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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
„Konsultieren“ bedeutet, jemanden um Rat zu fragen oder etwas zurate zu ziehen. Man konsultiert also einen Arzt, eine Anwältin oder ein Wörterbuch. In der Politik heißt konsultieren außerdem, dass sich Regierungen oder Bündnispartner gemeinsam beraten. Das Wort klingt gehoben und stammt aus dem Lateinischen.
Das Wichtigste in Kürze
- Konsultieren heißt: um Rat fragen, zurate ziehen.
- Zweite Bedeutung: sich mit Partnern politisch beraten.
- Herkunft: lateinisch „consultare“, um Rat fragen.
- Perfekt: „hat konsultiert“.
Was bedeutet konsultieren?
Der Duden nennt zwei Bedeutungen. Die erste ist die häufigste: jemanden zurate ziehen oder um Rat fragen. Gemeint sind meist Fachleute wie Ärztinnen, Juristen oder Gutachter. Man kann aber auch Nachschlagewerke konsultieren, etwa ein Lexikon oder eine Karte.
Die zweite Bedeutung stammt aus der Politik. Staaten konsultieren einander, wenn sie sich vor einer Entscheidung abstimmen. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) beschreibt das als gemeinsame Beratung mit der Regierung eines anderen Staates.
Kurzantwort: Konsultieren bedeutet, jemanden um fachlichen Rat zu fragen oder ein Nachschlagewerk zu Hilfe zu nehmen.
Konsultieren im Alltag: Beispiele
Im Alltag begegnet das Wort vor allem in drei Situationen. Das DWDS nennt typische Verbindungen mit Arzt, Psychiater oder Fachanwalt.
| Bereich | Beispielsatz | Alltagssprachlich |
|---|---|---|
| Medizin | Bei anhaltenden Beschwerden sollte man einen Arzt konsultieren. | zum Arzt gehen |
| Recht | Vor der Kündigung konsultierte sie eine Fachanwältin. | sich beraten lassen |
| Nachschlagen | Er konsultierte das Wörterbuch. | nachschlagen |
| Politik | Die Regierung konsultierte die Partnerländer. | sich absprechen |
Der Satz „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ ließe sich formeller als „Konsultieren Sie Ihren Arzt“ formulieren. Beide meinen dasselbe. Der zweite Satz klingt nur amtlicher.
Herkunft: vom lateinischen „consultare“
Laut Duden geht konsultieren auf das lateinische „consultare“ zurück. Es bedeutet „um Rat fragen, beratschlagen“. Das Verb ist eine Verstärkungsform von „consulere“, beraten. Aus derselben Familie stammt der Konsul. Im alten Rom waren die Konsuln die höchsten Beamten, die gemeinsam berieten und entschieden.
Das DWDS datiert die Übernahme ins Deutsche auf das 18. Jahrhundert. Vorher gab es schon die Form „konsulieren“. Das Hauptwort Konsultation ist älter. Es kam bereits im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen „consultatio“ ins Deutsche.
Grammatik und Konjugation
Konsultieren ist ein regelmäßiges, schwaches Verb. Es bildet das Perfekt mit „haben“ und ohne „ge-“, wie alle Verben auf -ieren. Die Worttrennung lautet kon|sul|tie|ren.
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | ich konsultiere, sie konsultiert |
| Präteritum | ich konsultierte |
| Perfekt | ich habe konsultiert |
| Partizip I | konsultierend |
| Imperativ | konsultiere! konsultieren Sie! |
Ein häufiger Fehler ist „gekonsultiert“. Richtig ist „konsultiert“, genau wie bei „interpretiert“ oder „studiert“. Was hinter dem ähnlich gebauten Verb steckt, erklärt der Beitrag Interpretieren: Bedeutung.
Synonyme für konsultieren
Der Duden nennt als Synonyme befragen, einschalten, fragen und heranziehen. Je nach Situation passen andere Wörter besser:
- um Rat fragen: neutral, für alle Situationen
- zurate ziehen: leicht gehoben, oft bei Fachleuten
- hinzuziehen: wenn jemand zu einem laufenden Fall dazukommt
- nachschlagen: bei Büchern, Listen und Datenbanken
- sich beraten: wenn mehrere Seiten gemeinsam sprechen
In E-Mails und Berichten wirkt „konsultieren“ sachlich. Im Gespräch unter Freunden klingt es dagegen steif. Dort spricht man eher davon, zum Arzt zu gehen.
Konsultation und verwandte Begriffe
Zum Verb gehören mehrere verwandte Wörter. Sie tauchen vor allem in Medizin, Recht und Politik auf.
- Konsultation: die Beratung selbst, etwa eine ärztliche Konsultation
- Regierungskonsultationen: regelmäßige Treffen zweier Regierungen
- Konsil: in Kliniken die Beratung durch einen Facharzt eines anderen Fachs
- Konsulent: veraltet für Rechtsberater
Kurzantwort: Eine Konsultation ist die Beratung selbst. Wer konsultiert, holt sich diese Beratung.
Konsultieren in der Politik: das Beispiel NATO
Wie wichtig die politische Bedeutung ist, zeigt der Nordatlantikvertrag. Sein Artikel 4 regelt förmliche Konsultationen. Ein Mitgliedstaat kann sie verlangen, wenn er die Unversehrtheit seines Gebiets, seine politische Unabhängigkeit oder seine Sicherheit bedroht sieht. Dann beraten alle Mitglieder gemeinsam über die Lage.
Artikel 4 wurde bislang in wenigen Fällen angerufen. Die Türkei tat es fünfmal, zuerst im Februar 2003 vor dem Irakkrieg. Polen und Litauen beantragten Konsultationen Ende Februar 2014 nach der russischen Besetzung der Krim. Ende Februar 2022 folgten mehrere östliche Staaten nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Im September 2025 riefen zuerst Polen und dann Estland den Artikel an, nachdem russische Drohnen und Kampfjets in ihren Luftraum eingedrungen waren.
Solche Konsultationen sind kein Beistandsfall. Sie bedeuten zunächst nur, dass die Partner sich offiziell beraten. Erst Artikel 5 regelt die gegenseitige Verteidigung.
Verwechslungsgefahr: konsultieren, konsumieren, konsolidieren
Die Vorsilbe „kon-“ kommt in vielen Fremdwörtern vor. Deshalb geraten ähnliche Verben leicht durcheinander.
| Wort | Bedeutung |
|---|---|
| konsultieren | um Rat fragen |
| konsumieren | verbrauchen, verzehren |
| konsolidieren | festigen, sichern |
| kontaktieren | sich melden, Kontakt aufnehmen |
Wer einen Arzt kontaktiert, meldet sich nur bei ihm. Wer ihn konsultiert, holt sich einen fachlichen Rat. Der Unterschied ist klein, im Text aber sichtbar.
Fazit
Konsultieren heißt, jemanden um Rat zu fragen oder ein Nachschlagewerk zu nutzen. In der Politik steht es für gemeinsame Beratungen von Staaten. Das Wort stammt vom lateinischen „consultare“ und ist mit dem Konsul verwandt. Es gilt als bildungssprachlich und passt gut in sachliche Texte. Das Perfekt lautet „hat konsultiert“, ohne „ge-“.
FAQ – Häufige Fragen
Was heißt konsultieren auf Deutsch?
Um Rat fragen, zurate ziehen oder nachschlagen.
Ist konsultieren ein Fremdwort?
Ja. Es stammt aus dem Lateinischen und gilt als bildungssprachlich.
Wie lautet das Perfekt von konsultieren?
„Ich habe konsultiert.“ Die Form „gekonsultiert“ ist falsch.
Was bedeutet einen Arzt konsultieren?
Einen Arzt aufsuchen und sich medizinisch beraten lassen.
Was ist eine Konsultation?
Die Beratung selbst, zum Beispiel ein ärztliches Beratungsgespräch.
Woher kommt das Wort konsultieren?
Vom lateinischen „consultare“, einer Verstärkungsform von „consulere“, beraten.
Seit wann gibt es konsultieren im Deutschen?
Laut DWDS seit dem 18. Jahrhundert.
Was regelt Artikel 4 des NATO-Vertrags?
Förmliche Konsultationen aller Mitglieder, wenn ein Staat seine Sicherheit bedroht sieht.
Was ist der Unterschied zwischen konsultieren und kontaktieren?
Kontaktieren heißt sich melden. Konsultieren heißt Rat einholen.
Welche Synonyme gibt es für konsultieren?
Befragen, heranziehen, zurate ziehen, einschalten und nachschlagen.
- Advokat: Bedeutung und Herkunft
- Triage: Bedeutung
- Autodidaktisch: Bedeutung
- Meines Erachtens: Abkürzung
Quellen

David bastelt an Handys, Rechnern und WLAN und schreibt auf, was beim Einrichten wirklich hakt.






