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Was ist ChatGPT? Funktionsweise, Zahlen und Grenzen erklärt

Aktualisiert am 17.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Titelbild: „Classroom“ von FJcar · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten

Kurzantwort: ChatGPT ist ein Chatbot des US-Unternehmens OpenAI, der auf großen Sprachmodellen der GPT-Reihe beruht und im Dialog Texte erzeugt, Fragen beantwortet, übersetzt oder Code schreibt. Er wurde am 30. November 2022 veröffentlicht und erreichte laut Wikipedia innerhalb von fünf Tagen eine Million und bis Januar 2023 hundert Millionen Nutzer. GPT steht für Generative Pre-trained Transformer, den Modelltyp dahinter.

Kaum ein Programm hat sich so schnell verbreitet. Zwei Monate nach dem Start nutzten hundert Millionen Menschen ChatGPT, Schulen diskutierten Verbote, Firmen bauten Assistenten darauf auf. Inzwischen ist der Name fast zum Gattungsbegriff für KI-Chatbots geworden.

Hier liest du, was ChatGPT genau ist, wie es technisch funktioniert, wer dahintersteht, welche Versionen und Preise es gibt, welche Zahlen das Wachstum beschreiben und wo die Grenzen liegen.

Die Definition

Wikipedia beschreibt ChatGPT als Chatbot, der künstliche Intelligenz einsetzt, um mit Nutzern über textbasierte Nachrichten zu kommunizieren. Grundlage sind große Sprachmodelle, die OpenAI unter dem Namen GPT entwickelt.

Die drei Buchstaben erklären das Prinzip. Generative: Das Modell erzeugt neuen Text. Pre-trained: Es wurde vorab mit riesigen Textmengen trainiert. Transformer: So heißt die Architektur des neuronalen Netzes, die 2017 bei Google entwickelt wurde und heute fast allen Sprachmodellen zugrunde liegt.

ChatGPT ist die Anwendung für Endnutzer. Das Sprachmodell darunter, etwa GPT-4o oder GPT-5, ist der Motor. OpenAI bietet dieselben Modelle auch als Schnittstelle für Entwickler an, die eigene Programme damit bauen.

Wie ChatGPT funktioniert

Ein Sprachmodell sagt Wort für Wort voraus, welches Textstück am wahrscheinlichsten als Nächstes kommt. Es hat kein Weltwissen im menschlichen Sinn und keine Datenbank mit Fakten. Es hat statistische Muster aus Milliarden Sätzen gelernt.

Das Training läuft laut Wikipedia in zwei Stufen. Zuerst lernt das Modell selbstüberwacht an großen Textmengen aus dem Internet, Büchern und anderen Quellen. Dann wird es mit menschlichem Feedback feinjustiert: Menschen bewerten Antworten, und das Modell lernt, bevorzugt solche zu geben, die als hilfreich und unbedenklich eingestuft wurden. Dieses Verfahren heißt RLHF, Reinforcement Learning from Human Feedback.

Deine Eingabe heißt Prompt. Je genauer der Prompt, desto brauchbarer die Antwort. ChatGPT merkt sich innerhalb eines Gesprächs den bisherigen Verlauf und bezieht ihn in neue Antworten ein.

Ein Beispiel: Du schreibst „Fasse diesen Text in drei Sätzen für Zehnjährige zusammen“ und fügst den Text ein. Das Modell zerlegt die Eingabe in Tokens, kleine Textbausteine, berechnet daraus Stück für Stück die wahrscheinlichste Fortsetzung und gibt sie als Antwort aus. Fragst du danach „und jetzt als Gedicht“, weiß es aus dem Verlauf, welcher Text gemeint ist.

Wer dahintersteht

OpenAI wurde 2015 in San Francisco gegründet, unter anderem von Sam Altman, Greg Brockman und Elon Musk, der das Unternehmen später verließ. Sam Altman ist Vorstandschef. Microsoft ist ein wichtiger Geldgeber und Partner und bindet die Modelle in eigene Produkte wie Copilot ein.

Versionen und Preise

Wikipedia listet die Modellgenerationen so:

  • GPT-3.5: das Modell beim Start im November 2022
  • GPT-4: März 2023, erstmals mit Bilderkennung
  • GPT-4o: Mai 2024, verbesserte Verarbeitung von Text, Bild und Sprache
  • GPT-5: August 2025, ein System, das je nach Aufgabe unterschiedliche Modelle kombiniert

OpenAI veröffentlicht laufend neue Versionen. Welches Modell gerade aktiv ist, zeigt die App an.

Bei den Preisen unterscheidet Wikipedia mehrere Stufen. Die Grundversion ist kostenlos, mit begrenzter Kapazität bei hoher Auslastung. ChatGPT Plus kostete im August 2025 laut deutscher Wikipedia 23 Euro im Monat, in den USA 20 US-Dollar. Darüber liegen ChatGPT Pro mit 229 Euro beziehungsweise 200 US-Dollar im Monat sowie Tarife für Teams und Unternehmen. Apps gibt es seit 2023 für iOS und Android, seit Oktober 2024 für Windows, außerdem für macOS.

Die Zahlen

Das Wachstum ist gut dokumentiert:

Zeitpunkt Nutzer Quelle
5. Dezember 2022 1 Million registrierte Nutzer, fünf Tage nach Start Wikipedia (deutsch)
Januar 2023 100 Millionen Nutzer Wikipedia (deutsch)
Februar 2026 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer Wikipedia (englisch)

Zum Vergleich: Laut einer Anfang 2023 viel zitierten Analyse der Bank UBS brauchte Instagram für die ersten hundert Millionen Nutzer rund zweieinhalb Jahre, TikTok etwa neun Monate. ChatGPT brauchte zwei Monate.

Wo die Grenzen liegen

Halluzinationen

Weil das Modell Wahrscheinlichkeiten berechnet und keine Fakten nachschlägt, erfindet es manchmal Inhalte: Studien, Zitate, Gerichtsurteile, Quellen. Diese Fehler heißen Halluzinationen. Sie klingen genauso überzeugend wie richtige Antworten. Wikipedia führt sie als zentrale Schwäche auf.

Wissensstand

Jedes Modell hat einen Stichtag, bis zu dem sein Trainingsmaterial reicht. Beim ersten ChatGPT lag er laut Wikipedia im September 2021. Neuere Versionen können zusätzlich im Internet suchen, was das Problem verkleinert, aber nicht löst.

Datenschutz

Im März 2023 sperrte die italienische Datenschutzbehörde ChatGPT vorübergehend, weil unklar war, wie OpenAI mit personenbezogenen Daten umgeht. Eingaben können zum Training genutzt werden, sofern man das nicht in den Einstellungen abschaltet. Vertrauliche Daten gehören deshalb nicht in den Chat.

Kein Verständnis

ChatGPT versteht nicht, was es schreibt. Es kann logisch klingende Argumente liefern, die falsch sind, und einfache Rechenaufgaben verpatzen, während es komplexe Texte flüssig formuliert.

Häufige Fragen

Ist ChatGPT kostenlos?

Die Grundversion ja. Für schnellere Antworten, neuere Modelle und mehr Anfragen gibt es Abos ab etwa 20 US-Dollar im Monat.

Wofür steht GPT?

Generative Pre-trained Transformer: ein vortrainiertes neuronales Netz in Transformer-Architektur, das Text erzeugt.

Kann ChatGPT im Internet suchen?

Neuere Versionen ja. Ohne Suche antwortet das Modell nur aus dem, was es beim Training gelernt hat.

Wem gehört ChatGPT?

Dem US-Unternehmen OpenAI mit Sitz in San Francisco. Microsoft ist ein wichtiger Investor und Partner.

Kann man ChatGPT vertrauen?

Für Entwürfe, Zusammenfassungen und Ideen ja. Fakten, Zahlen und Zitate solltest du immer prüfen, weil das Modell sie erfinden kann.

Was ist der Unterschied zwischen ChatGPT und GPT-4?

GPT-4 ist ein Sprachmodell, ChatGPT die Anwendung, in der Modelle wie GPT-4 oder GPT-5 laufen.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Von Nico Thalmann, Redaktion smarterklärt.de. Jede Erklaerung wird an Beispielen geprueft.


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