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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Die Marge ist die Spanne zwischen zwei Werten. Im Handel bedeutet sie meist den Unterschied zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, gemessen am Verkaufspreis. Kauft ein Händler eine Ware für 60 Euro ein und verkauft sie für 100 Euro, beträgt die Marge 40 Euro oder 40 Prozent. Das Wort stammt vom französischen marge und lateinischen margo für Rand.
Das Wichtigste in Kürze
- Marge in Prozent = (Verkaufspreis minus Einkaufspreis) geteilt durch Verkaufspreis mal 100.
- Der Aufschlag bezieht sich auf den Einkaufspreis und fällt deshalb immer höher aus.
- Unternehmen unterscheiden Brutto-, EBIT- und Nettomarge.
- Gerechnet wird mit Nettopreisen ohne Mehrwertsteuer.
Marge: Bedeutung und Herkunft des Wortes
Der Duden nennt als Grundbedeutung „Unterschied, Spielraum, Spanne“. Das Wort ist weiblich, es heißt die Marge, im Plural die Margen. Ausgesprochen wird es französisch, etwa wie „Marsche“. Synonyme sind Spanne und Handelsspanne.
Im Wirtschaftsleben hat die Marge mehrere Bedeutungen:
- Gewinnspanne zwischen Kosten und Verkaufspreis
- Preisunterschied für gleiche Waren an verschiedenen Orten
- Spanne zwischen Ausgabe- und Börsenkurs eines Wertpapiers
- Sicherheitsleistung bei Wertpapierkäufen auf Kredit
- Abstand zwischen dem Wert eines Pfands und dem Vorschuss darauf
Im Alltag ist fast immer die erste Bedeutung gemeint. Wer von einer „guten Marge“ spricht, meint ein Produkt, an dem nach Abzug der Kosten viel übrig bleibt.
Marge berechnen: Formel und Beispiel
Die Grundformel ist einfach. Vom Verkaufspreis wird der Einkaufspreis abgezogen. Das Ergebnis ist die Marge in Euro. Teilt man sie durch den Verkaufspreis, ergibt sich die Marge in Prozent.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Verkaufspreis netto | – | 100 Euro |
| Einkaufspreis netto | – | 60 Euro |
| Marge in Euro | 100 minus 60 | 40 Euro |
| Marge in Prozent | 40 geteilt durch 100 mal 100 | 40 Prozent |
| Aufschlag in Prozent | 40 geteilt durch 60 mal 100 | 66,7 Prozent |
Wichtig sind Nettopreise. Die Mehrwertsteuer gehört dem Finanzamt und verfälscht die Rechnung. Den Unterschied erklärt der Beitrag zu brutto und netto.
Kurzantwort: Marge in Prozent = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100. Bei 60 Euro Einkauf und 100 Euro Verkauf ergibt das 40 Prozent.
Marge und Aufschlag: der häufigste Rechenfehler
Viele verwechseln Marge und Aufschlag. Beide beschreiben denselben Betrag in Euro. Sie beziehen ihn aber auf unterschiedliche Größen. Die Marge rechnet vom Verkaufspreis, der Aufschlag vom Einkaufspreis. Das Gabler Wirtschaftslexikon nennt ein Beispiel: Eine Spanne von 20 Prozent entspricht einem Aufschlag von 25 Prozent.
| Aufschlag auf Einkauf | Marge vom Verkauf |
|---|---|
| 25 Prozent | 20 Prozent |
| 50 Prozent | 33,3 Prozent |
| 100 Prozent | 50 Prozent |
| 150 Prozent | 60 Prozent |
| 200 Prozent | 66,7 Prozent |
Wer 100 Prozent auf den Einkaufspreis aufschlägt, verdoppelt den Preis. Die Marge liegt dann bei 50 Prozent. Eine Marge von 100 Prozent ist unmöglich, denn dann wäre der Einkauf kostenlos. Beim Kalkulieren vieler Artikel hilft eine eindeutige Artikelnummer, die sogenannte SKU.
Bruttomarge, EBIT-Marge und Nettomarge
Unternehmen schauen auf mehrere Stufen. Jede zieht weitere Kosten ab. Ein Beispiel mit einer Million Euro Umsatz zeigt die Unterschiede:
| Kennzahl | Was abgezogen wird | Beispiel |
|---|---|---|
| Bruttomarge | Wareneinsatz | 400.000 Euro, 40 Prozent |
| EBIT-Marge | zusätzlich Personal, Miete, Werbung, Abschreibungen | 100.000 Euro, 10 Prozent |
| Nettomarge | zusätzlich Zinsen und Steuern | 70.000 Euro, 7 Prozent |
Die Bruttomarge zeigt, wie gut ein Produkt kalkuliert ist. Die EBIT-Marge verrät, wie effizient das ganze Geschäft läuft. Die Nettomarge zeigt, was am Ende wirklich bleibt. Eine hohe Bruttomarge nützt wenig, wenn Miete und Personal alles auffressen. Hier greift das ökonomische Prinzip: mit gegebenen Mitteln möglichst viel erreichen.
Kurzantwort: Die Bruttomarge zieht nur den Wareneinsatz ab. Die Nettomarge zieht alle Kosten, Zinsen und Steuern ab und zeigt den echten Gewinn pro Euro Umsatz.
Marge bei Banken und an der Börse
Banken sprechen von der Zinsmarge. Gemeint ist der Unterschied zwischen dem Zins für Kredite und dem Zins für Einlagen. Verleiht eine Bank Geld zu 6 Prozent und zahlt Sparern 2 Prozent, liegt die Zinsmarge bei 4 Prozentpunkten.
An der Börse bezeichnet die Marge die Spanne zwischen Kursen, etwa zwischen Ausgabe- und Börsenkurs. Beim Handel auf Kredit meint Margin die Sicherheit, die Anleger hinterlegen müssen. Fällt der Kurs stark, fordert der Broker weiteres Geld nach.
Warum die Marge so wichtig ist
Die Marge zeigt, wie viel Spielraum ein Geschäft hat. Mit einer hohen Marge lassen sich Rabatte, Werbung und schwache Monate besser verkraften. Branchen unterscheiden sich stark. Der Lebensmittelhandel arbeitet oft mit Nettomargen von wenigen Prozent. Software- und Markenhersteller erreichen häufig deutlich mehr. Sinkende Margen gelten als Warnsignal, gerade in Phasen wirtschaftlicher Stagnation.
Fazit
Die Marge beschreibt den Spielraum zwischen Kosten und Preis. Berechnet wird sie am Verkaufspreis, der Aufschlag dagegen am Einkaufspreis. Wer beides auseinanderhält und mit Nettopreisen rechnet, kalkuliert sauber. Für den Blick auf ein ganzes Unternehmen lohnt der Vergleich von Brutto-, EBIT- und Nettomarge.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Marge einfach erklärt?
Der Betrag, der vom Verkaufspreis nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Meist wird er in Prozent angegeben.
Wie berechnet man die Marge in Prozent?
Verkaufspreis minus Einkaufspreis, geteilt durch den Verkaufspreis, mal 100.
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?
Die Marge bezieht sich auf den Verkaufspreis, der Aufschlag auf den Einkaufspreis. Ein Aufschlag von 25 Prozent ergibt eine Marge von 20 Prozent.
Wie spricht man Marge aus?
Französisch, etwa wie „Marsche“. Das g klingt weich wie in Garage.
Wie lautet der Plural von Marge?
Die Margen.
Kann eine Marge über 100 Prozent liegen?
Nein. Eine Marge von 100 Prozent hieße, dass die Ware nichts gekostet hat. Aufschläge über 100 Prozent sind dagegen möglich.
Rechnet man die Marge mit oder ohne Mehrwertsteuer?
Ohne. Die Mehrwertsteuer ist ein durchlaufender Posten und gehört nicht zum Gewinn.
Was ist eine gute Marge?
Das hängt von der Branche ab. Im Lebensmittelhandel sind wenige Prozent Nettomarge üblich, in der Softwarebranche deutlich mehr.
Was ist die Zinsmarge?
Der Unterschied zwischen dem Kreditzins und dem Zins, den eine Bank für Einlagen zahlt.
Was bedeutet Margin beim Trading?
Die Sicherheit, die Anleger beim Handel auf Kredit beim Broker hinterlegen.
Quellen

Nico probiert Apps und Geräte aus, bevor er sie empfiehlt, und schreibt über Tastenkürzel, Einstellungen und Abkürzungen im Alltag.






