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Titelbild: „Least Weasel imported from iNaturalist photo 104090494 on 7 March 2024“ von (c) Santiago Martín-Bravo, some rights reserved (CC BY) · CC BY 4.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten
Kurzantwort: Wiesel gehören zoologisch zur Familie der Marder. Im Alltag meint „Marder“ den Steinmarder oder Baummarder und „Wiesel“ das Mauswiesel oder Hermelin. Der auffälligste Unterschied ist die Größe: Ein Mauswiesel wiegt 25 bis 250 Gramm, ein Steinmarder 1,3 bis 1,7 Kilogramm.
Ein Tier huscht über den Hof, lang, schlank, braun. Wiesel oder Marder? Die Frage ist berechtigt, denn beide sehen sich ähnlich, und die Zoologie macht es noch verwirrender: Jedes Wiesel ist ein Marder, aber nicht jeder Marder ist ein Wiesel.
Der Grund ist die Familie Mustelidae, auf Deutsch Marder. Dazu gehören laut Wikipedia rund 70 Arten in etwa 20 Gattungen, darunter Otter, Dachse, Iltisse, Nerze und Wiesel. Der Steinmarder auf dem Dachboden und das Mauswiesel auf der Wiese sind Verwandte in derselben Familie.
Hier findest du die Unterschiede in einer Tabelle, die vier heimischen Arten mit Maßen und Gewichten, die Merkmale zum Erkennen und die Regeln für Jagd und Schutz.
Wiesel und Marder in der Tabelle
| Merkmal | Wiesel (Mauswiesel, Hermelin) | Marder (Steinmarder, Baummarder) |
|---|---|---|
| Systematik | Gattung Mustela in der Familie der Marder | Gattung Martes, die „Echten Marder“ |
| Kopf-Rumpf-Länge | Mauswiesel 11 bis 26 cm, Hermelin 17 bis 33 cm | Steinmarder rund 43 bis 46 cm, Baummarder 45 bis 58 cm |
| Gewicht | Mauswiesel 25 bis 250 g, Hermelin 40 bis 360 g | Steinmarder 1,3 bis 1,7 kg, Baummarder 0,8 bis 1,8 kg |
| Fellzeichnung | Braune Oberseite, weiße Unterseite; Hermelin im Winter weiß mit schwarzer Schwanzspitze | Braun mit hellem Kehlfleck: weiß und gegabelt beim Steinmarder, gelblich beim Baummarder |
| Lebensraum | Wiesen, Felder, Hecken, lichte Wälder | Steinmarder in Siedlungen, Baummarder im Wald |
| Nahrung | Vor allem Feld- und Wühlmäuse | Kleinsäuger, Vögel, Eier, im Sommer Früchte und Beeren |
| Konflikt mit Menschen | Kaum, gilt als Nützling | Marderschäden an Autos: 214.000 Fälle, 104 Mio. Euro (2022) |
| Jagd | Mauswiesel in den meisten Bundesländern ganzjährig geschont | Steinmarder jagdbar vom 16. Oktober bis 28. Februar |
Die Familie der Marder
Die Familie Mustelidae ist laut Wikipedia die artenreichste Familie der Raubtiere. Sie umfasst acht Unterfamilien. Die Echten Marder wie Stein- und Baummarder stehen in der Unterfamilie Guloninae, zusammen mit dem Vielfraß. Wiesel, Iltisse und Nerze bilden die Unterfamilie Mustelinae. Otter und Dachse haben eigene Unterfamilien.
Gemeinsam ist allen der langgestreckte, schlanke Körper, fünf Zehen mit nicht einziehbaren Krallen und gut entwickelte Analdrüsen, mit denen sie ihr Revier markieren. Die Spannweite ist enorm: vom Mauswiesel mit 25 Gramm bis zu Riesenottern und Vielfraßen mit über 30 Kilogramm.
Wenn jemand „Marder“ sagt, meint er in der Regel die Gattung Martes. Das Wort ist im Alltag enger als in der Biologie. Deshalb ist die Aussage „Ein Wiesel ist kein Marder“ umgangssprachlich richtig und zoologisch falsch.
Die beiden Wiesel: Mauswiesel und Hermelin
Das Mauswiesel ist eines der kleinsten Raubtiere der Welt. Wikipedia gibt 11 bis 26 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge, 2 bis 8 Zentimeter Schwanz und 25 bis 250 Gramm an. Die Oberseite ist braun, die Unterseite weiß, die Grenze dazwischen verläuft gezackt. Die Schwanzspitze ist braun. Es jagt vor allem Feld- und Wühlmäuse und lebt auf Wiesen, Feldern und in lichten Wäldern.
Das Hermelin, auch Großes Wiesel, misst 17 bis 33 Zentimeter, hat einen 4 bis 12 Zentimeter langen Schwanz und wiegt 40 bis 360 Gramm. Im Sommer ist es oben braun und unten weiß. Im Winter wird es komplett weiß, nur die Schwanzspitze bleibt schwarz. Genau diese schwarze Spitze unterscheidet es vom Mauswiesel. Es ist laut Wikipedia das zweitkleinste heimische Raubtier nach dem Mauswiesel.
Die beiden Marder: Steinmarder und Baummarder
Der Steinmarder ist der Marder, den du kennst. Männchen sind im Schnitt 46 Zentimeter lang und 1,7 Kilogramm schwer, Weibchen 43 Zentimeter und 1,3 Kilogramm. Sein Kehlfleck ist weiß und oft gegabelt. Er ist nachtaktiv und lebt in der Nähe des Menschen, auf Dachböden, in Scheunen und Garagen. Im Sommer und Herbst frisst er Früchte und Beeren, sonst Kleinsäuger, Vögel, Eier und Aas.
Der Baummarder ist mit 45 bis 58 Zentimetern und 0,8 bis 1,8 Kilogramm etwa gleich groß, aber ein reiner Waldbewohner. Er bevorzugt ältere Laub- und Mischwälder und meidet Siedlungen. Sein Kehlfleck ist gelblich oder cremefarben und nicht gegabelt. Er klettert deutlich besser als der Steinmarder und springt bis zu vier Meter weit.
So erkennst du, was da läuft
Erste Frage: Wie groß? Ein Tier von der Größe einer kleinen Hauskatze ist ein Marder. Ein Tier, das kaum größer als eine Maus mit langem Körper wirkt, ist ein Wiesel.
Zweite Frage: Was ist hell? Beim Marder leuchtet ein Fleck an der Kehle, der Bauch ist dunkel. Beim Wiesel ist die ganze Unterseite weiß, die Kehle hat keinen abgesetzten Fleck.
Dritte Frage: Wo? Auf dem Dachboden, im Motorraum, in der Garage: Steinmarder. Im tiefen Wald: Baummarder. Auf der Wiese in einem Mäuseloch: Mauswiesel. Am Bach im Winter schneeweiß mit schwarzer Schwanzspitze: Hermelin.
Schäden, Jagd und Schutz
Der Steinmarder ist das einzige der vier Tiere, das regelmäßig Ärger macht. Wikipedia nennt für Deutschland 2022 rund 214.000 Marderschäden an Fahrzeugen mit einer Schadenssumme von 104 Millionen Euro. Abhilfe schaffen Abschottungen im Motorraum und Vergrämungsgeräte. Der Steinmarder darf in Deutschland vom 16. Oktober bis 28. Februar bejagt werden.
Das Mauswiesel war 2013 Tier des Jahres. In den meisten Bundesländern ist es ganzjährig geschont, nur Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein erlauben eine Jagdzeit nach Bundesjagdgesetz. Als Mäusejäger gilt es in der Landwirtschaft als nützlich.
Häufige Fragen
Ist ein Wiesel ein Marder?
Zoologisch ja, es gehört zur Familie der Marder. Im Alltag meint „Marder“ nur die Gattung Martes, also Stein- und Baummarder.
Wie groß ist der Größenunterschied?
Ein Steinmarder wiegt 1,3 bis 1,7 Kilogramm, ein Mauswiesel 25 bis 250 Gramm. Der Marder ist also oft zehn- bis fünfzigmal schwerer.
Welcher Marder beißt Autokabel an?
Der Steinmarder. Er lebt in Siedlungen und nutzt Motorräume als Versteck. Der Baummarder meidet Siedlungen.
Woran erkenne ich ein Hermelin?
Im Winter am weißen Fell mit schwarzer Schwanzspitze. Im Sommer an der braunen Oberseite, der weißen Unterseite und ebenfalls der schwarzen Schwanzspitze, die dem Mauswiesel fehlt.
Wie unterscheide ich Stein- und Baummarder?
Am Kehlfleck: weiß und gegabelt beim Steinmarder, gelblich und ungegabelt beim Baummarder. Dazu der Lebensraum: Siedlung gegen Wald.
Darf man Wiesel jagen?
Das Mauswiesel ist in den meisten Bundesländern ganzjährig geschont. Ausnahmen mit Jagdzeit sind laut Wikipedia Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein.
Quellen
Das passt dazu
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Von Susanne Bork, Redaktion smarterklärt.de. Jede Erklaerung wird an Beispielen geprueft.

Susanne erklärt digitale Alltagsdinge geduldig und Schritt für Schritt. Wer bei ihr liest, muss nichts vorher wissen.







