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Titelbild: „2021-12-25 Colonel-Rabbit by-David-Revoy“ von David Revoy · CC BY 4.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten
Kurzantwort: Der Feldhase ist mit 3,5 bis 5 Kilogramm deutlich größer als das Wildkaninchen mit 1,3 bis 2,2 Kilogramm, hat längere Ohren und längere Hinterbeine. Hasen leben allein in einer flachen Mulde, der Sasse, und bringen behaarte, sehende Junge zur Welt. Kaninchen leben gesellig in Erdbauen, ihre Jungen kommen nackt und blind zur Welt. Beide gehören zur Familie der Hasen, sind aber verschiedene Gattungen.
Das Tier, das im Frühjahr über das Feld rennt, ist meistens ein Hase. Das Tier, das am Waldrand in ein Loch verschwindet, ist meistens ein Kaninchen. Und das Tier im Stall nebenan ist immer ein Kaninchen, auch wenn es Stallhase genannt wird.
Beide Arten sehen sich ähnlich, leben aber komplett unterschiedlich. Der Feldhase ist ein Einzelgänger auf offener Fläche, das Kaninchen ein geselliger Höhlenbewohner.
Hier findest du die Unterschiede in einer Tabelle, die Zahlen zu Größe, Nachwuchs und Tempo und die Antwort auf die Frage, warum sich beide nicht kreuzen lassen.
Der Feldhase
Der Feldhase (Lepus europaeus) erreicht laut Wikipedia eine Kopf-Rumpf-Länge von 55 bis 68 Zentimetern und wiegt 3,5 bis etwa 5 Kilogramm. Seine Ohren, in der Jägersprache Löffel, sind 10 bis 14 Zentimeter lang. Die Hinterfüße messen 12 bis 18,5 Zentimeter, daher die weiten Sprünge.
Auf der Flucht erreicht er bis zu 70 Kilometer pro Stunde, die Deutsche Wildtier Stiftung nennt sogar bis zu 80. Er springt bis zu zwei Meter hoch und drei Meter weit. Hasen leben außerhalb der Paarungszeit allein und ruhen in einer flachen Bodenmulde, der Sasse, von der aus sie die Umgebung überblicken. Einen Bau graben sie nicht. Aktiv sind sie vor allem in der Dämmerung und nachts.
Die Jungen sind Nestflüchter: Sie kommen behaart und sehend zur Welt, wiegen 100 bis 150 Gramm und liegen ab dem ersten Tag allein in der Sasse. Die Tragzeit dauert etwa 42 Tage, in Mitteleuropa gibt es drei bis vier Würfe pro Jahr mit ein bis fünf Jungen.
Das Wildkaninchen
Das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ist mit 35 bis 45 Zentimetern Kopf-Rumpf-Länge und 1,3 bis 2,2 Kilogramm kaum halb so schwer. Die Ohren sind nur 6 bis 8 Zentimeter lang, der Schwanz 4 bis 7 Zentimeter.
Kaninchen leben in Kolonien und graben Erdbaue, deren Gänge laut Wikipedia bis zu drei Meter tief und 45 Meter lang reichen können. Ihre Heimat ist die Iberische Halbinsel, von dort verbreitete der Mensch sie über Europa. Das Wildkaninchen ist die Stammform aller Hauskaninchen.
Die Jungen sind Nesthocker: nackt, blind, 40 bis 50 Gramm schwer, geschützt in einer Wurfhöhle. Die Tragzeit beträgt vier bis fünf Wochen, ein Weibchen bringt fünf bis sieben Würfe pro Jahr mit durchschnittlich fünf bis sechs Jungen. Daher die sprichwörtliche Vermehrung.
Unterschied zwischen Hase und Kaninchen in der Tabelle
| Merkmal | Feldhase | Wildkaninchen |
|---|---|---|
| Kopf-Rumpf-Länge | 55 bis 68 cm | 35 bis 45 cm |
| Gewicht | 3,5 bis 5 kg | 1,3 bis 2,2 kg |
| Ohren | 10 bis 14 cm, mit schwarzen Spitzen | 6 bis 8 cm |
| Hinterbeine | Lang, Hinterfuß bis 18,5 cm | Kurz |
| Tempo | Bis 70 km/h, Sprünge bis 2 m hoch | Deutlich langsamer, flüchtet in den Bau |
| Sozialleben | Einzelgänger | Kolonien |
| Wohnung | Sasse, eine flache Mulde im Freien | Erdbau mit Gängen bis 45 m Länge |
| Junge | Nestflüchter, behaart und sehend, 100 bis 150 g | Nesthocker, nackt und blind, 40 bis 50 g |
| Tragzeit | Etwa 42 Tage | 4 bis 5 Wochen |
| Würfe pro Jahr | 3 bis 4, je 1 bis 5 Junge | 5 bis 7, je 5 bis 6 Junge |
| Als Haustier | Nein | Ja, Stammform aller Hauskaninchen |
Warum sich Hase und Kaninchen nicht kreuzen
Beide gehören zur Familie der Hasen (Leporidae) innerhalb der Ordnung der Hasenartigen. Der Feldhase steht aber in der Gattung Lepus, das Kaninchen in der Gattung Oryctolagus. Die Trennung liegt so weit zurück, dass keine gemeinsamen Nachkommen entstehen. Ein „Stallhase“ ist deshalb immer ein Kaninchen, und der Osterhase ist zoologisch ein Feldhase, weil er mit seinen langen Löffeln und schwarzen Ohrspitzen abgebildet wird.
Die unterschiedliche Lebensweise erklärt die unterschiedlichen Jungen. Ein Kaninchen kann nackte, hilflose Junge in einer geschützten Höhle aufziehen. Ein Hase hat keine Höhle, seine Jungen liegen im offenen Gras und müssen von der ersten Stunde an sehen, sich ducken und bei Gefahr davonlaufen.
Bestand und Gefährdung
Laut Deutscher Wildtier Stiftung leben in Deutschland noch einige wenige Millionen Feldhasen, mit abnehmender Tendenz. Hauptursachen sind die intensive Landwirtschaft, die Deckung und Nahrung auf den Feldern nimmt, und der Straßenverkehr, dem jährlich rund 60.000 Feldhasen zum Opfer fallen. Mehr als die Hälfte der Junghasen überlebt laut Wikipedia das erste Jahr nicht.
Wildkaninchen kommen mit Menschen besser zurecht. Sie besiedeln Parks, Friedhöfe und Bahndämme, solange der Boden zum Graben taugt.
Häufige Fragen
Ist ein Stallhase ein Hase?
Nein. Jeder Stallhase ist ein Hauskaninchen und stammt vom Wildkaninchen ab. Feldhasen lassen sich nicht zähmen und nicht in Ställen halten.
Woran erkenne ich einen Hasen auf dem Feld?
An der Größe, den sehr langen Ohren mit schwarzen Spitzen und den langen Hinterbeinen. Läuft das Tier weit über die offene Fläche statt in ein Loch, ist es ein Hase.
Können Hase und Kaninchen Junge bekommen?
Nein. Es sind verschiedene Gattungen, gemeinsame Nachkommen gibt es nicht.
Warum liegen Junghasen allein im Gras?
Weil Hasen keinen Bau haben. Die Häsin legt die Jungen in der Sasse ab und kommt nur zum Säugen. Ein scheinbar verlassener Junghase braucht meist keine Hilfe, Anfassen schadet ihm eher.
Wie alt werden Feldhasen?
In freier Natur laut Deutscher Wildtier Stiftung bis zu zwölf Jahre. Die meisten Tiere sterben viel früher, über die Hälfte schon im ersten Jahr.
Sind Kaninchen Nagetiere?
Nein. Hasen und Kaninchen bilden die eigene Ordnung der Hasenartigen. Sie haben hinter den oberen Schneidezähnen ein zweites, kleines Paar, das Nagetieren fehlt.
Quellen
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Geschrieben von David Lenk fuer smarterklärt.de. Strittige Faelle werden als strittig gekennzeichnet.

David bastelt an Handys, Rechnern und WLAN und schreibt auf, was beim Einrichten wirklich hakt.







