Unterschied zwischen Limette und Zitrone einfach erklärt

Kurzantwort: Limette und Zitrone sind zwei verschiedene Zitrusfrüchte. Die Zitrone (Citrus × limon) ist etwa faustgroß, gelb und dickschalig. Limetten messen drei bis sechs Zentimeter, bleiben grün und haben eine dünnere Schale. Zitronen enthalten rund 51 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm, Limetten etwa die Hälfte davon. Eine Limette ist keine unreife Zitrone.

Im Obstregal liegen beide nebeneinander, grün und gelb. Der Preisunterschied ist oft deutlich.

Viele halten die Limette für eine unreife Zitrone. Das stimmt nicht, es sind eigene Arten mit eigener Herkunft.

Hier stehen die Unterschiede in Botanik, Geschmack, Nährwert und Küche.

Zwei Arten, zwei Herkünfte

Die Zitrone trägt den botanischen Namen Citrus × limon. Sie ist eine Kreuzung aus Bitterorange und Zitronatzitrone.

Ihre Frucht ist etwa faustgroß und enthält acht bis zehn Segmente mit blassgelben Saftschläuchen. Der Gehalt an Zitronensäure liegt je nach Sorte zwischen 3,5 und 8 Prozent.

Als Limette werden vor allem zwei Arten verkauft. Die Echte Limette (Citrus × aurantiifolia) ist klein und enthält Kerne, die Gewöhnliche oder Persische Limette (Citrus × latifolia) ist größer und meist kernlos.

Im deutschen Handel dominiert die kernlose Variante. Ihr Durchmesser liegt bei drei bis sechs Zentimetern.

Die Herkunft der Zitrone wird in Nordindien vermutet. Über den Nahen Osten kam sie nach Sizilien, wo sie seit dem 9. Jahrhundert belegt ist.

Warum Limetten grün bleiben

Limetten wachsen in den Tropen. Mexiko, Brasilien und Indien gehören zu den großen Anbauländern.

Dort bleibt es das ganze Jahr über warm. Für die Umfärbung von Grün nach Gelb braucht eine Zitrusfrucht kühle Nächte, weil erst dann das Blattgrün in der Schale abgebaut wird.

Zitronen wachsen in subtropischem Klima mit kühleren Wintern, etwa in Spanien, Italien und der Türkei. Deshalb sind sie gelb.

Verkauft werden Limetten außerdem bewusst grün, weil Käufer die Farbe erwarten. Eine gelbliche Limette ist überreif, kein Fehler.

Limettenbäume vertragen keinen Frost. Zitronenbäume überstehen kurze Kälteperioden, weshalb sie weiter nördlich wachsen.

Geschmack, Schale und Saft

Beide Früchte sind sauer. Die Limette schmeckt zusätzlich herber und blumiger, weil ihre Schale mehr aromatische Bitterstoffe enthält.

Die Schale ist dünner und fester mit dem Fruchtfleisch verbunden. Deshalb lässt sich eine Limette schlechter schälen als eine Zitrone.

Im Verhältnis zum Gewicht gibt die Limette mehr Saft ab. Bei Zitronen macht die dicke weiße Innenhaut einen größeren Anteil aus.

Zum Abreiben eignet sich beides. Die Zitronenschale ist ergiebiger, die Limettenschale intensiver im Aroma.

Ein praktischer Trick gilt für beide: Rolle die Frucht vor dem Auspressen mit Druck über die Arbeitsplatte. Das löst die Saftschläuche und bringt mehr Ausbeute.

Vitamin C: die Zitrone liegt vorn

Zitronen liefern rund 51 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm. Limetten kommen nur auf etwa die Hälfte.

Dieser Unterschied hat Geschichte geschrieben. Der schottische Schiffsarzt James Lind zeigte 1747 in einem der ersten kontrollierten Versuche, dass Zitrusfrüchte Skorbut heilen.

Die britische Marine stellte später von mediterranen Zitronen auf westindische Limetten um. Weil deren Vitamin-C-Gehalt niedriger ist, trat die Mangelkrankheit erneut auf.

Der Spitzname für britische Seeleute stammt aus dieser Zeit. „Limeys“ hieß es wegen der Limettenration an Bord.

Unterschied zwischen Zitrone und Limette in der Küche

Beide lassen sich austauschen, wenn du das Verhältnis anpasst. Limettensaft ist aromatischer, deshalb reicht meist etwas weniger.

In der mexikanischen, thailändischen und karibischen Küche ist die Limette gesetzt. Guacamole, Ceviche und viele Currys leben von ihrer Säure.

Die Zitrone gehört in die mediterrane Küche und in die Backstube. Ihre Schale ist die klassische Aromaquelle für Kuchen und Kekse.

Bei Cocktails hängt es am Rezept. Caipirinha, Mojito und Margarita nutzen Limette, Whiskey Sour und Gin Fizz eher Zitrone.

Zum Konservieren taugen beide. Die Säure senkt den pH-Wert und bremst Bakterien, deshalb steht Zitronensaft in vielen Einmachrezepten.

Auf angeschnittenem Obst verhindert der Saft das Braunwerden. Das Vitamin C fängt dabei den Sauerstoff ab, bevor er das Fruchtfleisch verfärbt.

Erhitzen solltest du beide erst spät. Die feinen ätherischen Öle verflüchtigen sich, deshalb kommt der Saft am besten zum Schluss ins Gericht.

Lagerung und ein Hinweis zur Haut

Beide Früchte halten sich im Kühlschrank am längsten. Bei Zimmertemperatur geben sie mehr Saft, dafür trocknen sie schneller aus.

Angeschnittene Früchte solltest du zügig verbrauchen. Die Schnittfläche verliert schnell Aroma und Vitamin C.

Schalen aus konventionellem Anbau sind oft behandelt. Wer sie abreiben will, greift zu unbehandelter Ware, erkennbar am Hinweis auf dem Etikett.

Ein Punkt betrifft die Haut: In Zitrusschalen stecken Furocumarine. Bleibt Saft auf der Haut und kommt Sonnenlicht dazu, kann sich eine Reizung mit Rötung und Blasen bilden. Hände nach dem Auspressen also waschen.

Woran du eine saftige Frucht erkennst

Der beste Hinweis ist das Gewicht. Eine Frucht, die sich schwer anfühlt und auf leichten Druck nachgibt, enthält mehr Saft als eine harte, leichte.

Häufige Fragen

Ist eine Limette eine unreife Zitrone?

Nein. Es sind verschiedene Arten. Grün ist bei der Limette die normale Farbe der Erntereife.

Welche Frucht hat mehr Vitamin C?

Die Zitrone. Sie enthält rund 51 Milligramm je 100 Gramm, die Limette etwa die Hälfte.

Kann ich Limette durch Zitrone ersetzen?

In den meisten Rezepten ja. Das Aroma verändert sich, die Säurewirkung bleibt vergleichbar.

Warum sind Limetten oft kernlos?

Weil im Handel meist die Persische Limette liegt. Diese Art bildet kaum Samen aus.

Was ist eine Kaffirlimette?

Eine eigene Art (Citrus hystrix) mit stark gerunzelter Schale. In der Küche werden vor allem ihre Blätter verwendet.

Warum ist meine Limette innen gelblich?

Sie ist überreif. Der Saft schmeckt dann milder und weniger frisch.

Quellen

Geschrieben von Jonas, Redaktion smarterklärt.de — er erklärt hier Begriffe und Zusammenhänge in einfacher Sprache.

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