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Kurzantwort: Die Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume. Botanisch heißt die Art Prunus domestica, die Zwetschge trägt den Zusatz subsp. domestica. Zwetschgen sind länglich-eiförmig, dunkelblau und vier bis acht Zentimeter lang. Ihr Fruchtfleisch ist fest, der Stein löst sich leicht. Runde, weiche Pflaumen mit haftendem Stein sind andere Unterarten derselben Art.
Im August liegen beide auf dem Markt, blau und bereift. Der Preis unterscheidet sich kaum, der Kuchen danach schon.
Die Verwirrung hat einen einfachen Grund: „Pflaume“ ist zugleich der Name der Art und der Name einer Fruchtform.
Hier stehen die Unterschiede in Form, Stein, Geschmack, Erntezeit und Verwendung.
Die Zwetschge ist eine Pflaume
Alle hier bekannten Sorten gehören zur Art Prunus domestica. Sie ist vermutlich aus einer Kreuzung von Kirschpflaume und Schlehe hervorgegangen.
Innerhalb dieser Art gibt es mehrere Unterarten. Die Echte Zwetschge trägt den Namen Prunus domestica subsp. domestica.
Zu den weiteren Unterarten zählen Mirabelle, Reneklode und die Haferpflaume, die regional Kriechen oder Spilling heißt.
Der Satz gilt also in eine Richtung: Jede Zwetschge ist eine Pflaume, nicht jede Pflaume ist eine Zwetschge.
Genetisch sind alle diese Formen sechsfach ausgestattet. Der Chromosomensatz lautet 2n = 6x = 48.
Form, Stein und Fruchtfleisch
Die Zwetschge ist länglich-eiförmig und läuft an beiden Enden spitz zu. Ihre Früchte messen vier bis acht Zentimeter und sind blau bis blauschwarz mit einer feinen Wachsschicht.
Runde Pflaumen sind kugelig bis leicht herzförmig. Auf einer Seite verläuft eine deutliche Furche, die Bauchnaht.
Der wichtigste Unterschied steckt innen. Bei reifen Zwetschgen löst sich der Stein leicht vom Fruchtfleisch, bei vielen runden Pflaumen haftet er fest.
Auch die Konsistenz weicht ab. Zwetschgenfleisch ist mäßig saftig und fest, Pflaumenfleisch ist weicher und saftiger.
Beim Erhitzen zeigt sich das deutlich. Zwetschgen bleiben in Form und werden nicht sauer, Pflaumen zerfallen schneller zu Mus.
Ein weiteres Merkmal ist der Stiel. Zwetschgen hängen an einem längeren, dünneren Stiel und lassen sich leichter vom Baum lösen.
Auch die Blüte unterscheidet sich zeitlich. Zwetschgenbäume blühen später als viele Pflaumensorten und entgehen dadurch häufiger den Spätfrösten im April.
Wann welche Frucht reif ist
Die Saison beginnt im Juli mit frühen Pflaumensorten. Sie sind rund, saftig und für den sofortigen Verzehr gedacht.
Zwetschgen folgen ab August und reichen je nach Sorte bis in den Oktober. Die klassische Hauszwetschge wird im September geerntet.
Mirabellen liegen dazwischen, meist im August. Sie sind klein, gelb und süß.
Renekloden sind rundlich und grünlich bis gelb, gelegentlich rötlich. Sie gelten als besonders aromatisch und sind ebenfalls im Spätsommer reif.
Der blaue Belag auf der Schale ist übrigens kein Schmutz. Diese Wachsschicht bildet die Frucht selbst als Verdunstungsschutz, sie zeigt Frische an und lässt sich mitessen.
Unterschied zwischen Zwetschgen und Pflaumen in der Küche
Für Blechkuchen und Datschi sind Zwetschgen gesetzt. Sie geben wenig Saft ab, deshalb weicht der Boden nicht durch.
Für Mus, Kompott und Marmelade eignen sich beide. Runde Pflaumen zerfallen schneller, was hier ein Vorteil ist.
Zum Frischessen sind saftige Pflaumen angenehmer. Zwetschgen wirken dagegen fester und weniger saftend.
Für Schnaps und Brand wird meist die Zwetschge genutzt. Der bekannte Slivovitz und der Zwetschgenwasser-Brand stammen aus diesen Sorten.
Trockenfrüchte kommen ebenfalls von Zwetschgensorten. In Südwestfrankreich ist die Sorte d’Agen dafür der Standard.
Einfrieren funktioniert bei beiden. Halbiere die Früchte, entferne den Stein und friere sie zunächst einzeln auf einem Blech ein, damit sie später nicht zusammenkleben.
Für den Kuchen brauchst du sie nicht aufzutauen. Gefrorene Hälften geben beim Backen weniger Saft ab als angetaute.
Regionale Namen sorgen für Verwirrung
In Norddeutschland heißt fast jede blaue Frucht dieser Gruppe Pflaume. Die Unterscheidung spielt dort im Alltag kaum eine Rolle.
In Süddeutschland ist die Zwetschge ein eigener Begriff. In Österreich heißt sie Zwetschke, im Westmitteldeutschen Quetsche.
Auch die Schreibweise schwankt. Zwetschge, Zwetsche und Zwetschke sind alle gebräuchlich.
Im Handel steht deshalb oft beides auf dem Schild. Der Blick auf die Form ist verlässlicher als das Etikett.
Was in der Frucht steckt
Beide enthalten Ballaststoffe, Kalium und den Zuckeralkohol Sorbit. Sorbit bindet im Darm Wasser und wirkt in größerer Menge abführend.
Getrocknete Zwetschgen sind deshalb ein bekanntes Hausmittel. Der Effekt tritt bei manchen Menschen schon nach wenigen Früchten ein.
Die blaue Farbe stammt von Anthocyanen in der Schale. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sitzen fast vollständig außen.
Ungewaschen halten die Früchte länger. Wasche sie erst kurz vor dem Essen, sonst verschwindet der schützende Wachsfilm.
Im Kühlschrank bleiben reife Früchte einige Tage frisch. Bei Zimmertemperatur reifen sie nach, werden dabei aber schnell weich.
Nachreifen heißt hier nicht süßer werden. Der Zuckergehalt steigt nach der Ernte kaum noch, die Frucht wird nur weicher und aromatischer.
Die Kerne gehören nicht auf den Teller
Wie bei Aprikosen und Bittermandeln steckt im Kern Amygdalin. Daraus kann im Körper Blausäure entstehen, deshalb gehören die Kerne in den Abfall.
Häufige Fragen
Ist eine Zwetschge eine Pflaume?
Ja. Sie ist eine Unterart der Art Prunus domestica.
Woran erkenne ich eine Zwetschge?
An der länglichen Form mit spitzen Enden, am festen Fruchtfleisch und daran, dass sich der Stein leicht löst.
Welche Frucht gehört auf den Kuchen?
Die Zwetschge. Sie gibt weniger Saft ab und behält beim Backen ihre Form.
Sind Mirabellen auch Pflaumen?
Ja. Sie sind eine weitere Unterart derselben Art, klein und gelb.
Was ist der weiße Belag auf der Schale?
Eine natürliche Wachsschicht der Frucht. Sie schützt vor Austrocknung und ist essbar.
Warum wirken Trockenzwetschgen abführend?
Wegen des Zuckeralkohols Sorbit und der Ballaststoffe. Beides zieht Wasser in den Darm.
Quellen
- Wikipedia: Zwetschge (Prunus domestica subsp. domestica)
- Wikipedia: Pflaume (Prunus domestica)
- Wikipedia: Mirabelle
Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.






