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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Eine Reminiszenz ist eine bedeutsame Erinnerung oder ein bewusster Anklang an etwas Früheres. Reminiszenzen sind also Erinnerungen, Rückblicke oder Anspielungen. Das Wort gehört zur Bildungssprache und stammt vom lateinischen „reminisci“, sich erinnern. Im Alltag begegnet es vor allem in Kritiken zu Kunst, Musik, Film und Mode. Dort beschreibt es Werke, die auf ein Vorbild oder eine vergangene Zeit verweisen.
Das Wichtigste in Kürze
- Reminiszenz bedeutet Erinnerung oder Anklang.
- Der Plural lautet Reminiszenzen.
- Typische Verbindung: „eine Reminiszenz an“.
- Das Wort gilt als bildungssprachlich.
Was bedeutet Reminiszenz?
Der Duden nennt zwei Bedeutungen. Die erste ist eine Erinnerung von gewisser Bedeutsamkeit. Gemeint ist eine Erinnerung, die Gewicht hat und etwas auslöst. Der Duden gibt dazu das Beispiel, ein Bild sei eine Reminiszenz an die Studienzeit.
Die zweite Bedeutung betrifft Ähnlichkeit. Ein Werk enthält Züge, die an etwas anderes erinnern. Das kann ein Stil sein, eine Melodie oder eine Bildidee. In diesem Sinn ist eine Reminiszenz ein Anklang oder eine Anspielung.
Kurzantwort: Reminiszenzen sind bedeutsame Erinnerungen oder bewusste Anklänge an etwas Früheres, etwa an eine Epoche, einen Künstler oder ein Erlebnis.
Herkunft des Wortes
Das Wort hat einen langen Weg hinter sich. Laut DWDS stammt es vom spätlateinischen „reminiscentia“, was Rückerinnerung bedeutet. Dahinter steht das lateinische Verb „reminisci“ für sich erinnern. Der Duden nennt zusätzlich das französische „réminiscence“ als Zwischenstation. Ins Deutsche kam das Wort laut DWDS gegen Ende des 17. Jahrhunderts.
Die Vorsilbe „re-“ bedeutet zurück oder wieder. Eine Reminiszenz holt also etwas zurück, das schon einmal da war. Diese Grundidee trägt das Wort bis heute.
Grammatik und Schreibweise
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wortart | Substantiv, feminin |
| Artikel | die Reminiszenz |
| Plural | die Reminiszenzen |
| Silbentrennung | Re-mi-nis-zenz |
| Betonung | auf der letzten Silbe |
| Stilebene | bildungssprachlich |
| Typische Präposition | an |
Ein häufiger Fehler ist die Schreibung mit „ss“ oder „c“. Richtig ist nur „Reminiszenz“ mit „sz“ und „z“ am Ende. Die französische Form „réminiscence“ gehört nicht ins Deutsche.
Reminiszenzen in Kunst, Musik und Film
Am häufigsten taucht das Wort in Kritiken auf. Dort beschreibt es bewusste Verweise auf Vorbilder. Einige typische Beispiele zeigen den Gebrauch:
- „Der neue Song ist eine Reminiszenz an den Sound der Achtziger.“
- „Die Kollektion enthält Reminiszenzen an die Mode der Zwanzigerjahre.“
- „Der Film steckt voller Reminiszenzen an klassische Western.“
- „Das Gebäude ist eine Reminiszenz an den Bauhausstil.“
Das DWDS zeigt auch eine kritische Seite. Es zitiert einen Beleg, nach dem sich die Schwäche mancher Nachahmer in Reminiszenzen zeige. Wer nur Reminiszenzen liefert, wirkt schnell unoriginell. Der Unterschied liegt in der Absicht. Eine gewollte Anspielung gilt als Hommage. Eine unbewusste Nähe zum Vorbild wirkt eher wie mangelnde Eigenständigkeit.
Reminiszenzen im persönlichen Sinn
Das Wort beschreibt auch private Erinnerungen. Das DWDS nennt Verbindungen wie „persönliche Reminiszenzen“ oder „gemeinsame Reminiszenzen“. Oft stehen Adjektive wie nostalgisch, wehmütig oder sentimental daneben. Ein Beispiel: „Beim Klassentreffen tauschten alle Reminiszenzen an die Schulzeit aus.“ Ein zweites Beispiel stammt aus einer Festrede: „Erlauben Sie mir zum Schluss eine kleine Reminiszenz an unsere ersten Tage in der Werkstatt.“ Auch Autobiografien und Jubiläumsschriften greifen gern zu dem Wort. Es verleiht einem Rückblick etwas Feierliches.
Im Alltag wirkt das Wort in diesem Sinn gehoben. In einem Gespräch unter Freunden klingt „Erinnerungen“ natürlicher. In Reden, Essays oder Rezensionen passt „Reminiszenz“ dagegen gut. Wer einen Rückblick auf ein Projekt schreibt, findet verwandte Begriffe im Beitrag zur Retrospektive.
Kurzantwort: „Reminiszenz an“ ist die übliche Verbindung. Ein Werk oder eine Geste erinnert damit bewusst an etwas Vergangenes.
Synonyme und verwandte Wörter
Je nach Bedeutung passen unterschiedliche Ersatzwörter:
- Für Erinnerung: Rückblick, Rückschau, Andenken, Gedächtnis.
- Für Anklang: Anspielung, Hommage, Zitat, Echo, Verweis.
- Englisch: reminiscence, allusion.
Das DWDS nennt als modernes Synonym auch „Flashback“. Wie stark ein Anklang gedeutet wird, hängt vom Blick des Betrachters ab. Mehr dazu erklärt der Beitrag zu interpretieren. Den Unterschied zwischen persönlichem Eindruck und nachprüfbarer Tatsache zeigt der Artikel über objektiv und subjektiv.
Abgrenzung zu Zitat, Remake und Kopie
Im Kulturbereich liegen mehrere Begriffe nah beieinander. Die Unterschiede sind fein, aber wichtig:
| Begriff | Was übernommen wird | Beispiel |
|---|---|---|
| Reminiszenz | ein Anklang, eine Stimmung, ein Stilmerkmal | ein Kleid im Schnitt der Sechzigerjahre |
| Zitat | ein genau erkennbarer Teil | eine Filmszene, die Einstellung für Einstellung nachgestellt wird |
| Hommage | eine erkennbare Verbeugung vor einem Vorbild | ein Album, das einer Band gewidmet ist |
| Remake | das ganze Werk in neuer Fassung | die Neuverfilmung eines Klassikers |
| Kopie | alles, ohne eigene Idee | ein nachgebautes Designerstück |
Eine Reminiszenz bleibt also die leiseste Form. Sie deutet an, ohne alles zu übernehmen. Gerade das macht sie für Kritiker interessant. Wer sie erkennt, braucht Wissen über das Vorbild.
Reminiszenz richtig verwenden
Drei einfache Regeln helfen beim Schreiben:
- Das Wort für bedeutsame Erinnerungen nutzen. Für den vergessenen Einkaufszettel passt es kaum.
- Mit „an“ verbinden: eine Reminiszenz an etwas.
- In lockerer Sprache lieber „Erinnerung“ oder „Anspielung“ wählen.
Fazit
Reminiszenzen sind bedeutsame Erinnerungen oder bewusste Anklänge an Früheres. Das Wort stammt vom lateinischen „reminisci“ und kam über das Spätlateinische und Französische ins Deutsche. Es passt vor allem in Kritiken, Reden und Essays. Mit der Präposition „an“ gelingt der Gebrauch fast immer.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Reminiszenz auf Deutsch?
Erinnerung oder Anklang an etwas Früheres.
Wie lautet der Plural von Reminiszenz?
Die Reminiszenzen.
Welcher Artikel gehört zu Reminiszenz?
Der weibliche Artikel: die Reminiszenz.
Woher kommt das Wort Reminiszenz?
Vom spätlateinischen „reminiscentia“, abgeleitet von „reminisci“, sich erinnern.
Seit wann gibt es das Wort im Deutschen?
Laut DWDS seit dem späten 17. Jahrhundert.
Was ist eine Reminiszenz an etwas?
Ein bewusster Verweis, der an ein Vorbild oder eine Zeit erinnert.
Ist Reminiszenz ein positives Wort?
Meist neutral. Bei fehlender Eigenständigkeit kann es kritisch gemeint sein.
Was ist ein Synonym für Reminiszenz?
Erinnerung, Rückblick, Anspielung oder Hommage.
Wie spricht man Reminiszenz aus?
Mit Betonung auf der letzten Silbe: Re-mi-nis-zenz.
Was heißt Reminiszenz auf Englisch?
Reminiscence oder, im Sinne von Anspielung, allusion.
Quellen

David bastelt an Handys, Rechnern und WLAN und schreibt auf, was beim Einrichten wirklich hakt.
