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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Hosianna bedeutet wörtlich „Hilf doch!“ oder „Rette doch!“. Das Wort stammt aus dem Hebräischen und war ursprünglich ein Hilferuf an Gott. Im Christentum wurde daraus ein Jubel- und Lobruf. Bekannt ist er vom Einzug Jesu in Jerusalem, den Kirchen am Palmsonntag feiern. In jeder Messe erklingt er im Sanctus als „Hosianna in der Höhe“.
Das Wichtigste in Kürze
- Herkunft: hebräisch „hoschia na“, übersetzt „Hilf doch!“.
- Erstbeleg: Psalm 118, Vers 25.
- Im Neuen Testament jubelt die Menge Jesus damit zu.
- Heute fester Bestandteil von Gottesdienst und Liedern.
Hosianna: Bedeutung und Herkunft des Wortes
Der Ursprung liegt im hebräischen Ausdruck „hoschia na“. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen. „Hoschia“ heißt „hilf“ oder „rette“. Das angehängte „na“ verstärkt die Bitte, ähnlich wie „doch“ oder „bitte“. Zusammen ergibt sich ein dringender Ruf: „Hilf doch!“
Von dort wanderte das Wort durch mehrere Sprachen. Die Griechen schrieben „Hosanna“. Die Lateiner übernahmen die Form „hosanna“. Martin Luther machte in seiner Bibelübersetzung daraus das deutsche „Hosianna“. In englischen und katholischen Texten ist bis heute „Hosanna“ verbreitet.
| Sprache | Form |
|---|---|
| Hebräisch | hoschia na |
| Griechisch | Hosanna |
| Latein | hosanna |
| Deutsch nach Luther | Hosianna |
| Englisch | Hosanna |
Kurzantwort: Hosianna kommt vom hebräischen „hoschia na“ und bedeutet „Hilf doch!“. Aus der Bitte wurde später ein Ruf der Freude und Verehrung.
Hosianna im Alten Testament
Der Ruf steht zuerst in Psalm 118, Vers 25. Dieser Psalm gehört zum sogenannten Hallel. So heißt eine Gruppe von Lobpsalmen, die im Judentum an hohen Festen gesungen wird, etwa am Pessachfest. Der Beter bittet Gott dort um Hilfe und Gelingen. Direkt danach folgt der bekannte Satz: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.“
Im Judentum lebt der Ruf bis heute weiter. Am Laubhüttenfest Sukkot spielt er eine große Rolle. Der siebte Tag des Festes heißt sogar „Hoschana Rabba“, das große Hosianna. An diesem Tag sprechen Gläubige besondere Bittgebete.
Hosianna im Neuen Testament
Berühmt wurde der Ruf durch den Einzug Jesu in Jerusalem. Jesus reitet kurz vor dem Pessachfest auf einem Esel in die Stadt. Die Menge breitet Kleider und Zweige auf den Weg. Nach Matthäus 21,9 ruft sie: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Die Menschen greifen damit den alten Psalm auf. Sie verbinden ihn mit der Hoffnung auf den Messias. Der Ruf taucht auch bei Markus und Johannes auf. Matthäus berichtet zudem, dass Kinder im Tempel denselben Ruf wiederholen. Aus der Bitte „Hilf doch!“ ist hier ein Gruß an einen erwarteten König geworden.
Vom Hilferuf zum Jubelruf
Die Bedeutung hat sich also verschoben. Am Anfang stand eine flehende Bitte. Im Lauf der Zeit wurde daraus eine Huldigung, ähnlich wie „Heil“ oder „Hoch lebe“. Heute verstehen die meisten Menschen Hosianna als Ausdruck von Freude und Lob. Die ursprüngliche Bitte schwingt dabei leise mit.
Hosianna in Liturgie und Kirchenjahr
In christlichen Gottesdiensten hat der Ruf einen festen Platz. Er gehört zum Sanctus, dem Lobgesang vor dem Abendmahl oder der Eucharistie. Das gilt in katholischen, orthodoxen und evangelischen Gemeinden. Die lateinische Fassung lautet „Hosanna in excelsis“, auf Deutsch „Hosianna in der Höhe“.
- Palmsonntag: Eine Woche vor Ostern erinnern Kirchen an den Einzug in Jerusalem. Viele Gemeinden ziehen mit Palm- oder Buchsbaumzweigen in die Kirche.
- Advent: In evangelischen Gemeinden gehört der Einzug in Jerusalem traditionell zum ersten Advent.
- Sanctus: In jeder Messe ertönt der Ruf vor der Wandlung.
Hosianna in Musik und Redewendung
Das Wort findet sich in vielen Liedern. Das Adventslied „Tochter Zion, freue dich“ enthält die Zeile „Hosianna, Davids Sohn“. Der Theologe Friedrich Heinrich Ranke schrieb den Text um 1820. Die Melodie stammt aus einem Chor von Georg Friedrich Händel.
In Schweden und Finnland ist ein anderes Stück beliebt. Abbé Vogler komponierte um 1795 „Hosianna, Davids son“ für Chor und Orgel. Es gehört dort bis heute zu den bekanntesten Liedern der Adventszeit.
Auch im Alltag begegnet einem das Wort. Die Redensart „Heute Hosianna, morgen kreuzige ihn“ beschreibt wankelmütige Begeisterung. Sie spielt darauf an, dass dieselbe Stadt Jesus erst feierte und wenige Tage später seine Kreuzigung forderte. Wer Fremdwörter aus Religion und Politik vergleichen möchte, findet eine Erklärung zur Bedeutung von Mullah.
Kurzantwort: Im Gottesdienst steht Hosianna im Sanctus. Am Palmsonntag erinnert der Ruf an den Einzug Jesu in Jerusalem.
Fazit
Hosianna ist ein hebräischer Hilferuf mit der Bedeutung „Hilf doch!“. Er stammt aus Psalm 118. Beim Einzug Jesu in Jerusalem wurde er zum Jubelruf. Heute gehört er zum Sanctus, zum Palmsonntag und zu bekannten Adventsliedern. Die Redensart „Heute Hosianna, morgen kreuzige ihn“ erinnert an die schnelle Wendung der Stimmung.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Hosianna wörtlich?
„Hilf doch!“ oder „Rette doch!“ aus dem Hebräischen.
Aus welcher Sprache kommt Hosianna?
Aus dem Hebräischen. Über Griechisch und Latein kam es ins Deutsche.
Wo steht Hosianna zum ersten Mal in der Bibel?
In Psalm 118, Vers 25.
Wer rief Hosianna beim Einzug in Jerusalem?
Die Menschenmenge, die Jesus auf seinem Weg in die Stadt empfing.
Was bedeutet „Hosianna in der Höhe“?
Ein Lobruf an Gott im Himmel. Er gehört zum Sanctus im Gottesdienst.
Ist Hosianna dasselbe wie Hosanna?
Ja. Hosanna ist die griechisch-lateinische Form, Hosianna die Form nach Luther.
Warum ruft man am Palmsonntag Hosianna?
Der Tag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem die Menge so rief.
Was ist Hoschana Rabba?
Der siebte Tag des jüdischen Laubhüttenfests, übersetzt „großes Hosianna“.
In welchem Adventslied kommt Hosianna vor?
Zum Beispiel in „Tochter Zion, freue dich“ mit der Zeile „Hosianna, Davids Sohn“.
Was bedeutet „Heute Hosianna, morgen kreuzige ihn“?
Die Redensart beschreibt Menschen, die ihre Begeisterung schnell ins Gegenteil verkehren.
Quellen
- Wikipedia: Hosianna
- Bibleserver: Matthäus 21 (Lutherbibel 2017)
- Wikipedia (englisch): Hosianna, Davids son

Nico probiert Apps und Geräte aus, bevor er sie empfiehlt, und schreibt über Tastenkürzel, Einstellungen und Abkürzungen im Alltag.






