokratie. Deutschland ist beides: eine demokratische Republik.
Im Alltag werden die Wörter oft wie Synonyme benutzt. „Wir leben in einer Demokratie“ und „wir leben in einer Republik“ klingen nach derselben Aussage. Sie beantworten aber zwei verschiedene Fragen: Wer steht an der Spitze des Staates, und wer hat das Sagen?
Die Antwort auf die erste Frage lautet Republik oder Monarchie. Die Antwort auf die zweite Frage lautet Demokratie oder Autokratie. Beide Achsen lassen sich frei kombinieren, und aus dieser Kombination entstehen vier Typen von Staaten.
Hier findest du beide Begriffe erklärt, die vier Kombinationen mit Beispielen, die Regelung im Grundgesetz und alles in einer Tabelle.
Was eine Republik ist
Das Wort kommt vom lateinischen „res publica“, die öffentliche Angelegenheit. Wikipedia definiert Republik als „Sammelbezeichnung für alle nicht-monarchischen Staatsformen“. Entscheidend ist das Staatsoberhaupt: Es wird auf Zeit gewählt und erbt sein Amt nicht. In einer Monarchie steht dagegen ein König, eine Königin, ein Fürst oder ein Kaiser an der Spitze, meist auf Lebenszeit und durch Erbfolge.
Die Republik sagt nichts darüber, wie das Staatsoberhaupt gewählt wird oder wie viel Macht es hat. Ein Präsident kann direkt vom Volk gewählt werden wie in Frankreich oder von einer Versammlung wie in Deutschland. Auch Staaten ohne freie Wahlen nennen sich Republik, solange kein Monarch an der Spitze steht.
Was eine Demokratie ist
Das Wort stammt aus dem Altgriechischen: „dēmokratía“ heißt Volksherrschaft. Herodot erwähnt es laut Wikipedia um 430 v. Chr. für die attische Demokratie des 5. Jahrhunderts vor Christus. Wikipedia definiert Demokratie als Begriff „für Formen der Herrschaftsorganisation auf der Grundlage der Partizipation bzw. Teilhabe aller an der politischen Willensbildung“.
Eine Demokratie erkennst du an mehreren Merkmalen: allgemeine, freie und geheime Wahlen, Gewaltenteilung zwischen Gesetzgebung, Regierung und Gerichten, garantierte Grundrechte, Mehrheitsentscheidungen mit Schutz der Minderheit, Meinungs- und Pressefreiheit und die Möglichkeit, eine Regierung friedlich abzuwählen. In der direkten Demokratie entscheidet das Volk selbst über Sachfragen, in der repräsentativen Demokratie wählt es Vertreter, die entscheiden.
Weltweit ist Demokratie keine Selbstverständlichkeit. Nach dem Demokratieindex des Economist für 2024 leben laut Wikipedia 8 Prozent der Weltbevölkerung in vollständigen Demokratien, 38 Prozent in unvollständigen, 15 Prozent in Hybridregimen und 39 Prozent in Autokratien.
Vier Kombinationen: die Beispiele
Weil Staatsform und Herrschaftsform unabhängig voneinander sind, gibt es vier Typen. Die demokratische Republik ist der häufigste in Europa: Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Polen. Ein gewähltes Staatsoberhaupt, freie Wahlen, Gewaltenteilung.
Die demokratische Monarchie klingt widersprüchlich und ist Alltag: Großbritannien, Schweden, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, Spanien und Belgien haben einen Monarchen als Staatsoberhaupt, regiert wird aber von gewählten Parlamenten und Regierungen. Der Monarch repräsentiert, entscheidet aber nicht.
Die nicht-demokratische Republik trägt das Wort oft sogar im Namen. Die DDR nannte sich Deutsche Demokratische Republik und war keine Demokratie. Die Volksrepublik China wird von einer Partei regiert. Nordkorea heißt Demokratische Volksrepublik, seine Verfassung sieht laut Wikipedia die Herrschaft der Kim-Familie dauerhaft vor. Die nicht-demokratische Monarchie schließlich ist die absolute Monarchie, in der der Herrscher regiert, ohne an ein gewähltes Parlament gebunden zu sein.
Deutschland im Grundgesetz
Das Grundgesetz legt beides fest. Artikel 20 Absatz 1 lautet: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Absatz 2 ergänzt: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“ Das ist die Demokratie.
Die Republik steckt im Namen Bundesrepublik und in Artikel 28 Absatz 1: Die Ordnung in den Ländern muss „den Grundsätzen des republikanischen, demokratischen und sozialen Rechtsstaates“ entsprechen. Das Staatsoberhaupt, der Bundespräsident, wird nach Artikel 54 von der Bundesversammlung für fünf Jahre gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist zulässig. Wählbar ist jeder Deutsche ab 40 Jahren mit Wahlrecht zum Bundestag.
Artikel 79 Absatz 3, die Ewigkeitsklausel, verbietet Verfassungsänderungen, die „die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze“ berühren. Demokratie und Republik können in Deutschland also auch mit Zweidrittelmehrheit nicht abgeschafft werden.
Unterschied zwischen Republik und Demokratie in der Tabelle
| Merkmal | Republik | Demokratie |
|---|---|---|
| Beantwortet die Frage | Wer ist Staatsoberhaupt? | Wer übt die Macht aus? |
| Kategorie | Staatsform | Herrschaftsform |
| Gegenbegriff | Monarchie | Autokratie, Diktatur |
| Wortherkunft | lateinisch res publica, öffentliche Sache | griechisch dēmokratía, Volksherrschaft |
| Kernmerkmal | gewähltes Staatsoberhaupt auf Zeit | Staatsgewalt geht vom Volk aus |
| Sagt nichts über | freie Wahlen, Grundrechte | Art des Staatsoberhaupts |
| Beispiel mit beidem | Deutschland, Frankreich, Österreich | |
| Beispiel nur Republik | Volksrepublik China, Nordkorea, früher DDR | |
| Beispiel nur Demokratie | Großbritannien, Schweden, Niederlande, Spanien | |
| Im Grundgesetz | Art. 28 Abs. 1, Art. 54 | Art. 20 Abs. 1 und 2 |
Häufige Fragen
Ist Deutschland eine Republik oder eine Demokratie?
Beides. Der Bundespräsident wird auf Zeit gewählt (Republik), und alle Staatsgewalt geht vom Volk aus (Demokratie).
Kann eine Monarchie demokratisch sein?
Ja. Großbritannien, Schweden, Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Belgien und Spanien sind parlamentarische Monarchien mit gewählten Regierungen.
Warum nannte sich die DDR Demokratische Republik?
Republik war sie, ein gewähltes Staatsoberhaupt gab es. Demokratisch war sie nicht, weil freie Wahlen, Gewaltenteilung und Pressefreiheit fehlten. Der Name war Selbstbezeichnung, kein Befund.
Was ist der Gegenbegriff zur Republik?
Die Monarchie. Der Gegenbegriff zur Demokratie ist die Autokratie oder Diktatur.
Wie lange ist der Bundespräsident im Amt?
Fünf Jahre, mit einmaliger Wiederwahl. Er wird nach Artikel 54 Grundgesetz von der Bundesversammlung gewählt.
Kann Deutschland wieder eine Monarchie werden?
Nicht per Verfassungsänderung. Artikel 79 Absatz 3 schützt die Grundsätze aus Artikel 20 dauerhaft.
Quellen
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