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Titelbild: „12060-from Estate Diamond Jewelry“ von Roberta889 · CC BY 4.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten
Kurzantwort: Diamant bezeichnet das Material, ein Mineral aus reinem Kohlenstoff mit der Härte 10. Brillant bezeichnet eine Schliffform: rund, mit mindestens 57 Facetten, 32 plus Tafel im Oberteil und 24 plus Kalette im Unterteil. Jeder Brillant ist ein Diamant, aber nicht jeder Diamant ist ein Brillant, denn Diamanten gibt es auch ungeschliffen oder in anderen Schliffen wie Tropfen oder Smaragd.
Im Schmuckgeschäft fallen beide Wörter oft im selben Satz. „Ein Ring mit Brillanten“ klingt teurer als „ein Ring mit Diamanten“, dabei meint der Händler meist dasselbe: geschliffene Diamanten in runder Form.
Der Unterschied ist trotzdem eindeutig, und er ist sogar rechtlich geregelt. Wer einen Stein als Brillant verkauft, verspricht damit ein bestimmtes Material und einen bestimmten Schliff.
Hier erfährst du, was ein Diamant ist, was den Brillantschliff ausmacht, und woran du erkennst, ob ein „Brillant“ wirklich einer ist.
Was ist ein Diamant?
Ein Diamant ist die kubische Form des Kohlenstoffs. Jedes Kohlenstoffatom ist mit vier Nachbarn fest verbunden, daraus entsteht die höchste Härte aller natürlichen Stoffe, Stufe 10 auf der Mohs-Skala. Diamanten in Schmuckqualität entstehen tief im Erdmantel bei Temperaturen von 1.200 bis 1.400 Grad Celsius und werden durch vulkanische Magmen an die Oberfläche transportiert.
Ein Rohdiamant ist ein ungeschliffener natürlicher Diamant. Er sieht unscheinbar aus, oft wie ein trübes Glasstück. Laut Wikipedia ist nur ein Viertel aller Diamanten qualitativ als Schmuckstein geeignet, der Rest geht in die Industrie, etwa in Bohrköpfe und Schleifmittel. Seit 1955 lassen sich Diamanten auch synthetisch im Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren herstellen.
Was ist ein Brillant?
Ein Brillant ist ein Diamant mit Brillantschliff. Der moderne Brillantschliff wurde um 1910 entwickelt, 1919 berechnete Marcel Tolkowsky die Proportionen, die das Licht optimal reflektieren. Der „Tolkowsky-Brillant“ wurde in den USA zur Grundlage der Schliffbewertung.
Der Schliff hat mindestens 57 Facetten: 32 Facetten plus die Tafel im Oberteil und 24 Facetten plus die Kalette, die kleine Spitze unten, im Unterteil. Diese Anordnung sorgt dafür, dass einfallendes Licht im Stein gebrochen und nach oben zurückgeworfen wird. Daher kommt das Feuer, für das Brillanten bekannt sind.
Wichtig ist die Bezeichnung: Nach den Handelsregeln darf nur ein Diamant schlicht „Brillant“ heißen. Zusätze wie „echter Brillant“ sind laut Wikipedia nicht erlaubt, weil sie irreführen. Andere Steine im selben Schliff müssen eindeutig benannt werden, etwa „Zirkonia in Brillantschliff“.
Unterschied zwischen Diamant und Brillant in der Tabelle
| Merkmal | Diamant | Brillant |
|---|---|---|
| Was ist gemeint | Das Material, ein Mineral aus Kohlenstoff | Eine Schliffform, angewendet auf einen Diamanten |
| Form | Roh, oder jeder Schliff: Brillant, Tropfen, Smaragd, Prinzess, Oval | Immer rund |
| Facetten | Je nach Schliff, roh keine | Mindestens 57, 32 plus Tafel oben, 24 plus Kalette unten |
| Härte | 10 auf der Mohs-Skala | 10, weil Diamant |
| Bezeichnung im Handel | „Diamant“ für jede Form | Nur für Diamanten erlaubt, andere Steine brauchen den Zusatz „in Brillantschliff“ |
| Entwickelt | Natürlich im Erdmantel, synthetisch seit 1955 | Um 1910, Tolkowsky-Proportionen 1919 |
| Beispiel | Rohdiamant im Bohrkopf | Solitär im Verlobungsring |
Wie Diamanten bewertet werden: die 4C
Der Wert eines geschliffenen Diamanten hängt von vier Kriterien ab, den 4C. Carat ist das Gewicht, ein Karat entspricht genau 0,2 Gramm. Color ist die Farbe, die Skala reicht von D für farblos bis Z für hellgelb oder hellbraun. Clarity ist die Reinheit, von lupenrein bis zu deutlich sichtbaren Einschlüssen. Cut ist die Schliffqualität, von „Excellent“ bis „Poor“.
Beim Brillanten spielt der Schliff die größte Rolle für das Funkeln. Ein Stein mit perfekter Farbe und Reinheit wirkt matt, wenn die Proportionen nicht stimmen. Deshalb lohnt sich beim Kauf der Blick auf das Zertifikat, in dem alle vier Kriterien stehen.
Woran du einen echten Brillanten erkennst
Mit bloßem Auge ist ein Zirkonia im Brillantschliff kaum von einem Diamanten zu unterscheiden, beide funkeln. Verlass dich deshalb auf drei Dinge: die korrekte Bezeichnung auf der Rechnung, ein Zertifikat eines anerkannten Prüflabors und den Preis. Ein Brillant von einem Karat kostet ein Vielfaches eines Zirkonias derselben Größe.
Steht auf dem Etikett nur „Brillant“, muss es ein Diamant sein. Steht dort „Zirkonia-Brillant“ oder „Brillantschliff“, handelt es sich um einen anderen Stein.
Die Verwechslung hat einen einfachen Grund: Der Brillantschliff ist mit Abstand der häufigste Schliff für Diamanten. Wer im Laden einen geschliffenen Diamanten sieht, sieht fast immer einen Brillanten. So wurde aus dem Namen des Schliffs im Alltag ein zweites Wort für den Stein. Im Fachhandel bleibt die Trennung aber bestehen, und auf Zertifikaten steht immer beides: das Material Diamant und die Schliffform Brillant.
Häufige Fragen
Ist ein Brillant wertvoller als ein Diamant?
Die Frage ergibt so keinen Sinn, weil ein Brillant ein Diamant ist. Der Wert hängt von Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliffqualität ab, nicht vom Wort auf dem Etikett.
Kann ein Brillant aus Zirkonia bestehen?
Nach den Handelsregeln nicht. Ein Zirkonia im Brillantschliff muss als „Zirkonia in Brillantschliff“ bezeichnet werden. Die Kurzform „Brillant“ ist Diamanten vorbehalten.
Wie viele Facetten hat ein Brillant?
Mindestens 57: 32 Facetten plus Tafel im Oberteil, 24 Facetten plus Kalette im Unterteil. Rechnet man Tafel und Kalette mit, kommt man auf 58.
Was bedeutet ein Karat?
Ein Karat ist eine Gewichtseinheit und entspricht exakt 0,2 Gramm. Ein Brillant mit einem Karat wiegt also 0,2 Gramm, seine Größe hängt zusätzlich von den Proportionen ab.
Gibt es Brillanten in anderen Formen als rund?
Nein. Der Brillantschliff ist rund. Ovale, tropfenförmige oder eckige Diamanten tragen eigene Schliffnamen wie Oval, Tropfen, Prinzess oder Smaragd.
Sind synthetische Diamanten echte Diamanten?
Chemisch ja, sie bestehen aus demselben Kohlenstoffgitter und haben dieselbe Härte. Im Handel müssen sie nach den Handelsregeln als synthetisch oder laborgezüchtet gekennzeichnet sein, weil sie deutlich günstiger sind als natürliche Steine.
Quellen
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Von Ariane Pohl, Redaktion smarterklärt.de. Jede Erklaerung wird an Beispielen geprueft.

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.







