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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Idem ist Latein und bedeutet „derselbe“ oder „dasselbe“. Im Deutschen taucht das Wort vor allem in wissenschaftlichen Fußnoten auf. Dort ersetzt es den Namen eines Autors, der gerade schon genannt wurde. Die Abkürzung lautet „id.“. Bekannter ist die Wendung „aut idem“ auf Kassenrezepten. Sie heißt „oder das Gleiche“ und erlaubt der Apotheke, ein wirkstoffgleiches Medikament abzugeben.
Das Wichtigste in Kürze
- Idem = lateinisch „derselbe, dasselbe“
- Abkürzung: id., laut Duden bildungssprachlich
- Aut idem = „oder das Gleiche“ auf dem Rezept
- Kreuz im Aut-idem-Feld: Die Apotheke darf nicht austauschen
Idem Bedeutung: Herkunft und Übersetzung
Das Wort stammt aus dem Lateinischen. Idem ist ein Pronomen und bedeutet „ebenderselbe“. Im Latein ändert es seine Form je nach Geschlecht: idem für männlich und sächlich, eadem für weiblich. Der Duden führt idem als bildungssprachliches Wort mit zwei Bedeutungen:
- derselbe: bei Quellenangaben, um den vollständigen Namen eines Verfassers nicht zu wiederholen
- dasselbe: allgemein für eine Sache, die mit der vorigen übereinstimmt
Im Alltag ist das Wort selten. Die meisten Menschen sagen „derselbe“, „ebenso“ oder „dito“. Wo der Unterschied zwischen „das Gleiche“ und „dasselbe“ liegt, erklärt der Beitrag Unterschied zwischen gleich und selbe.
Kurzantwort: Idem heißt „derselbe“ oder „dasselbe“. Es verweist auf eine Person oder Sache, die gerade schon genannt wurde.
Idem in Fußnoten und Literaturangaben
In älteren wissenschaftlichen Texten stehen Fußnoten oft dicht hintereinander. Stammen zwei Quellen vom selben Autor, schreibt man beim zweiten Mal „id.“ statt des Namens. Ein Beispiel:
- 1 Müller, Hans: Geschichte der Schrift. Berlin 1998, S. 12.
- 2 Id.: Das Alphabet. Berlin 2003, S. 45.
Die zweite Fußnote bedeutet: gleicher Autor, anderes Buch. Leicht verwechselt wird idem mit „ibidem“, abgekürzt „ibid.“ oder „ebd.“. Ibidem heißt „ebenda“. Es steht für dieselbe Quelle, oft sogar dieselbe Seite.
| Kürzel | Bedeutung | Wann verwenden |
|---|---|---|
| id. (idem) | derselbe Autor | anderes Werk derselben Person |
| ibid. / ebd. | ebenda | dasselbe Werk wie direkt zuvor |
| a. a. O. | am angegebenen Ort | ein schon früher zitiertes Werk |
Viele Hochschulen verlangen heute Kurzbelege wie „Müller 2003, S. 45“. Dann fallen idem und ibidem ganz weg. Der Grund ist praktisch: Beim Umstellen von Absätzen verrutschen Verweise wie „id.“ schnell und zeigen plötzlich auf den falschen Autor. Ein vollständiger Kurzbeleg bleibt dagegen an jeder Stelle eindeutig. In juristischen und geisteswissenschaftlichen Fächern mit klassischen Fußnoten tauchen die lateinischen Kürzel dennoch weiter auf. Maßgeblich ist immer der Leitfaden des Instituts. Weitere Kürzel aus dem Schreiballtag stehen im Artikel Meines Erachtens: Abkürzung.
Aut idem: das Kreuz auf dem Rezept
Auf dem Kassenrezept stehen links neben jeder Verordnung kleine Felder mit der Aufschrift „aut idem“. Die Wendung heißt „oder das Gleiche“. Laut Bundesgesundheitsministerium darf die Apotheke dann ein wirkstoffgleiches, günstigeres Arzneimittel abgeben. Dafür gelten feste Bedingungen:
- gleiche Wirkstärke und gleiche Packungsgröße
- Zulassung für dasselbe Anwendungsgebiet
- gleiche oder austauschbare Darreichungsform, etwa Tablette
Hat die Krankenkasse einen Rabattvertrag mit einem Hersteller, gibt die Apotheke vorrangig dessen Präparat ab. Deshalb wechselt die Packung manchmal von Rezept zu Rezept.
Kurzantwort: Ohne Kreuz darf die Apotheke ein wirkstoffgleiches Mittel abgeben. Mit Kreuz im Aut-idem-Feld muss sie genau das verordnete Präparat herausgeben.
Wann Ärzte das Kreuz setzen
Das Kreuz schließt den Austausch aus. Ärzte setzen es, wenn ein Wechsel medizinisch heikel wäre. Das betrifft etwa Mittel mit enger therapeutischer Breite, bei denen schon kleine Unterschiede zählen. Auch Unverträglichkeiten gegen Hilfsstoffe oder die Sorge vor Verwechslungen bei älteren Menschen spielen eine Rolle. Wer trotz fehlendem Kreuz sein gewohntes Präparat möchte, kann in der Apotheke nach einem Wunscharzneimittel fragen. Dann streckt die Person die Kosten meist selbst vor und erhält von der Kasse nur einen Teil zurück.
Idem, dito und ebenso im Alltag
Im gesprochenen Deutsch übernimmt „dito“ die Rolle von idem. Das Wort kommt aus dem Italienischen und heißt „besagt“. Wer auf „Ich nehme einen Kaffee“ mit „Dito“ antwortet, bestellt dasselbe. Idem wirkt in diesem Zusammenhang steif und fast schon ironisch.
| Ausdruck | Herkunft | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| idem | Latein | Fußnoten, Fachtexte |
| dito | Italienisch | Umgangssprache, Listen |
| ebenso | Deutsch | neutral in jedem Text |
| desgleichen | Deutsch | gehoben, eher schriftlich |
In Tabellen und Inventarlisten stehen oft zwei kleine Striche unter einem Eintrag. Dieses Wiederholungszeichen meint ebenfalls „dasselbe wie oben“ und spart Schreibarbeit.
Verwandte Wörter mit idem
Das lateinische idem steckt in mehreren Fachwörtern. „Identität“ geht auf das spätlateinische identitas zurück, das von idem abgeleitet ist. In der Informatik heißt eine Operation „idempotent“, wenn sie bei mehrfacher Ausführung dasselbe Ergebnis liefert wie bei einmaliger. Ein bekanntes Beispiel sind bestimmte HTTP-Methoden. Mehr zu Statuscodes zeigt der Beitrag HTTP 405.
Fazit
Idem bedeutet „derselbe“ oder „dasselbe“. In Fußnoten ersetzt „id.“ den Namen eines gerade genannten Autors. Auf dem Rezept erlaubt „aut idem“ den Tausch gegen ein wirkstoffgleiches Mittel. Setzt der Arzt dort ein Kreuz, gibt die Apotheke genau das verordnete Präparat ab.
FAQ – Häufige Fragen
Was heißt idem auf Deutsch?
Idem heißt „derselbe“ oder „dasselbe“. Es stammt aus dem Lateinischen.
Wie kürzt man idem ab?
Mit „id.“. Der Duden nennt diese Abkürzung.
Was ist der Unterschied zwischen idem und ibidem?
Idem steht für denselben Autor. Ibidem heißt „ebenda“ und verweist auf dieselbe Quelle wie direkt zuvor.
Was bedeutet aut idem?
„Oder das Gleiche“. Die Apotheke darf ein wirkstoffgleiches, oft günstigeres Arzneimittel abgeben.
Was bedeutet das Kreuz bei aut idem?
Das Kreuz verbietet den Austausch. Die Apotheke gibt genau das verordnete Präparat ab.
Warum gibt die Apotheke ein anderes Medikament heraus?
Meist wegen eines Rabattvertrags der Krankenkasse. Wirkstoff, Wirkstärke und Packungsgröße bleiben gleich.
Ist das Austauschpräparat schlechter?
Nein. Es muss denselben Wirkstoff in derselben Stärke enthalten und für dasselbe Anwendungsgebiet zugelassen sein.
Wie heißt idem in der weiblichen Form?
Eadem. Diese Form ist im Deutschen aber kaum gebräuchlich.
Benutzt man idem heute noch in Hausarbeiten?
Selten. Viele Hochschulen setzen auf Kurzbelege mit Name und Jahr. Maßgeblich ist der Leitfaden des Fachs.
Was bedeutet idempotent?
Eine Operation ist idempotent, wenn mehrfaches Ausführen dasselbe Ergebnis liefert wie einmaliges. Der Begriff stammt aus Mathematik und Informatik.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






