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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Chauvinismus bedeutet ursprünglich einen übersteigerten Nationalstolz, der andere Völker abwertet. Heute nennt man auch Männer Chauvinisten, die sich Frauen überlegen fühlen und sie herablassend behandeln. Der Begriff geht auf Nicolas Chauvin zurück, einen legendären Soldaten der Armee Napoleons. Allgemein beschreibt Chauvinismus die Herabwürdigung anderer Gruppen durch die eigene Gruppe.
Das Wichtigste in Kürze
- Grundbedeutung: extremer, abwertender Nationalismus.
- Zweite Bedeutung: männliche Überheblichkeit gegenüber Frauen.
- Namensgeber ist der Napoleon-Anhänger Nicolas Chauvin.
- Umgangssprachlich oft gleichbedeutend mit Machismo.
Chauvinismus: Bedeutung im Überblick
Das Wort hat heute zwei Hauptbedeutungen. Beide haben einen gemeinsamen Kern: Eine Gruppe hält sich für besser und wertet andere ab.
| Bedeutung | Wer sich überlegen fühlt | Wer abgewertet wird |
|---|---|---|
| Nationaler Chauvinismus | Die eigene Nation | Andere Völker und Staaten. |
| Männlicher Chauvinismus | Männer | Frauen. |
| Gruppen-Chauvinismus | Eine beliebige Gruppe | Andere Gruppen. |
Das Adjektiv lautet chauvinistisch. Eine Person mit dieser Haltung heißt Chauvinist oder Chauvinistin. Umgangssprachlich ist oft kurz vom „Chauvi“ die Rede.
Kurzantwort: Chauvinismus bedeutet übersteigerter Stolz auf die eigene Gruppe, verbunden mit der Abwertung anderer. Meist geht es um Nation oder Geschlecht.
Herkunft: Wer war Nicolas Chauvin?
Der Begriff stammt aus dem Französischen. Namensgeber ist Nicolas Chauvin, ein Soldat in der Armee von Napoleon Bonaparte. Er soll durch fanatische Treue zu Napoleon und besondere Einsatzbereitschaft aufgefallen sein. Auch nach dem Sturz des Kaisers hielt er an seiner Verehrung fest.
Ob Chauvin tatsächlich gelebt hat, ist unter Historikern umstritten. Bekannt wurde die Figur vor allem durch französische Bühnenstücke und Karikaturen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dort erschien Chauvin als lächerlicher, blinder Patriot. Aus seinem Namen entstand das Wort „chauvinisme“. Im Deutschen ist Chauvinismus seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Nationaler Chauvinismus
In seiner ersten Bedeutung beschreibt Chauvinismus eine extreme Form von Patriotismus oder Nationalismus. Menschen mit dieser Haltung halten ihr Land für überlegen. Andere Nationen gelten ihnen als minderwertig. Oft geht damit die Bereitschaft einher, Konflikte oder Kriege gutzuheißen.
Historisch entstanden solche Bewegungen oft aus einem Gefühl der Unterlegenheit gegenüber anderen Staaten. In der politischen Forschung gilt Chauvinismus als ein Baustein rechtsextremer Weltbilder. Er steht dort neben Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Heute spricht man in der Politik eher von Nationalismus. Einen Überblick zu verwandten Ideologien gibt der Beitrag Was ist Faschismus?.
Wie verbreitet ist Chauvinismus?
Forschende messen chauvinistische Einstellungen mit Umfragen. Die Befragten sollen etwa Aussagen zur Überlegenheit der Deutschen gegenüber anderen Völkern bewerten. In einer Brandenburger Studie aus dem Jahr 2008 stimmten 33 Prozent solchen Aussagen zu. Bundesweit lag der Wert damals bei 14,9 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass solche Haltungen je nach Region deutlich schwanken. Sie zeigen auch, dass Chauvinismus kein Randthema aus dem 19. Jahrhundert ist.
Männlicher Chauvinismus
Vor allem seit der Frauenbewegung der 1970er-Jahre bezeichnet Chauvinismus auch eine Haltung von Männern gegenüber Frauen. Ein männlicher Chauvinist hält Männer für überlegen. Er wendet sich gegen die Gleichberechtigung von Frauen, im Beruf wie im Privatleben. Häufig fällt dafür auch das Wort Machismo.
Typische Beispiele im Alltag:
- Abfällige Witze über Frauen am Arbeitsplatz.
- Die Annahme, Frauen könnten nicht mit Technik oder Geld umgehen.
- Kolleginnen werden in Besprechungen übergangen oder unterbrochen.
- Haushalt und Kinder gelten grundsätzlich als Frauensache.
In Deutschland sind Männer und Frauen laut Artikel 3 des Grundgesetzes gleichberechtigt. Chauvinistisches Verhalten widerspricht diesem Grundsatz.
Kurzantwort: Ein Chauvi ist umgangssprachlich ein Mann, der Frauen herablassend behandelt und sich für überlegen hält.
Wie man chauvinistischen Sprüchen begegnet
Viele Betroffene erleben Chauvinismus in kleinen Momenten. Ein Spruch in der Kantine, ein Witz im Meeting. Hilfreich ist eine ruhige, klare Reaktion. Eine sachliche Rückfrage nach dem genauen Sinn des Satzes bringt den Sprecher oft ins Stocken. Wiederholt sich das Verhalten im Job, helfen Gleichstellungsbeauftragte oder der Betriebsrat. Kolleginnen und Kollegen, die offen widersprechen, stärken zudem das Klima im Team.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
- Patriotismus: Liebe zum eigenen Land ohne Abwertung anderer.
- Nationalismus: Die Nation steht über allem, oft mit Abgrenzung nach außen.
- Sexismus: Benachteiligung aufgrund des Geschlechts, als Oberbegriff.
- Machismo: betont männliches Dominanzverhalten, stark verwandt mit männlichem Chauvinismus.
- Jingoismus: englischer Begriff für aggressiven, kriegsbereiten Nationalismus.
Wer Menschen wegen ihrer Herkunft abwertet, bewegt sich zudem nah an Rassismus. Mehr zum Begriff der Volksgruppe erklärt der Artikel zur Bedeutung von Ethnie.
So wird das Wort verwendet
Einige Beispielsätze zeigen, wie der Begriff im Alltag klingt.
- „Sein Chauvinismus zeigte sich in jedem zweiten Satz über Frauen.“
- „Die Rede strotzte vor nationalem Chauvinismus.“
- „Der Chef gilt in der Firma als echter Chauvi.“
Das Wort ist klar abwertend. Niemand bezeichnet sich selbst gern als Chauvinisten.
Fazit
Chauvinismus bedeutet übersteigerten Stolz auf die eigene Gruppe bei gleichzeitiger Abwertung anderer. Ursprünglich ging es um die Nation, heute oft um das Verhältnis von Männern zu Frauen. Der Name erinnert an Nicolas Chauvin, einen blind ergebenen Anhänger Napoleons.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Chauvinismus einfach erklärt?
Eine Gruppe hält sich für besser als andere und wertet diese ab. Meist geht es um Nation oder Geschlecht.
Was ist ein Chauvi?
Umgangssprachlich ein Mann, der Frauen herablassend behandelt und sich ihnen überlegen fühlt.
Woher kommt das Wort Chauvinismus?
Vom Namen Nicolas Chauvin, einem französischen Soldaten, der Napoleon fanatisch verehrt haben soll.
Hat Nicolas Chauvin wirklich gelebt?
Das ist umstritten. Bekannt wurde er vor allem als Figur in Bühnenstücken und Karikaturen des 19. Jahrhunderts.
Was ist der Unterschied zwischen Chauvinismus und Sexismus?
Sexismus ist der Oberbegriff für Benachteiligung wegen des Geschlechts. Männlicher Chauvinismus ist eine Form davon.
Ist Chauvinismus das Gleiche wie Nationalismus?
Nicht ganz. Chauvinismus ist eine besonders extreme Form, die andere Nationen offen abwertet.
Was bedeutet chauvinistisch?
Das Adjektiv beschreibt ein Verhalten oder eine Aussage, die von Chauvinismus geprägt ist.
Können auch Frauen Chauvinistinnen sein?
Ja. Wer die eigene Gruppe überhöht und andere abwertet, handelt chauvinistisch, unabhängig vom Geschlecht.
Was ist das Gegenteil von Chauvinismus?
Als Gegenpole gelten Gleichberechtigung, Weltoffenheit und Respekt vor anderen Gruppen.
Wie spricht man Chauvinismus aus?
Etwa „Schowinismus“, mit Betonung auf der vorletzten Silbe.
Quellen
- bpb: Das junge Politik-Lexikon – Chauvinismus
- Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Chauvinismus

Nico probiert Apps und Geräte aus, bevor er sie empfiehlt, und schreibt über Tastenkürzel, Einstellungen und Abkürzungen im Alltag.






